Null Bock auf Landluft

Dänisch-schwedischer Fernsehfilm von 2001
Regie Caecilia Holbek Trier
Drehbuch Caecilia Holbek Trier
Musik Joachim Holbek
Kamera Morten Bruus
Darsteller Hortensia - Bodil Udsen
Rasmus - Per Oscarsson
Anjelica - Nina Assentof Rasmussen
Lone - Marie Katrine Rasch
Lissi - Bodil Jorgensen
Ole - Mikkel Aas Mortensen
Grise Knud - Claus Strandberg
Mor - Tammi Ost
u.a.

Null Bock auf Landluft haben die beiden temperamentvollen Schwestern Lone und Anjelica: Fremde Gerüche, sich im Schlamm wälzende Schweine, ein Plumpsklo und Fliegen in der Küche sind nicht gerade das, was sie sich für ihre Sommerferien erträumt haben. Viel lieber wären sie mit ihren Eltern nach New York geflogen, als fern der Heimatstadt Kopenhagen mehrere Wochen bei ihren betagten Verwandten Hortensia und Rasmus auf dem Land zu verbringen, wo es noch nicht mal einen Laden gibt, in dem man sich ein paar Süßigkeiten kaufen könnte.

Argwöhnisch betrachten die Verwandten einander. Was ihre Lebensgewohnheiten und Vorlieben betrifft, lassen sich kaum krassere Gegensätze vorstellen. Wie soll man frische Kuhmilch und Spaghetti auf einen Nenner bringen? Die ersten gutgemeinten Versuche der Kinder, sich in Haus und Hof nützlich zu machen oder ihre Verwandten mit fantasievollen Spielen "aufzuheitern", gehen ziemlich daneben. Umgekehrt stoßen die deftige Hausmannskost, die Hortensia in bester Absicht auf die Teller häuft, oder fremdartig schwermütige Gute-Nacht-Lieder bei den Mädchen auch nicht gerade auf Gegenliebe.

Auch hüllt sich der alte Rasmus vorerst in Schweigen. Dass auch ein Erwachsener mit unlösbaren Problemen zu kämpfen hat, mag oder kann er nicht zeigen. Doch nach den Anlaufschwierigkeiten entwickelt sich allmählich gegenseitiges Verständnis und liebevolle Zuneigung. Systematisch inspizieren die beiden aufgeweckten Kinder ihr Feriendomizil und die nähere Umgebung, der anfängliche Ekel vor Dreck und Gestank ist überwunden. Der zunächst wegen seiner Sauberkeit so bewunderte Schweinemastbetrieb in der Nachbarschaft erweist sich bei näherem Hinsehen als eher fragwürdiges Unternehmen. Außerdem bedroht die geplante Erweiterung der "Tierfabrik" die Existenz des alten Bauernhofs und seiner Bewohner.

Als Lone in einer stürmischen Gewitternacht voller Panik aus dem Haus stürzt und sich im Dunkel der Landstraße verläuft, bricht Rasmus in Begleitung von Anjelica zu einer Suchaktion auf. Als der alte Sturkopf das wiedergefundene Kind wohlbehalten in die Arme schließen kann, ist das Eis endgültig gebrochen. Für diese Rettung wollen sich die Mädchen revanchieren, indem sie alles daran setzen, die Vertreibung der beiden Alten von ihrem Hof und ihre Einweisung ins Altersheim zu verhindern. Es kommt zu einer unüberlegten Aktion mit katastrophalen Folgen. Doch die Spontaneität der beiden Schwestern motiviert ihren mürrischen Großonkel dazu, endlich seinen Stolz zu überwinden und den Kampf aufzunehmen, wenn schon nicht für sich, dann vielleicht für seine möglichen Erben?

Die von Cæcilia Holbek Trier liebevoll inszenierte Familienkomödie erhielt neben zahlreichen Auszeichnungen den Großen Preis bzw. den Presse-Preis auf den internationalen Kinderfilmfesten von Montreal und Brüssel.
   

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