African Queen

Spielfilm aus den USA von 1951
Regie John Huston
Drehbuch James Agee und John Huston, nach dem Roman von C.S. Forester
Musik Allan Gray
Kamera Jack Cardiff
Darsteller Charlie Allnutt - Humphrey Bogart
Rose Sayer - Katharine Hepburn
Samuel Sayer - Robert Morley
Kommandant der "Louisa" - Peter Bull
Erster Offizier - Theodore Bikel
Zweiter Offizier - Walter Gotell
Bootsmann - Gerald Onn
u. a.

August 1914 im afrikanischen Busch. Die ältlichen englischen Geschwister Samuel Sayer und Rose Sayer leiten einen Missionsgottesdienst mit ihren schwarzen Zöglingen. Da stört eine Barkasse am nahen Flussufer die fromme Sonntagsidylle. Ingenieur Charlie Allnutt, ein trinkfreudiger kanadischer Vagabund, verwahrlost wie seine betagte Barkasse "African Queen", ist mit Post und Neuigkeiten eingetroffen: Ein Krieg zwischen Deutschland und England ist ausgebrochen. Bald nach Charlies Abreise überfallen deutsche Truppen das Dorf in der englischen Kolonie. Samuel Sayer stirbt. Der zurückkehrende Allnutt überredet die allein zurückgebliebene Schwester des Missionars, mit ihm zu fliehen.

Steif und missvergnügt beobachtet die tugendstrenge Rose das Benehmen des fluchenden Allnutt auf der langen, gefährlichen Fahrt flussabwärts. Gemeinsam ertragene Strapazen - wie tropische Gewitter und Stromschnellen - bringen sie einander näher. Aber Rose erschüttert das Selbstvertrauen Allnutts gründlich, weil sie seinen gesamten Gin-Vorrat eines Nachts über Bord kippt. Sie verdrießt ihn obendrein mit ihrem britisch-patriotischen Plan, den deutschen Patrouillen-Dampfer "Luisa" auf dem nächsten See nicht etwa heimlich zu umgehen, sondern zu zerstören. Staunend beobachtet Allnutt bei der Fahrt über gefährliche Stromschnellen, unter den Schüssen einer deutschen Sperrfestung, dass die sonst so steife Rose die Gefahr förmlich genießt. Sie sinken sich nach überstandenem Abenteuer wie Verliebte in die Arme. Nichts kann die beiden nun davon abhalten, ihren Plan auszuführen und den deutschen Dampfer zu versenken.

"African Queen" ist einer der schönsten Abenteuerfilme, aber auch eine der schönsten Liebesgeschichten, die je gedreht wurden", schwärmt das Cinema-Filmlexikon. Es ist der fünfte Film, den Regisseur John Huston (1906-1987) mit seinem Freund Humphrey Bogart, der für die Rolle des Charlie Allnutt einen Oscar bekam, gedreht hat. Die Aufnahmen wurden zu einer großen Strapaze für die Crew - sie fanden im Dschungel am Kongo statt. Nur Bogart und Huston erkrankten nicht an der Malaria - dank exzessiven Alkoholkonsums. John Huston, den der amerikanische Filmhistoriker Sarris "den erfindungsreichsten Regisseur seiner Generation" nannte, wäre am 05. August 2006 100 Jahre alt geworden.

Geboren als Sohn des Charakterdarstellers Walter Huston kam er über Umwege zum Film. Nach mehreren Hollywood-Drehbüchern gelang ihm 1941 mit "Die Spur des Falken" ein glänzendes Regiedebüt, nach Kritikermeinung die Geburt des "film noir". Sein erster Nachkriegserfolg war 1948 "Der Schatz der Sierra Madre", mit seinem Vater und wiederum Humphrey Bogart in den Hauptrollen. Von seinen fast 40 Filmen sind viele als Meisterwerke in die Filmgeschichte eingegangen. Neben "African Queen" - als Meilenstück des Abenteuerfilms - sind es u.a. die Verfilmung des Melville-Klassikers "Moby Dick" (1956), "Misfits - nicht gesellschaftsfähig", der letzte Film der Stars Clark Gable und Marilyn Monroe, der Edelwestern "Denen man nicht vergibt" (1960), oder die Filme seines Spätwerkes "Unter dem Vulkan" (1984) und "Die Ehre der Prizzis" (1985). John Huston, der gelegentlich auch selbst eine Rolle übernahm, am bekanntesten in "Chinatown" von Roman Polanski, führte seine Schauspieler zu Höchstleistungen. Er starb am 28. August 1987.
   

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