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August 1914 im afrikanischen Busch. Die ältlichen
englischen Geschwister Samuel Sayer und Rose Sayer
leiten einen Missionsgottesdienst mit ihren schwarzen
Zöglingen. Da stört eine Barkasse am nahen
Flussufer die fromme Sonntagsidylle. Ingenieur Charlie
Allnutt, ein trinkfreudiger kanadischer Vagabund,
verwahrlost wie seine betagte Barkasse "African
Queen", ist mit Post und Neuigkeiten eingetroffen:
Ein Krieg zwischen Deutschland und England ist ausgebrochen.
Bald nach Charlies Abreise überfallen deutsche
Truppen das Dorf in der englischen Kolonie. Samuel
Sayer stirbt. Der zurückkehrende Allnutt überredet
die allein zurückgebliebene Schwester des Missionars,
mit ihm zu fliehen.
Steif und missvergnügt beobachtet die tugendstrenge
Rose das Benehmen des fluchenden Allnutt auf der
langen, gefährlichen Fahrt flussabwärts.
Gemeinsam ertragene Strapazen - wie tropische Gewitter
und Stromschnellen - bringen sie einander näher.
Aber Rose erschüttert das Selbstvertrauen Allnutts
gründlich, weil sie seinen gesamten Gin-Vorrat
eines Nachts über Bord kippt. Sie verdrießt
ihn obendrein mit ihrem britisch-patriotischen Plan,
den deutschen Patrouillen-Dampfer "Luisa"
auf dem nächsten See nicht etwa heimlich zu
umgehen, sondern zu zerstören. Staunend beobachtet
Allnutt bei der Fahrt über gefährliche
Stromschnellen, unter den Schüssen einer deutschen
Sperrfestung, dass die sonst so steife Rose die
Gefahr förmlich genießt. Sie sinken sich
nach überstandenem Abenteuer wie Verliebte
in die Arme. Nichts kann die beiden nun davon abhalten,
ihren Plan auszuführen und den deutschen Dampfer
zu versenken.
"African Queen" ist einer der schönsten
Abenteuerfilme, aber auch eine der schönsten
Liebesgeschichten, die je gedreht wurden",
schwärmt das Cinema-Filmlexikon. Es ist der
fünfte Film, den Regisseur John Huston (1906-1987)
mit seinem Freund Humphrey Bogart, der für
die Rolle des Charlie Allnutt einen Oscar bekam,
gedreht hat. Die Aufnahmen wurden zu einer großen
Strapaze für die Crew - sie fanden im Dschungel
am Kongo statt. Nur Bogart und Huston erkrankten
nicht an der Malaria - dank exzessiven Alkoholkonsums.
John Huston, den der amerikanische Filmhistoriker
Sarris "den erfindungsreichsten Regisseur seiner
Generation" nannte, wäre am 05. August
2006 100 Jahre alt geworden.
Geboren als Sohn des Charakterdarstellers Walter
Huston kam er über Umwege zum Film. Nach mehreren
Hollywood-Drehbüchern gelang ihm 1941 mit "Die
Spur des Falken" ein glänzendes Regiedebüt,
nach Kritikermeinung die Geburt des "film noir".
Sein erster Nachkriegserfolg war 1948 "Der
Schatz der Sierra Madre", mit seinem Vater
und wiederum Humphrey Bogart in den Hauptrollen.
Von seinen fast 40 Filmen sind viele als Meisterwerke
in die Filmgeschichte eingegangen. Neben "African
Queen" - als Meilenstück des Abenteuerfilms
- sind es u.a. die Verfilmung des Melville-Klassikers
"Moby Dick" (1956), "Misfits - nicht
gesellschaftsfähig", der letzte Film der
Stars Clark Gable und Marilyn Monroe, der Edelwestern
"Denen man nicht vergibt" (1960), oder
die Filme seines Spätwerkes "Unter dem
Vulkan" (1984) und "Die Ehre der Prizzis"
(1985). John Huston, der gelegentlich auch selbst
eine Rolle übernahm, am bekanntesten in "Chinatown"
von Roman Polanski, führte seine Schauspieler
zu Höchstleistungen. Er starb am 28. August
1987.
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