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Alles beginnt mit einer atemberaubenden Verfolgungsjagd
durch Mexico City, bei der zwei Jugendliche und
ein angeschossener Kampfhund von Gangstern gehetzt
werden. Ein verheerender Unfall beendet die Flucht;
vom Straßenrand aus beobachtet ein verwahrloster
Mann das Desaster - und rettet den schwer verletzten
Hund aus dem Autowrack. Dieser Unfall, der insgesamt
dreimal aus verschiedenen Perspektiven gezeigt wird,
dient als Angelpunkt dreier miteinander verwobener
Lebensgeschichten, die in Rückblenden und verschachtelten
Parallelmontagen geschildert werden. Ein weit ausholendes
Panorama der gewalttätigen Metropole Mexico
City, von ganz unten bis ganz oben, vom Clochard
bis zum glamourösen Model: Da ist der arbeitslose
Octavio, der seinen geliebten Rottweiler für
illegale Hundewettkämpfe abrichtet und mit
dem Preisgeld sowie Susana, der Frau seines skrupellosen
und kriminellen Bruders, durchbrennen will.
Das schöne Model Valeria lebt mit einem Magazinverleger
zusammen, der für sie seine Familie verlassen
hat; bei dem Unfall wird sie schwer verletzt und
verliert später unter bizarren Umständen
ihr über alles geliebtes Schoßhündchen,
das unerreichbar in einem Loch im brüchigen
Parkett verschwindet. Der Stadtstreicher El Chivo,
früher Professor, dann Guerillero und jetzt
Auftragskiller, vegetiert mit einer Meute von Kötern
dahin, die er auf der Straße aufgelesen hat.
Die Stadt, ihre Hunde und der Tod: Als El Chivo
den Kampfhund Octavios gesund pflegt, brechen dessen
Killerinstinkte wieder durch.
Das mit einem Minimalbudget von 3,5 Millionen Dollar
realisierte Epos wurde u.a. für einen Oscar
nominiert und spielte weltweit über 35 Millionen
Dollar ein. Die animalische Grausamkeit und das
Leiden der Tiere wird hier zum Spiegel menschlicher
Bestialität und Verletzlichkeit. Doch für
Debütregisseur Alejandro González Iñárritu
ist die Darstellung von Gewalt und Verrohung kein
Selbstzweck, sondern unausweichliche Folge von Lebensumständen.
Der brutalen Intensität vieler Szenen - vor
allem beim Hundekampf - kann man sich kaum entziehen.
Doch das vitale und schockierende Epos, das weltweit
die Kritiker und das Publikum begeisterte und zahlreiche
Festivalpreise erhielt, fesselt vor allem durch
seine formale Struktur und seinen erfrischenden
Stil. Mit seinem kunstvoll verflochtenen roten Faden,
seinem gekonnten Wechsel der Tonlagen und variantenreichen
Look ist "Amores Perros - Von Hunden und Menschen"
zugleich hypermodernes Kino und hochmoralisches
Lehrstück, ein rasantes, zeitgenössisches
Drama um Liebe, Betrug, Tod, Vergeltung und Erlösung
- " ... vielleicht einer der besten Filme des
postrevolutionären Lateinamerikas" (Filmlexikon).
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