Hier bin ich - hier bleib ich

Deutscher Spielfilm von 1958
Regie Werner Jacobs
Drehbuch Curth Flatow und Eckart Hachfeld, nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Raymond Vincy und Jean Valmy
Musik Heinz Gietz und Kurt Feltz
Kamera Göran Strindberg
Darsteller Caterine Mercier - Caterina Valente
Philipp Baron von Löwenherz - Hans Holt
Hausmädchen Lucie - Ruth Stephan
Kammerdiener Gustave - Boy Gobert
Appolonia, Baronin von Löwenherz - Margarete Haagen
Eduard Baron von Löwenherz - Paul Henckels
Pierre, Freund von Caterine - Wolfgang Müller
Leon, der Fernsehmann - Wolfgang Neuss
und andere

Seit vielen Jahren sind Caterine Mercier und Pierre befreundet. Sie führen gemeinsam das Schlemmerlokal "Das schlafende Ferkel" in Paris und halten sich für ein Paar, das seine langjährige, aber leidenschaftslose Beziehung mehr aus Verstandsgründen auf dem Standesamt legitimieren sollte. Als ein Fernsehregisseur Caterinas Sangeskünste entdeckt und mit ihr und Bill Haley eine Sendung machen will, trinken die beiden erst einmal auf ihr Glück. Am nächsten Tag tauchen sie noch in Sektlaune auf dem Standesamt auf, um endlich zu heiraten.

Doch sie erleben eine Überraschung: Caterine ist schon verheiratet, und zwar mit Philipp Baron von Löwenherz - schwarz auf weiß steht es auf dem Papier des Standesbeamten! Papier ist geduldig - Caterine will genau wissen, was hinter dieser Heiratsurkunde steckt. Sofort macht sie sich mit Pierre auf nach Luxemburg, um ihren "Gemahl" in Augenschein zu nehmen und die sofortige Scheidung zu verlangen. Der sympathische Baron erzählt ihnen, wie er einer zwielichtigen Dame auf den Leim ging, die nur fünf Tage nach der Hochzeit mit dem Familienschmuck und Caterines gestohlenen Ausweispapieren verschwand. Aber Caterine und Pierre erfahren auch, dass für den Baron eine Scheidung nicht in Frage kommt, weil ihn sonst der reiche Onkel enterbt.

Justament kommt dieser Eduard Baron von Löwenherz angereist und ist ganz entzückt von der charmanten Ehefrau seines Neffen, die ihm bislang vorenthalten wurde. Nun müssen alle ihr Spiel spielen: Caterine und Philipp, das glückliche junge Paar und Pierre den "Bruder" Caterines, der dabei seine Liebe zur Schlossköchin Lucie entdeckt. Doch natürlich kann das auf Dauer nicht gut gehen.

Musik, Tanz und Liebeswirrnisse mehrerer Paare in einem flotten Lustspiel, das seinen besonderen Reiz vor allem seiner hervorragenden, sympathischen Hauptdarstellerin verdankt: Caterina Valente. Sie besticht mit ihrem Charme und ihrer Sangeskunst. Aber auch das übrige Ensemble, zu dem u. a. Hans Holt, Wolfgang Neuss und Paul Henckels gehören, glänzt mit Spiellaune. Rock-'n'-Roll-König Bill Haley und seine Comets runden die unterhaltsame Komödie musikalisch ab.

Hans Holt (geboren 22.11.1909) zählt neben Paula Wessely, Hans Moser und den Hörbiger-Brüdern Attila und Paul zu den beliebtesten Wiener Schauspielern des österreichischen und deutschen Nachkriegskinos. Als "Meister der leisen Töne" spielte er in über 80 Lustspielen und Heimatfilmen vornehmlich den stillen und unkomplizierten Charmeur. Seine Paraderolle des Arglosen war zweifellos der tapfere, rechtschaffene Baron von Trapp in den beiden Alpen-Melodramen "Die Trapp-Familie" (1956) und "Die Trapp-Familie in Amerika" (1958).

Anfang der Achtzigerjahre, als die heile Welt im Film und auf der Bühne (Holt gehörte über vier Jahrzehnte dem Ensemble des Theaters in der Josephstadt an) längst nicht mehr gefragt war, eroberte sich Hans Holt als Serien-Darsteller in dem Genre, das ihm immer am besten lag, auch ein breites Fernsehpublikum (u.a. "Ich heirate eine Familie"). Er starb im Alter von 91 Jahren.
   

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