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Wien 1888. Kronprinz Rudolf leidet unter der bedrückenden
Etikette am Hofe der k.u.k.-Monarchie. Er musste
seine Gattin Kronprinzessin Stephanie (Grete Zimmer)
aus Gründen der Staatsraison heiraten und behandelt
sie wie eine Fremde. Sein pflichtbewusster Vater
Kaiser Franz-Joseph (Erik Frey) verachtet ihn wegen
seines gefühlvollen Charakters und seiner liberalen
Sympathie für die ungarische Unabhängigkeitsbewegung.
Um sich über seine Machtlosigkeit hinwegzutrösten,
stürzt er sich in das Nachtleben der Donaumetropole.
Durch seine Cousine, Gräfin Larisch (Winnie
Markus), begegnet er eines Tages der 17-jährigen
Baronesse Mary Vetsera (Christiane Hörbiger).
In ihr entdeckt er eine verwandte Seele und spürt,
dass sie ihn nicht aus Berechnung, sondern um seiner
selbst willen liebt. Rudolf beginnt eine heimliche
Affäre mit ihr. Enttäuscht erfährt
er kurze Zeit später, dass der Kaiser nicht
ihn, seinen einzigen Sohn, sondern seinen Neffen
Franz Ferdinand zum Thronfolger bestimmt hat.
Die mitfühlende Kaiserin Elisabeth (Lil Dagover)
kann Rudolf nicht trösten. Wegen seiner unstatthaften
Affäre mit Mary und seinem Engagement für
die ungarische Unabhängigkeitsbewegung kommt
es zum endgültigen Zerwürfnis mit seinem
Vater. Rudolf sieht keine Zukunft für sich
und Mary. Mit der ihm in bedingungsloser Liebe ergebenen
Mary reist er zum einsam gelegenen Jagdschlösschen
bei Mayerling, wo das Liebespaar einen verzweifelten
Entschluss fasst.
Rudolf Jugert gelang eine eindringliche und atmosphärisch
dichte Illustration des skandalumwitterten Doppelselbstmordes
von Kronprinz Rudolf und seiner Geliebten am 30.
Januar 1889 im niederösterreichischen Mayerling.
Um den Selbstmörder Rudolf in der Kapuzinergruft,
der Begräbnisstätte der Habsburger, bestatten
zu können, wurde er nachträglich für
geistesgestört erklärt. Den Titelhelden
spielt Rudolf Prack, der romantische Held des deutschen
Nachkriegskinos, in der Rolle der unglücklichen
Mary Vetsera gibt die blutjunge Christiane Hörbiger
- sie ist genauso alt wie die Figur, die sie darstellt
- ihr Leinwanddebüt.
Als Tochter von Paula Wessely und Attila Hörbiger
- der im Film den Rudolf-Vertrauten Bratfisch spielt
- wird ihr das große Talent sozusagen schon
in die Wiege gelegt. Doch die Rolle der Mary beendet
zunächst schnell ihr Studium am Max-Reinhardt-Seminar,
als Seminaristin ist es ihr verboten, eine Rolle
anzunehmen. Privatlehrer kümmern sich um ihre
Schauspiel-, Tanz- und Gesangsausbildung. Ab 1957
spielt sie an renommierten Bühnen wie dem Wiener
Burgtheater und dem Schauspielhaus Zürich die
großen Rollen der Theaterliteratur.
Es gelingt ihr, aus dem Schatten der berühmten
Eltern zu treten und sich aus eigener Kraft einen
Namen zu machen. Ab den 1980er Jahren wird das Fernsehen
auf sie aufmerksam. Als Gräfin von Guldenburg
in der Serie "Das Erbe der Guldenburgs"
und später als Richterin in "Julia - Eine
ungewöhnliche Frau" erobert sie sich ein
Millionenpublikum und wird zum Serienstar. 1991
begeistert sie in Helmut Dietls Satire "Schtonk!",
in der sie auf unnachahmliche Weise die Göring-Nichte
verkörpert, in Komödien wie "Alles
auf Anfang" (1994) und dem Drama "Hunger
- Sehnsucht nach Liebe" zeigt sie die Bandbreite
ihres Könnens.
Mit ihrer Komik, ihrem Charme und ihrem unvergleichlichen
Stil wird sie die Inkarnation der "Grande Dame",
der perfekten Lady. Für ihre große Schauspielkunst
wird sie mehrfach ausgezeichnet - fünfmal allein
erhält sie die "Romy" als Beliebteste
Schauspielerin, der Karl-Valentin-Orden schmückt
sie ebenso wie das Bundesverdienstkreuz oder die
"Goldene Feder", die sie für
ihre schauspielerische Leistung in den letzten 50
Jahren erhält. Am 13. Oktober 2008 wurde Christiane
Hörbiger 70 Jahre alt.
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