Rosen im Herbst

Deutscher Spielfilm von 1955
Regie Rudolf Jugert
Drehbuch Horst Budjuhn, nach dem Roman "Effi Briest" von Theodor Fontane
Musik Franz Grothe
Kamera Werner Krien
Darsteller Effi Briest - Ruth Leuwerik
Geert von Innstetten - Bernhard Wicki
Major von Crampas - Carl Raddatz
Luise von Briest - Lil Dagover
Herr von Briest - Paul Hartmann
Alonzo Gieshübler - Günther Lüders
Marietta Tripelli - Lola Müthel
Minister von Cramer - Heinz Hilpert
Roswitha, Kindermädchen - Lotte Brackebusch
Johanna, Hausmädchen - Margot Trooger
und andere

Der ebenso gutaussehende wie wohlsituierte Landrat Geert von Innstetten hält um die Hand der lebenslustigen 18-jährigen Effi Briest an. Effi gefällt der selbstbewusste, deutlich ältere Mann, in dem sie glaubt, die große Liebe gefunden zu haben. Nach der Hochzeit beziehen sie sein gediegenes Haus in einer pommerschen Kleinstadt. Effi ist oft allein in dem Haus, in dem es sie gruselt, Innstetten ist viel unterwegs und hat wenig Zeit für sie. Doch dann wird Tochter Annie geboren und mit dem Kindermädchen Roswitha holt sich Effi eine liebe, ihr ergebene Seele ins Haus. Durch Zufall lernt Effi dann Major von Crampas kennen, der einst mit ihrem Mann gedient hat. Von Crampas ist ein aufgeweckter, belesener, sehr natürlicher Mann. Effi und er haben viel Gemeinsames, doch sie widersteht lange seinen Verführungsversuchen. Dann haben sie eine leidenschaftliche Romanze, die aber schon wenige Wochen später mit der Berufung von Innstettens an ein Berliner Ministerium beendet ist.

In Berlin blüht Effi auf. Das bekommt auch ihrer Ehe mit Innstetten. Zusammen mit der heranwachsenden Annie sind sie eine glückliche Familie. Innstetten macht Karriere, Effi repräsentiert sich als die charmante Frau an seiner Seite. Doch dann, acht Jahre nach der Romanze in Kessin - Effi weilt gerade zur Kur -, findet Innstetten durch einen Zufall Briefe von Crampas an seine Frau. Er fordert den Major zum Duell. Dabei fällt Crampas. Als Effi ahnungslos von der Kur zurückkehrt, bricht ihre Welt zusammen: Nur ihr Vater erwartet sie und erklärt ihr, dass Innstetten sie nie mehr sehen will. Auch ihre Mutter will sie nicht aufnehmen, das könnte ihrem gesellschaftlichen Ansehen schaden.

Geschieden, ohne Kind, das Innstetten für sich beansprucht, zieht Effi in eine kleine Wohnung und verdient ihr Geld als Klavierlehrerin. Nur ihre einstige Kinderfrau Roswitha hält zu ihr und auch Apotheker Alonzo Gieshübler, ihr einziger Freund aus Kessin. Er sieht, wie krank sie ist und bittet Effis Eltern, sie wieder aufzunehmen ...

"Rosen im Herbst" ist die zweite Verfilmung von Theodor Fontanes berühmten Roman "Effi Briest". Der 1894 erstmals veröffentlichte Gesellschaftsroman wurde bis heute fünfmal verfilmt. Die erste Fassung entstand unter der Regie von Gustaf Gründgens 1939 mit Marianne Hoppe in der Hauptrolle, in der DEFA-Version von 1968 wird Effi Briest von Angelica Domröse gespielt; Rainer Werner Fassbinder verfilmte den Roman 1974 mit Hanna Schygulla, und die neueste Version drehte Hermine Huntgeburth 2008 mit Julia Jentsch. Rudolf Jugert, ein vielseitiger Regisseur intelligenter Unterhaltungsfilme, verfilmte Fontanes Roman mit Ruth Leuwerik als Effi und Bernhard Wicki als von Innstetten. Seine elegante, gefühlsbetonte Inszenierung zeichnet von Innstetten sympathischer als Fontane ihn beschrieben hat.
   

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