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Juni 1941. Zwei deutsche Soldaten erschießen
an der deutsch-litauischen Grenze aus Versehen die
Tochter ihres Hauptmanns. Sie verstecken die Leiche
im Moor und zwingen ihren Mitwisser zum Schweigen.
Tage später wird die Leiche gefunden, verstümmelt
mit einem russischen Bajonett.
Der Vater eines der Soldaten, ein SS-General, hat
die Szene arrangiert. Als eine Besonderheit und
einen Glücksfall unter den antifaschistischen
Filmen der DEFA bewerten Kritiker Kurt Jung-Alsens
Verfilmung der Novelle "Kameraden" von
Franz Fühmann.
"Das Sujet wird nicht mit agitatorischem Pomp
aufbereitet, sondern sachlich, dialogarm, lakonisch
und zugleich mit großem Gedankenbogen. Der
schließt Friedrich Nietzsches Theorie vom
Übermenschen ... ebenso ein wie die Pervertierung
der Begriffe Kameradschaft und Gemeinschaft. Die
Schuld des einzelnen Soldaten ist untrennbar mit
der Schuld des deutschen Volkes verknüpft"
(Ralf Schenk).
Kurt Jung-Alsen (1915 - 1976) erzählt die Geschichte
in einprägsamen, suggestiven Bildern mit erstklassigen
Darstellern, unter ihnen Wolfgang Kieling (1924
- 1985), an dessen 80. Geburtstag (März 2004)
das MDR FERNSEHEN mit diesem Film erinnern will.
Mit sechs ist der in Berlin geborene Kieling ein
Schallplattenstar, mit zwölf gibt er sein Filmdebüt,
später spielt er in der Provinz Theater. Der
Krieg unterbricht seine Karriere, 1949 erst wird
er aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft entlassen.
Seine ersten Nachkriegsfilme macht er als Star bei
der DEFA, u.a. auch in Konrad Wolfs "Genesung"
(1956). In dieser Zeit hat er eine Beziehung mit
der Schauspielerin Ingrid Rentsch, die Sohn Florian
1958 zur Welt bringt. Später heiratet sie Regisseur
Hans Joachim Martens. Florian Martens, heute auf
dem Weg zu einem der führenden deutschen Schauspieler,
erfährt erst mit 10, wer sein leiblicher Vater
ist.
Seit 1957 spielt Kieling wieder in der Bundesrepublik
Theater und wird zum geachteten Darsteller im deutschen
Film - als Komiker ebenso wie als Schurke. "Mit
seinem bleichen Gesicht und einem schlaffen Zug
um den Mund wirkte er wie ein deutscher Beamter,
aber besonders in dankbaren Fernsehrollen konnte
Wolfgang Kieling sein darstellerisches Können
entfalten", urteilt das Internationale Starlexikon.
Zugleich wird er populär als Synchronsprecher,
u.a. für Kirk Douglas, Paul Newman und Bert
in der Sesamstraße. Zu seinen wichtigsten
Filmen gehören "Das Haus in der Karpfengasse"
(1965) und "Der zerrissene Vorhang" (1966).
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