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Egon Schubert, alias Ewald Schulz, ein seriös
scheinender Mitvierziger, hat sich ohne besonderen
Erfolg als Berufsmusiker durchgeschlagen, bis er
eines Tages eine Idee hatte. Seine Routineannoncen
vom seriösen Industriekaufmann, der des Alleinseins
müde ist, bringen viele Antworten einsamer
Frauen. Er wendet sich den wohlhabenden unter ihnen
zu, die er mit Charme und Improvisationstalent um
ihre Banknoten bringt, bis er eines Tages an Marga
Lindemann gerät, eine selbstbewusste Frau,
die mit beiden Beinen fest im Leben steht und gerade
deshalb die Endstation seiner Hochstaplerkarriere
wird.
Die "Tagesschau" würdigte Rolf Ludwig
in ihrem Nachruf - er starb am 27. März 1999
- als "Tausendsassa der großen Deutschen
Schauspielbühnen" und für Regisseur
Thomas Langhoff war er "einer der letzten Schelme
dieser Welt". Tatsächlich lautete der
Wahlspruch seines Lebens: "Ohne Humor ist unser
Leben ein Irrtum". Und so spielte Rolf Ludwig
auch vorwiegend kauzige und komische Rollen.
Geboren wurde er am 28. Juli 1928 in Stockholm.
Vier Jahre später siedelte die Familie nach
Dresden über. Nach einer Lehre als Kartolithograph
und schrecklichen Kriegserlebnissen, die zum Auslöser
seiner Alkoholsucht wurden, begann Ludwig in der
neuen "Akademie für Musik und Theater"
seine Schauspielkarriere. In den 50er Jahren wurden
die Bühnen Berlins zu seiner künstlerischen
Heimat. Theatergeschichte schrieb er u.a. mit dem
Stück "Der Drache"; Filmgeschichte
mit Rollen in "Seine Hoheit - Genosse Prinz",
"Der Dritte", "Lotte in Weimar"
oder "Stein", für den er mit dem
Fellini-Preis ausgezeichnet wurde.
Auch in zahlreichen Fernsehrollen überzeugte
Rolf Ludwig als wandlungsfähiger Schauspieler.
Eine letzte große Rolle spielte er 1995 in
dem Fernsehzweiteiler "Nikolaikirche".
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