Don Juan - Karl-Liebknecht-Straße 78

Spielfilm aus der DDR von 1980
Regie Siegfried Kühn
Drehbuch Siegfried Kühn
Musik Karl-Ernst Sasse, Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn und Albert Lortzing
Kamera Claus Neumann
Darsteller Andrej Wischnewsky - Hilmar Thate
Vera Kronenthal - Ewa Szykulska
Beate Weber - Beata Tyszkiewicz
Herr Eberhard - Helmut Straßburger
Zerlina - Carin Abicht
Kronenthal - Hilmar Baumann
Die Wirtin - Trude Bechmann
Der Requisiteur - Carl Heinz Choynski
Leporello - Fred Delmare
Frau Eberhard - Monika Hildebrand
und andere

Ein DEFA-Film, reizvoll durch seine moralischen Fragestellungen, die Darstellung des Theatermilieus und die großartige Musik. "... alle Szenen der Inszenierungsarbeit Wischnewskys, die Bilder der Oper selbst, die ausgezeichnete musikalische Ausfertigung - das ist mit nahezu überquellendem Reichtum an Mitteln, Einfällen, Kamerasichten und Dekorationen, mit prächtigem Einsatz der Schauspieler (...) gemacht, dass er eine wahre Freude am Zusehen und Zuhören ist", schrieb Filmkritiker Günter Agde 1980 im "Filmspiegel".

Zu den gelobten Schauspielern gehören die beiden Polinnen Beata Tyszkiewicz und Ewa Szykulska sowie Helmut Straßburger und Hilmar Thate. Für ihn war das sein letzter DEFA-Film, schon zur Premiere dieses Streifens stand er im Begriff, mit seiner Frau Angelica Domröse die DDR zu verlassen, um am Westberliner Schillertheater ein Engagement aufzunehmen.

Der Berliner Opernregisseur Andrej Wischnewsky soll in der Provinz Mozarts "Don Giovanni" inszenieren. Wischnewsky ist ein besessener Theatermann, der leidenschaftlich arbeitet. Aber an diesem Provinztheater wird es ihm schwer gemacht, eingefahrene Auffassungen und einen bestimmten Trott zu überwinden. Vor allem setzt ihm der Giovanni-Darsteller (Helmut Straßburger), ein verfetteter, schon angejahrter Sänger, Widerstand entgegen - zumal der Regisseur bemüht ist, ihm eine neue, andere Sicht auf die Figur zu vermitteln. Schließlich wirft der beleidigte Sänger die Rolle hin und der Regisseur sieht sich gezwungen, sich bei dem Kammersänger zu entschuldigen, was aber nun zum Beginn einer wirklich guten Zusammenarbeit führt. Komplizierter wird für Wischnewsky der Umgang mit den Damen des Ensembles. Die Darstellerin der Donna Anna, Vera Kronenthal, ist seit langem in den Regisseur verliebt und will sich seinetwegen scheiden lassen. Aber obwohl Wischnewsky einem Verhältnis nicht abgeneigt ist, denkt er gar nicht daran, sich an Vera zu binden, zumal er selbst auch noch verheiratet ist. Außerdem interessiert ihn die Darstellerin der Elvira, Beate Weber, viel mehr als Vera. Doch die lässt ihn abblitzen, gerade als er meint, sein Ziel erreicht zu haben. Die Premiere wird ein großer Erfolg. Aber Don Juan Wischnewsky kann`s nicht lassen: Schon probiert er mit der Darstellerin der Zerline die Zweitbesetzung ...
   

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