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Bildnis einer Unbekannten
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Deutscher
Spielfilm von 1954
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| Regie |
Helmut
Käutner |
| Drehbuch |
Hans Jacoby und Helmut Käutner |
| Musik |
Franz
Grothe |
| Kamera |
Werner
Krien |
| Darsteller |
Nicole
- Ruth Leuwerik
Jan Maria Keller - O. W. Fischer
Walter - Erich Schellow
Frau des Botschafters - Irene von Meyendorff
Botschafter - Albrecht Schoenhals
Philipp Hernandez - Paul Hoffmann
Besitzer des "Miroir" - Bum Krüger
Auktionator - Ulrich Beiger
Sascha, Diener - Nikolai Kolin
Jacqueline, blondes Modell - Ingrid van Bergen
u. a.
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Der Maler Jan Maria Keller sieht in der Loge des
Pariser Theaters Chaillot eine bezaubernde junge
Frau sitzen. Er skizziert ihr Gesicht auf den Programmzettel.
In seinem Atelier malt er ihr Bild und fügt
ihm den Körper seines Aktmodells Jacqueline
hinzu. Wochen später findet in Madrid eine
Benefiz-Versteigerung von Gemälden statt. Wohl
wissend, dass es sich bei Kellers Gemälde um
Nicole, die Frau des Gesandtschaftsattachés
Walter, handelt, hat der reiche Gastgeber Philipp
Hernandez das Bild gekauft und zeigt es Walter unter
vier Augen, um ihn zu erpressen.
Zu oft kam ihm Walter bei seinen unsauberen Geschäften
in die Quere. Doch Walter, ehrgeizig und geradlinig,
geht auf die Erpressung nicht ein. Das Bild gelangt
zur Auktion und natürlich kommt es zum Eklat,
die abgebildete junge Frau ist allen Gästen
wohlbekannt. Sie hatten es natürlich schon
immer gewusst, dass die einstige Chansonsängerin,
lebenslustig und unkonventionell, nicht an die Seite
eines Diplomaten passt! Nicole beteuert ihre Unschuld,
und gemeinsam reist das Paar nach Paris, um den
Maler zur Rede zu stellen. Doch mittlerweile weiß
Nicole, dass die Karriere ihres Mannes gefährdet
ist. So verfällt sie in Kellers Atelier auf
eine Notlüge - sie spielt ihrem Mann vor, ein
Verhältnis mit dem Maler gehabt zu haben, damit
sich Walter rasch von ihr trennt. Ihr Plan, obwohl
eher halbherzig begonnen, geht auf.
Walter reicht die Scheidung ein. Nie hätte
Keller gedacht, dass das "Bildnis einer Unbekannten"
derartige Folgen haben könnte. Er schämt
sich und kümmert sich um Nicole. Ohne ihr Wissen
finanziert er ihren Neueinstieg als Sängerin
im Pariser Klub "Miroir", der einem Bekannten
gehört. Er versucht sie aufzuheitern und spürt,
dass er sich Tag für Tag mehr in sie verliebt.
Doch Nicole hängt nach wie vor an ihrem Walter,
bis Keller ihre Traurigkeit nicht mehr ertragen
kann.
Helmut Käutner, einer der ganz großen
Regisseure des deutschen Films, wäre am 25.
März 2008 100 Jahre alt geworden. Mit Ruth
Leuwerik und O. W. Fischer holte Helmut Käutner
zwei Spitzenstars des bundesdeutschen Kinos der
Fünfzigerjahre vor die Kamera.
O. W. Fischer (am 1. April 2010 wäre er 95
Jahre alt geworden), der Schauspieler mit den strahlend
blauen Augen, war der Frauenschwarm der Wirtschaftswunderzeit
und ihr höchstbezahlter Kinostar. Oft mit Ruth
Leuwerik oder Maria Schell an seiner Seite, begeisterte
er sein Millionenpublikum. Am 1. April 1915 bei
Wien als Sohn eines Hofrats geboren, lernte er das
Schauspielern am Reinhardt Seminar. Er spielte Theater
u.a. an den Münchner Kammerspielen und am Wiener
Burgtheater. Der Beginn seiner großen Karriere
war die Titelrolle in "Erzherzog Johanns große
Liebe" (1950). "Er war damals 35 - die
starken Gefühle, die er in den populären
Melodramen der Zeit entwickelte, erwuchsen einem
gesetzten, distinguierten Leinwandcharakter, der
jenseits aller Backfischgefühle zum Leiden
fähig und bereit war" (Cinema Star-Lexikon).
Aber er war auch im Komödienfach mit seinem
Esprit und seiner Nonchalance erfolgreich, z.B.
als Bluntschli in Shaws "Helden" (1959)
und im überaus populären Simmel-Film "Es
muss nicht immer Kaviar sein" (1961). In jener
Zeit drehte er bis zu vier Filme im Jahr und agierte
zweimal in Personalunion als Schauspieler und Regisseur
- bei "Hanussen" (1955) und "Ich
suche dich" (1956). 1956 versuchte er auch
einen Hollywood-Start, doch der scheiterte. Anfang
der 60er-Jahre, mit dem Ende des Kinobooms, zog
sich O. W. Fischer weitgehend aus dem Filmgeschäft
zurück und trat nur noch vereinzelt im Theater
und Fernsehen auf. Er verstarb am 29. Januar 2004
in Lugano.
Käutners lupenreines Melodrama war nicht die
einzige Zusammenarbeit der beiden Publikumslieblinge.
Vorangegangen war die dramatische Liebesgeschichte
"Ein Herz spielt falsch" (1953). 1955
gab Helmut Käutner dem Traumpaar die Rollen
des legendären Bayernkönigs und seiner
großen, aber unerfüllt gebliebenen Liebe
Sissi in seiner Leinwandbiografie "Ludwig II".
Der
viel begabte Helmut Käutner, 1908 in Düsseldorf
geboren, kam über das Kabarett und das Theater
zum Film. Damit wollte er in der Zeit des Nationalsozialismus
politischem Druck ausweichen und sich ins eher
Private flüchten. Es entstanden so beeindruckende
Filme wie "Kleider machen Leute" (1940),
"Romanze in Moll" (1943) und
schließlich "Große Freiheit Nr.
7" (1944) und die meisterhafte Liebesgeschichte
"Unter den Brücken" (1944/45).
Auch nach Kriegsende sorgte Käutner für
die allzu seltenen Highlights der deutschen Kinoszene
- so mit "In jenen Tagen" (1948), "Die
letzte Brücke" (1954), "Des Teufels
General" (1955), "Der Hauptmann von
Köpenick" (1956) und "Das Glas
Wasser" (1960).
In
den 1960er Jahren folgte ein großer Knick
in Käutners Karriere. Er traf den Ton der
Zeit nicht mehr und er konzentrierte seine filmischen
Arbeiten vornehmlich aufs Fernsehen. Zu seinen
bekanntesten Filmen gehörten in den beiden
Jahrzehnten bis zu seinem Tod am 20. April 1980
"Das Haus in Montevideo" (1962) und
"Die Feuerzangenbowle" (1970).
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