Der Rest ist Schweigen

Deutscher Spielfilm von 1959
Regie Helmut Käutner
Drehbuch Helmut Käutner, nach dem Bühnenstück "Hamlet" von William Shakespeare
Musik Bernhard Eichhorn
Kamera Igor Oberberg
Darsteller John H. Claudius - Hardy Krüger
Paul Claudius - Peter van Eyck
Fee von Pohl - Ingrid Andree
Gertrud Claudius - Adelheid Seeck
Sanitätsrat Max von Pohl - Rudolf Forster
Mike R. Krantz - Boy Gobert
Major Horace - Rainer Penkert
Herbert von Pohl - Heinz Drache
Kriminalrat Fortner - Charles Regnier
Stanley Goulden - Richard Allen
und andere

John H. Claudius ist der Sohn des im letzten Kriegsjahr des Zweiten Weltkrieges auf mysteriöse Weise ums Leben gekommenen Rüstungsindustriellen Johannes Claudius. Als John 1959 aus dem amerikanischen Exil ins Ruhrgebiet heimkehrt, findet er in einem Geheimsafe seines Vaters ein Tagebuch, in dem dieser seinen Bruder Paul bezichtigt, ihn ermorden zu wollen und ein Verhältnis mit seiner Frau Gertrud zu haben. Bei einem Abendessen eckt John mit der Bemerkung an, dass Gertrud und Paul es nach dem Tod seines Vaters wohl sehr eilig mit der Heirat hatten. Die Stimmung ist gereizt.

Während John vergeblich nach stichhaltigen Beweisen für den Mord seines Onkels an seinem Vater sucht, verliebt er sich in die labile Fee von Pohl. Um seinen kühlen Onkel aus der Reserve zu locken, inszeniert John mit Hilfe seines Freundes Mike R. Krantz ein Ballettstück, in dem er den möglichen Tathergang auf der Bühne nachstellt. Paul reagiert, indem er bei dem Psychiater Max von Pohl ein fingiertes ärztliches Gutachten in Auftrag gibt, mit dem John in eine geschlossene Anstalt eingewiesen werden soll. In letzter Sekunde durchschaut John die Intrige. Als er seinem Onkel im Beisein der Mutter die Wahrheit ins Gesicht sagt, kommt es zu einem Handgemenge, in dem sich ein Schuss löst ...

Vor dem Hintergrund einer unwirtlich-winterlichen, halbzerstörten Industrielandschaft zeichnet Helmut Käutner in seiner sehr freien "Hamlet"-Adaption "Der Rest ist Schweigen" ein bemerkenswert akkurates Porträt der bundesdeutschen Gesellschaft in den späten 50er Jahren, schwankend zwischen unbewältigter Nazi-Vergangenheit und Wiederaufrüstung, zwischen Ruinen und neuen Fassaden.
   

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