Ludwig II. - Glanz und Ende eines Königs

Deutscher Spielfilm von 1954
Regie Helmut Käutner
Drehbuch Georg Hurdalek, nach einer Erzählung von Kadidja Wedekind, bearbeitet von Peter Berneis
Musik Richard Wagner und Heinrich Sutermeister
Kamera Douglas Slocombe
Darsteller Ludwig II - O. W. Fischer
Kaiserin Elisabeth - Ruth Leuwerik
Prinzessin Sophie - Marianne Koch
Richard Wagner - Paul Bildt
Otto von Bismarck - Friedrich Domin
Graf Holnstein - Rolf Kutschera
Kabinettschef von Pfistermeister - Herbert Hübner
Professor Dr. Gudden - Robert Meyn
Prinz Luitpold von Bayern - Rudolf Fernau
Minister von Lutz - Willy Rösner
u. a.

Das Leben des bayerischen Märchenkönigs Ludwig beginnt im Film mit seinem Ende - dem Leichenzug - und wird dann in der Rückblende erzählt. Er besteigt den bayerischen Thron mit großen Idealen. Doch als er gewahr wird, dass der eigentliche Herrscher Bismarck ist, überlässt er gekränkt die politischen Geschäfte seinen Ministern und widmet sich seinem Wunschtraum, ein Königreich der Musen zu errichten.

Vor allem aber liebt er die Musik. Er holt Richard Wagner nach München und überschüttet ihn, den er für seinen Freund hält, mit Geld. Nach Wagners eigenen Plänen und ohne Rücksicht auf die Kosten wird ein neues Opernhaus errichtet - nur Wagners Werk gewidmet. Die Minister merken sehr bald, dass der Musiker äußerst "großzügig" mit bayerischen Steuergeldern umgeht und immer mehr von Ludwig verlangt. Aber erst als Wagners Verhältnis mit der verheirateten Cosima Bülow zum öffentlichen Skandal wird, zieht der tief enttäuschte König die Konsequenzen und trennt sich von dem Komponisten.

Immer menschenscheuer wird Ludwig. Nur zu seiner ehemaligen Jugendgefährtin, der jetzigen Kaiserin Elisabeth von Österreich, Sissi genannt, hat er Vertrauen. Sie bestärkt ihn in seinem Entschluss, um ihre jüngere Schwester Sophie zu werben. Aber im letzten Moment zieht sich das junge Mädchen, von Ludwigs Menschenscheu und Freudlosigkeit verstört, zurück. Dann verfällt Ludwigs jüngerer Bruder, Prinz Otto, zusehends dem Wahnsinn.
Ludwig flüchtet sich in den Bau seiner Märchenschlösser und verschuldet sich immer mehr. Die Regierungsgeschäfte interessieren ihn nicht. Als auch bei ihm erste Zeichen des Wahns auftauchen, lassen ihn seine Minister entmündigen und auf Schloss Berg am Starnberger See festsetzen. Am 13. Juni 1886 entdeckt man die Leichen des Königs und seines Psychiaters Dr. Gudden im Starnberger See.

1954 inszenierte Helmut Käutner mit seinem Spielfilm "Ludwig II. - Glanz und Ende eines Königs" das Drama um den legendären Bayernkönig und sein tragisches und geheimnisumwittertes Ende. Die hervorragende Kamera und Farbfotografie, eine opulente Ausstattung, vor allem aber seine beiden Hauptdarsteller O. W. Fischer und Ruth Leuwerik machten den Film zum Triumph. Helmut Käutner wurde 1955 in Cannes als bester Regisseur nominiert, er bekam den Deutschen Fernsehpreis 1955 sowie einen "Bambi" 1956 für den "geschäftlich erfolgreichsten Film 1955".
   

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