Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

Spielfilm aus den USA von 1987
Regie Philip Kaufman
Drehbuch Jean-Claude Carrière, Philip Kaufman, nach dem Roman von Milan Kundera
Musik Leos Janácek, Mark Adler und Arthur Herzog
Kamera Sven Nykvist
Darsteller Tomas - Daniel Day-Lewis
Teresa - Juliette Binoche
Sabina - Lena Olin
Franz - Derek de Lint
Botschafter - Erland Josephson
Pavel - Pavel Landovský
Chefarzt - Donald Moffat
Agent des Innenministeriums - Daniel Olbrychski
Ingenieur - Stellan Skarsgård
Jiri - Tomek Bork
und andere

Es ist die Zeit des Prager Frühlings: Der hochbegabte Prager Chirurg Tomas ist ein phantasievoller und zärtlicher Liebhaber, dem keine Frau widerstehen kann. Eines Tages begegnet er in einem Kurort der jungen Kellnerin Teresa. Beide fühlen sich zueinander hingezogen, doch Tomas kehrt nach Prag und zu seiner kapriziösen Geliebten, der Malerin Sabina, zurück, die wie er den Sex liebt, Liebe und Bindungen aber ablehnt. Doch als Teresa Tomas in Prag besucht, ist das der Auftakt zu einer Beziehung, wie sie der eingeschworene Don Juan noch nie erlebt hat. Tomas und Teresa heiraten. Der Prager Frühling verspricht einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz, doch der Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes im August 1968 zerstört alle Träume.

Als Teresa, der Sabina einen Job als Bildreporterin bei einer Illustrierten vermittelt hatte, die ohnmächtigen Proteste der Prager fotografiert, muss sie erleben, dass ihre beschlagnahmten Aufnahmen von den Besatzern zur Identifizierung missliebiger Personen missbraucht werden. Tomas und Teresa folgen Sabina in die Schweiz, das Heimweh aber treibt sie bald zurück. Konfrontiert mit dem alten Unterdrückungsapparat, ziehen sie sich aufs Land zurück.

Die stilistisch eigenwillige Adaption des Milan-Kundera-Romans, von Ingmar Bergmans langjährigem Kameramann Sven Nykvist glänzend gefilmt, verbindet die Dreiecksbeziehung Tomas - Teresa - Sabina virtuos mit dem zeitgeschichtlichen Kontext. Ein Höhepunkt des Films ist die Darstellung der Okkupation aus der Sicht der Betroffenen, wobei dokumentarische und fiktive Sequenzen kunstvoll miteinander verwoben sind. Das Netzwerk erotischer Spannungsfelder hat der Film in betörende Bildpassagen um die schöne Malerin Sabina umgesetzt, als Gegenfigur zu Teresa, die Geborgenheit in der Liebe sucht und über Tomas' Verhalten manchmal zu verzweifeln droht.
   

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