Alexander, eine "Hannöversche Bauerncanaille",
soll von einem Werbeoffizier über die Landesgrenze
nach Preußen verschleppt werden. Doch der,
ganz und gar nicht dumm, nimmt den Leutnant seinerseits
fest. Damit beginnt ein abenteuerlicher Spaß,
der Alexander bis ins Boudoir einer sächsischen
Mätresse, an den Hof von König August
und letztendlich in die Arme eines zauberhaften
Mädchens führt...
Preußen,
1730. Leutnant von Übbenau (Fred Düren)
macht sich auf ins Hannöversche, um Rekruten
zu pressen. Sein König, kriegerisch veranlagt,
braucht mächtig viele Kerls, "die er
in die Pfanne hauen kann". Doch woher nehmen,
ohne zu stehlen? Bald darauf trifft der Werbeleutnant
auf einen Burschen von prächtigem Gardemaß,
wie für des Königs Rock geschaffen,
und es gehen ihm die Augen über vor Freude,
dann aber vor Schmerz, als nicht er die Canaille,
sondern diese ihn festsetzt. Um der Schande zu
entgehen, bleibt dem armen Leutnant lediglich
der Ausweg, sich als der Erzeuger jenes Kuhhirten
- pfui Teufel! - auszugeben. So kommt Alexander
(Manfred Krug) nicht nur zu einem Vater von adligem
Geblüt und einem Beutel voller Dukaten, er
gewinnt auch das Herz von dessen wohlgeratenem
Töchterchen Ulrike (Monika Woytowicz) und
avanciert kurzzeitig zum Günstling August
des Starken (Erik S. Klein).
In
"Mir nach, Canaillen!"ist Manfred Krug
in seiner ersten Rolle als Abenteuerheld zu erleben.
Gemeinsam mit Regisseur Ralf Kirsten, der ihm
mit seinem Film "Auf der Sonnenseite"
1962 zum Durchbruch verholfen hat, schreibt Krug
ein Drehbuch, das maßgeschneidert auf den
Barden Krug ist. Darin brilliert der gewitzte
Kuhhirte Alexander dann auch nicht nur mit Wortwitz
und Mimik, sondern überrascht mit bemerkenswerter
Gewandtheit. Ohne Double zieht Krug fechtend und
schießend, fassadenkletternd und brennende
Heuwagen kutschierend über die Leinwand.
Ein
Kritiker der "Neuen Zeit" schrieb: "Er
ist wirklich ein ebenso tollkühner wie tolldreister
Fürchtenichts, der alle Heldentaten treu
und brav absolviert, die für einen historischen
Filmhelden obligatorisch sind, aber er tut`s mit
einem Augenzwinkern und mit einer wegwerfenden
Handbewegung: halb so wild, liebe Leute, alles
nicht so ernst gemeint. Manfred Krug hat darin
eine ganz moderne Lässigkeit. Mit sympathischer
Jungenhaftigkeit und unbekümmerter Natürlichkeit
machte er Alexander zu einer Figur der überlegenen
plebejischen Lebenskraft". Der Film, der
neben Krug bis in kleinste Rollen mit komödiantischen
Glanzstücken aufwartet, wurde seinerzeit
ein großer DDR-Kinoerfolg.