Mir nach, Canaillen!

Spielfilm aus der DDR von 1964
Regie Ralf Kirsten
Drehbuch Ralf Kirsten und Manfred Krug
Musik André Asriel
Kamera Hans Heinrich
Darsteller Alexander - Manfred Krug
Ulrike von Übbenau - Monika Woytowicz
Leutnant von Übbenau - Fred Düren
Baronin von Übbenau - Carola Braunbock
Großmutter im Hause Übbenau - Helga Göring
von Übbenau, Onkel des Leutnants - Herwart Grosse
Richter - Norbert Christian
Alexanders Mutter - Marianne Wünscher
Gerichtssekretär - Walter Lendrich
Fürstin Denhoff - Marion van de Kamp
und andere

Alexander, eine "Hannöversche Bauerncanaille", soll von einem Werbeoffizier über die Landesgrenze nach Preußen verschleppt werden. Doch der, ganz und gar nicht dumm, nimmt den Leutnant seinerseits fest. Damit beginnt ein abenteuerlicher Spaß, der Alexander bis ins Boudoir einer sächsischen Mätresse, an den Hof von König August und letztendlich in die Arme eines zauberhaften Mädchens führt...

Preußen, 1730. Leutnant von Übbenau (Fred Düren) macht sich auf ins Hannöversche, um Rekruten zu pressen. Sein König, kriegerisch veranlagt, braucht mächtig viele Kerls, "die er in die Pfanne hauen kann". Doch woher nehmen, ohne zu stehlen? Bald darauf trifft der Werbeleutnant auf einen Burschen von prächtigem Gardemaß, wie für des Königs Rock geschaffen, und es gehen ihm die Augen über vor Freude, dann aber vor Schmerz, als nicht er die Canaille, sondern diese ihn festsetzt. Um der Schande zu entgehen, bleibt dem armen Leutnant lediglich der Ausweg, sich als der Erzeuger jenes Kuhhirten - pfui Teufel! - auszugeben. So kommt Alexander (Manfred Krug) nicht nur zu einem Vater von adligem Geblüt und einem Beutel voller Dukaten, er gewinnt auch das Herz von dessen wohlgeratenem Töchterchen Ulrike (Monika Woytowicz) und avanciert kurzzeitig zum Günstling August des Starken (Erik S. Klein).

In "Mir nach, Canaillen!"ist Manfred Krug in seiner ersten Rolle als Abenteuerheld zu erleben. Gemeinsam mit Regisseur Ralf Kirsten, der ihm mit seinem Film "Auf der Sonnenseite" 1962 zum Durchbruch verholfen hat, schreibt Krug ein Drehbuch, das maßgeschneidert auf den Barden Krug ist. Darin brilliert der gewitzte Kuhhirte Alexander dann auch nicht nur mit Wortwitz und Mimik, sondern überrascht mit bemerkenswerter Gewandtheit. Ohne Double zieht Krug fechtend und schießend, fassadenkletternd und brennende Heuwagen kutschierend über die Leinwand.

Ein Kritiker der "Neuen Zeit" schrieb: "Er ist wirklich ein ebenso tollkühner wie tolldreister Fürchtenichts, der alle Heldentaten treu und brav absolviert, die für einen historischen Filmhelden obligatorisch sind, aber er tut`s mit einem Augenzwinkern und mit einer wegwerfenden Handbewegung: halb so wild, liebe Leute, alles nicht so ernst gemeint. Manfred Krug hat darin eine ganz moderne Lässigkeit. Mit sympathischer Jungenhaftigkeit und unbekümmerter Natürlichkeit machte er Alexander zu einer Figur der überlegenen plebejischen Lebenskraft". Der Film, der neben Krug bis in kleinste Rollen mit komödiantischen Glanzstücken aufwartet, wurde seinerzeit ein großer DDR-Kinoerfolg.

   

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