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Russland 1916. Das Land ist im 3. Kriegsjahr zerrüttet,
die Arbeiter streiken, Zar Nikolaus II. klammert
sich ohnmächtig gegenüber den Ereignissen
an den religiösen "Wundertäter"
Grigori Rasputin, die zwielichtige Gestalt eines
sibirischen Mönchs. Sein Einfluss ist so groß,
dass er schließlich das Land regiert.
Über Rasputin gab es unzählige Publikationen
und Verfilmungen. Elem Klimows Film distanziert
sich von dem meist kolportierten Bild des Teufels
in Menschengestalt. Ihm ging es um die Komplexität
einer widerspruchsvollen, komplizierten Persönlichkeit,
die zum Sinnbild der Endzeit des Zarenreichs wurde.
Der Film, in Cinemascope gedreht, zählt zu
den aufwendigsten Produktionen Klimows und ist zugleich
eine der authentischsten Verfilmungen über
Rasputins Leben. Parallel und kontrastierend zu
Szenen aus dem Inneren der zerfallenden Macht sind
Dokumentarbilder vom Krieg und vom Elend des Volkes
einmontiert. Ein intensives Gesellschaftsporträt
mit aussagestarken Bildern in der Tradition der
großen russischen historischen Filme. Klimow,
einer der führenden Regisseure in der Sowjetunion,
hatte ständig Probleme mit der Zensurbehörde.
Viele seiner Werke (u.a. "Abschied von Matjora")
waren lange verboten.
Auch "Agonie" kam erst nach zehnjährigem
Verbot in die Moskauer Kinos, nachdem der Regisseur
im Mai 1986 zum Vorsitzenden des Verbandes der sowjetischen
Filmschaffenden gewählt worden war.
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