Agonie

Sowjetischer Spielfilm von 1974/81
Regie Elem Klimow
Drehbuch Semjon Lungin und Ilja Nussinow
Musik Alfred Schnittke
Kamera Leonid Kalaschnikow
Darsteller Grigori Jefimowitsch Rasputin - Alexej Petrenko
Zar Nikolaus II. - Anatoli Romaschin
Zarin Alexandra Fjodorowna - Velta Line
Wyrubowa - Alica Freundlich
Jussupow - Alexander Romanzow
Dimitri Pawlowitsch - Sergej Mutschenikow
Purischkewitsch - Juri Katin-Jarzew
Lasawert - Boris Iwanow
Suchotin - Alexander Pawlow
Manasewitsch-Manuilow - Leonid Bronewoi
und andere

Russland 1916. Das Land ist im 3. Kriegsjahr zerrüttet, die Arbeiter streiken, Zar Nikolaus II. klammert sich ohnmächtig gegenüber den Ereignissen an den religiösen "Wundertäter" Grigori Rasputin, die zwielichtige Gestalt eines sibirischen Mönchs. Sein Einfluss ist so groß, dass er schließlich das Land regiert.

Über Rasputin gab es unzählige Publikationen und Verfilmungen. Elem Klimows Film distanziert sich von dem meist kolportierten Bild des Teufels in Menschengestalt. Ihm ging es um die Komplexität einer widerspruchsvollen, komplizierten Persönlichkeit, die zum Sinnbild der Endzeit des Zarenreichs wurde.

Der Film, in Cinemascope gedreht, zählt zu den aufwendigsten Produktionen Klimows und ist zugleich eine der authentischsten Verfilmungen über Rasputins Leben. Parallel und kontrastierend zu Szenen aus dem Inneren der zerfallenden Macht sind Dokumentarbilder vom Krieg und vom Elend des Volkes einmontiert. Ein intensives Gesellschaftsporträt mit aussagestarken Bildern in der Tradition der großen russischen historischen Filme. Klimow, einer der führenden Regisseure in der Sowjetunion, hatte ständig Probleme mit der Zensurbehörde. Viele seiner Werke (u.a. "Abschied von Matjora") waren lange verboten.

Auch "Agonie" kam erst nach zehnjährigem Verbot in die Moskauer Kinos, nachdem der Regisseur im Mai 1986 zum Vorsitzenden des Verbandes der sowjetischen Filmschaffenden gewählt worden war.
   

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