|
Die jungen Bauarbeiter Bassi und Edwin sind die
ständig verschlafenden schwarzen Schafe ihrer
Brigade. Die Brigade wiederum vernachlässigt
ihre Paten-Hausgemeinschaft. Und wie der Zufall
es will, begegnen Bassi und Edwin zwei netten Mädchen:
Thea und Susi, die in eben dieser Hausgemeinschaft
leben. Als die beiden Jungen den Mädchen ihre
Aufwartung machen wollen, geraten sie in eine turbulente
Hausversammlung.
Der Vorsitzende Wedel ist mit untauglichen Methoden
dabei, die inaktiven Kleinbürger aufzurütteln
und erwartet zur Unterstützung einen Funktionär.
Bassi und Edwin übernehmen spaßeshalber
dessen Funktion und geraten unversehens in die Pflicht.
Sie hatten nicht gewusst, dass es sich um "ihre"
Hausgemeinschaft handelt. So wandelt sich das Liebesabenteuer
nicht nur privat in eine ernste Angelegenheit.
Ein munterer, nicht gerade tiefschürfender
Gegenwartsschwank der DEFA aus dem Jahre 1959, der
sich aber seinen besonderen Reiz durch sein populäres
Darstellerensemble bewahrt hat. Rolf Herricht als
Edwin - einer der beiden "Musterknaben"
- gab hier sein Filmdebüt, damals 31 Jahre
alt. Regisseur Johannes Knittel hatte sich nach
unzähligen Probeaufnahmen für den Neuling
vor der Filmkamera entschieden.
"Der Spaßmacher der leisen Töne,
der Humorist der Sonderklasse", wie ihn der
Autor Lothar Kusche später loben wird, ist
zu diesem Zeitpunkt am Theater seiner Heimatstadt
Magdeburg engagiert. Dort beginnt auch seine Bekanntschaft
mit Hans-Joachim Preil, der als Oberspielleiter
beschäftigt ist. Daraus erwächst eine
langjährige Arbeitsbeziehung, die beiden erobern
sich als Duo die Herzen der Fernsehzuschauer der
DDR. Im Film kann Rolf Herricht seinen ersten größeren
Erfolg an der Seite von Manfred Krug in "Auf
der Sonnenseite" (1962) feiern.
Sein komisches Potenzial kann er dann endlich 1964
in "Geliebte weiße Maus" in der
Regie von Gottfried Kolditz ausleben, erstmals ist
die Rolle ganz auf die liebenswerte Tollpatschigkeit
des Komikers zugeschnitten. 1964 ist auch das Jahr
seines Engagements am Metropol-Theater in Berlin,
dem er bis zu seinem Tod angehört. Von nun
an geht es mit seiner Karriere gleichzeitig im Film,
im Theater und im Fernsehen voran. An seine Beliebtheit
beim DDR-Publikum reichte kein anderer Schauspieler
heran.
Die Darstellerin der Thea, Brigitte Krause (ihr
80. Geburtstag wäre am 9. März 2009 gewesen),
hatte hingegen mit DEFA-Filmen wie ihrem Debüt
"Die Buntkarierten" (1949), "Rotation"
(1949) und "Sonnensucher" (1958) bereits
beachtliche Erfolge aufzuweisen.
Ihr schauspielerisches Rüstzeug bekam die 1929
in Berlin Geborene im Nachwuchsstudio der DEFA von
1948 bis 1950. Anfangs spielte sie hauptsächlich
junge Mädchen voller Natürlichkeit und
Einfachheit, später sind patente Frauen ihre
Domäne. Ein Kritiker beschrieb sie 1984 so:
"Brigitte Krause - jung, frisch und munter
- in Richtung Herz mit Schnauze; lieb, lakonisch,
frech, auch kratzbürstig". Letzteres konnte
sie gut in der größten und längsten
Rolle ihres Lebens zur Perfektion bringen - als
Kabarettistin der berühmten Berliner "Distel",
der sie mehr als 20 Jahre angehörte. Ihr privates
Glück fand sie übrigens während der
Dreharbeiten zu "Musterknaben", Gerd Biewer
alias Benno und sie wurden ein Paar fürs Leben.
Den Hausvertrauensmann Arthur Wedel spielt Erwin
Geschonneck, damals 43 Jahre alt. Er, der als einer
der erfolgreichsten und profiliertesten Schauspieler
der DDR gilt, starb am 12. März 2008. Auch
an ihn will das MDR FERNSEHEN erinnern. Geschonneck
war Theaterschüler von Bertolt Brecht und spielte
in mehr als 100 Kino- und Fernsehfilmen mit. In
der DDR wurde er vor allem durch seine Rollen in
den Antikriegsdramen "Nackt unter Wölfen"
(1963) und "Jakob der Lügner" (1974)
bekannt. Als Holländer-Michel im Märchenfilm
"Das kalte Herz" (1950) erschreckt er
bis heute Generationen von Kindern. Ein großer
Publikumserfolg war auch der Streifen "Karbid
und Sauerampfer" (1963) mit Geschonneck in
der Hauptrolle. Das letzte Mal vor der Kamera stand
er 1995 in dem Kinofilm "Matulla und Busch"
unter der Regie seines Sohnes Matti.
|