Apachen

Spielfilm aus der DDR von 1973
Regie Gottfried Kolditz
Drehbuch Gottfried Kolditz und Gojko Mitic
Musik Hans-Dieter Hosalla
Kamera Helmut Bergmann
Darsteller Ulzana - Gojko Mitic
Johnson - Milan Beli
Nana - Colea Rautu
Ramon - Leon Niemczyk
Lagerverwalter - Gerry Wolff
Captain Burton - Rolf Hoppe
Theresa - Elsa Grube-Deister
Miguel - Fred Ludwig
Der Kleine - Fred Delmare
Gleason - Hartmut Beer
Goldgräber - Horst Kube
und andere

Mexiko im Jahr 1840. In der Umgebung von Santa Rita, nicht weit von der amerikanischen Grenze entfernt, leben Mexikaner und Apachen friedlich miteinander. Als Lohn dafür, dass er die auf dem Gebiet der Mimbreno-Apachen gelegenen Kupfervorkommen ausbeuten darf, versorgt der mexikanische Minenbesitzer Ramon die Indianer mit Nahrungsmitteln und gibt einmal im Jahr ein rauschendes Fest für sie. Als amerikanische Gesellschaften in dieser Grenzregion riesige Silbervorkommen entdecken, ist es mit dem Frieden zwischen Rot und Weiß bald vorbei.

Die feindselige Spannung, die sich zwischen der US- und der mexikanischen Regierung aufbaut, droht zum Krieg zu führen. Die politisch brisante Lage macht sich eine Horde skrupelloser weißer Skalpjäger zunutze. Sie nehmen den mexikanischen Minenbesitzer in Hausarrest, das Jahresfest aber findet wie gewohnt statt. Alles scheint seinen normalen Weg zu gehen, doch auf dem Höhepunkt der Festlichkeiten veranstalten die Amerikaner ein furchtbares Massaker unter den unbewaffneten und wehrlosen Mimbrenos, dem nur der junge Häuptling Ulzana und einige seiner Getreuen entkommen.

Die Skalpjäger machen sich aus dem Staub, doch Ulzana und die Seinen verfolgen sie gnadenlos. Der Anführer und Geologe Johnson gerät tatsächlich in die Hände der Mimbrenos, doch im letzten Moment kann ihn ein Militärkommando unter Leitung des Offiziers Burton befreien. Ulzana aber gibt nicht auf, bis er seine Rache vollenden kann, wie es ein altes Indianergesetz vorschreibt.

Dieser spannende und optisch opulente Western entstand als achter Indianerfilm der DEFA. Wie so oft bei DEFA-Western beruht die Geschichte auf historischem Material, hier u.a. auf überlieferten Aufzeichnungen weißer Siedler in Tucson (Arizona). Gedreht wurde u.a. in Rumänien und Usbekistan. Die Hauptrolle spielt natürlich Gojko Mitic, der "DEFA-Chefindianer", der auch gemeinsam mit Regisseur Gottfried Kolditz das Drehbuch geschrieben hat.

Zum Film kommt der in Serbien geborene Sohn eines Landwirts während seines Sportstudiums in Belgrad. Anfang der 60er-Jahre werden in Jugoslawien einige internationale Koproduktionen gedreht und der gut aussehende, sportliche junge Mann wird als Double und Stuntman angeheuert. In der Horst-Wendlandt-Produktion "Unter Geiern" erhält er 1963 erstmals eine Episodenrolle.

Gleichzeitig bereitet die DEFA ihren ersten Indianerfilm vor. Die Wahl für die Hauptrolle in "Die Söhne der großen Bärin" fällt auf Gojko Mitic - und bis 1975 dreht er jährlich einen Indianerfilm und erringt damit beim DDR-Publikum einmalige Popularität: "Die Gerechtigkeit, die er verkörpert, die Wahrheitsliebe und Furchtlosigkeit - gepaart mit romantischem Abenteuer - machen ihn zu einem erstrebenswerten Freund, den man sonst nur aus Märchenbüchern kennt." (Margit Voß) Doch Gojko Mitic begnügt sich nicht mit diesem Rollen-Klischee des "DEFA-Chefindianers". So tritt er u.a. im Science-Fiction-Film "Signale - Ein Weltraumabenteuer" auf, spielt in TV-Serien, moderiert im Fernsehen, arbeitet für Kinder und wird zum Star des Harzer Bergtheaters.

Nach der Wende ergeht es ihm wie vielen DDR-Schauspielern, es sind zunächst nur kleine Rollen, die ihm angeboten werden. Doch von 1992 bis 2006 spielt er bei den Karl-May-Festspielen Bad Segeberg den Winnetou in Nachfolge von Pierre Brice und erobert sich sein Publikum zurück. Weitere Filmrollen folgen, u.a. als Roberto Fiorani in der ARD-Vorabendserie "Verbotene Liebe".

Gerry Wolff spielte in sechs Indianerfilmen mit, als Stammbesetzung in Saloon oder Prärie. Dank seines Onkels, der das jüdische Kind 1935 nach England schickte, überlebte Gerry Wolff den Holocaust. In einem englischen Lager spielte er Amateur-Theater und machte nach seiner Rückkehr nach Deutschland 1947 die Schauspielerei zu seinem Beruf.

Nach Engagements am Theater am Schiffbauerdamm und der Volksbühne wurde er 1961 Mitglied im Schauspielerensemble der DEFA, dem er bis zu dessen Auflösung angehörte. Er war der Meister der prägnanten Nebenrollen, so als Ruhrkumpel Bochow in Frank Beyers "Nackt unter Wölfen", in TV-Serien wie "Familie Rechlin" (1982) und "Spuk im Hochhaus" (1983) avancierte er zum Volksschauspieler. Darüber hinaus machte er sich als Chansonsänger einen Namen, tourte mit literarisch-musikalischen Programmen durchs Land, trat als Moderator in Rundfunk und Fernsehen auf und arbeitete als Synchronsprecher. Auch nach der Wende blieb er ein gefragter Nebendarsteller bei Film und Fernsehen. Gerry Wolff starb im Alter von 84 Jahren 2005.
   

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