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Mexiko im Jahr 1840. In der Umgebung von Santa Rita,
nicht weit von der amerikanischen Grenze entfernt,
leben Mexikaner und Apachen friedlich miteinander.
Als Lohn dafür, dass er die auf dem Gebiet
der Mimbreno-Apachen gelegenen Kupfervorkommen ausbeuten
darf, versorgt der mexikanische Minenbesitzer Ramon
die Indianer mit Nahrungsmitteln und gibt einmal
im Jahr ein rauschendes Fest für sie. Als amerikanische
Gesellschaften in dieser Grenzregion riesige Silbervorkommen
entdecken, ist es mit dem Frieden zwischen Rot und
Weiß bald vorbei.
Die feindselige Spannung, die sich zwischen der
US- und der mexikanischen Regierung aufbaut, droht
zum Krieg zu führen. Die politisch brisante
Lage macht sich eine Horde skrupelloser weißer
Skalpjäger zunutze. Sie nehmen den mexikanischen
Minenbesitzer in Hausarrest, das Jahresfest aber
findet wie gewohnt statt. Alles scheint seinen normalen
Weg zu gehen, doch auf dem Höhepunkt der Festlichkeiten
veranstalten die Amerikaner ein furchtbares Massaker
unter den unbewaffneten und wehrlosen Mimbrenos,
dem nur der junge Häuptling Ulzana und einige
seiner Getreuen entkommen.
Die Skalpjäger machen sich aus dem Staub, doch
Ulzana und die Seinen verfolgen sie gnadenlos. Der
Anführer und Geologe Johnson gerät tatsächlich
in die Hände der Mimbrenos, doch im letzten
Moment kann ihn ein Militärkommando unter Leitung
des Offiziers Burton befreien. Ulzana aber gibt
nicht auf, bis er seine Rache vollenden kann, wie
es ein altes Indianergesetz vorschreibt.
Dieser spannende und optisch opulente Western entstand
als achter Indianerfilm der DEFA. Wie so oft bei
DEFA-Western beruht die Geschichte auf historischem
Material, hier u.a. auf überlieferten Aufzeichnungen
weißer Siedler in Tucson (Arizona). Gedreht
wurde u.a. in Rumänien und Usbekistan. Die
Hauptrolle spielt natürlich Gojko Mitic, der
"DEFA-Chefindianer", der auch gemeinsam
mit Regisseur Gottfried Kolditz das Drehbuch geschrieben
hat.
Zum Film kommt der in Serbien geborene Sohn eines
Landwirts während seines Sportstudiums in Belgrad.
Anfang der 60er-Jahre werden in Jugoslawien einige
internationale Koproduktionen gedreht und der gut
aussehende, sportliche junge Mann wird als Double
und Stuntman angeheuert. In der Horst-Wendlandt-Produktion
"Unter Geiern" erhält er 1963 erstmals
eine Episodenrolle.
Gleichzeitig bereitet die DEFA ihren ersten Indianerfilm
vor. Die Wahl für die Hauptrolle in "Die
Söhne der großen Bärin" fällt
auf Gojko Mitic - und bis 1975 dreht er jährlich
einen Indianerfilm und erringt damit beim DDR-Publikum
einmalige Popularität: "Die Gerechtigkeit,
die er verkörpert, die Wahrheitsliebe und Furchtlosigkeit
- gepaart mit romantischem Abenteuer - machen ihn
zu einem erstrebenswerten Freund, den man sonst
nur aus Märchenbüchern kennt." (Margit
Voß) Doch Gojko Mitic begnügt sich nicht
mit diesem Rollen-Klischee des "DEFA-Chefindianers".
So tritt er u.a. im Science-Fiction-Film "Signale
- Ein Weltraumabenteuer" auf, spielt in TV-Serien,
moderiert im Fernsehen, arbeitet für Kinder
und wird zum Star des Harzer Bergtheaters.
Nach der Wende ergeht es ihm wie vielen DDR-Schauspielern,
es sind zunächst nur kleine Rollen, die ihm
angeboten werden. Doch von 1992 bis 2006 spielt
er bei den Karl-May-Festspielen Bad Segeberg den
Winnetou in Nachfolge von Pierre Brice und erobert
sich sein Publikum zurück. Weitere Filmrollen
folgen, u.a. als Roberto Fiorani in der ARD-Vorabendserie
"Verbotene Liebe".
Gerry Wolff spielte in sechs Indianerfilmen mit,
als Stammbesetzung in Saloon oder Prärie. Dank
seines Onkels, der das jüdische Kind 1935 nach
England schickte, überlebte Gerry Wolff den
Holocaust. In einem englischen Lager spielte er
Amateur-Theater und machte nach seiner Rückkehr
nach Deutschland 1947 die Schauspielerei zu seinem
Beruf.
Nach Engagements am Theater am Schiffbauerdamm und
der Volksbühne wurde er 1961 Mitglied im Schauspielerensemble
der DEFA, dem er bis zu dessen Auflösung angehörte.
Er war der Meister der prägnanten Nebenrollen,
so als Ruhrkumpel Bochow in Frank Beyers "Nackt
unter Wölfen", in TV-Serien wie "Familie
Rechlin" (1982) und "Spuk im Hochhaus"
(1983) avancierte er zum Volksschauspieler. Darüber
hinaus machte er sich als Chansonsänger einen
Namen, tourte mit literarisch-musikalischen Programmen
durchs Land, trat als Moderator in Rundfunk und
Fernsehen auf und arbeitete als Synchronsprecher.
Auch nach der Wende blieb er ein gefragter Nebendarsteller
bei Film und Fernsehen. Gerry Wolff starb im Alter
von 84 Jahren 2005.
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