Geliebte weiße Maus

Spielfilm aus der DDR von 1964
Regie Gottfried Kolditz
Drehbuch Maurycy Janowski und Gottfried Kolditz
Musik Conny Odd
Kamera Günter Haubold
Darsteller Fritz Bachmann - Rolf Herricht
Helene Bräuer - Karin Schröder
Frau Messmer - Marianne Wünscher
Herr Simmel - Gerd Ehlers
Hauptmann Gabler - Jochen Thomas
Mutter Hirsch - Mathilde Danegger
und andere

Polizeiwachtmeister Bachmann steht auf dem Dresdner Körnerplatz und dirigiert den Verkehr. Als "weiße Maus" ist er ein Meister seines Faches - bis ihm zwei Damen im wahrsten Sinne des Wortes in die Quere kommen. Da ist die motorrollernde blonde Helene, die allmorgendlich seine Kreuzung passiert und da ist Frau Messmer, die mit ihrem Pudel dem ungetreuen, Wartburg fahrenden Ehemann auflauert. Als Bachmann Frau Messmer einen gebührenpflichtigen Denkzettel verpasst, der hübschen Helene aber - nicht ganz uneigennützig - lediglich eine Vorladung zur Verkehrserziehung überreicht, wittert die Dame Messmer himmelschreiende Ungerechtigkeit. Nun will sie ihrerseits der "weißen Maus" einen Denkzettel verpassen, zumal es zwischen Bachmann und Helene schon gefunkt hat. Und wer kann schon in Liebe leben, wenn's der bösen Nachbarin missfällt?

Rolf Herricht war ein Spaßmaßer der leisen Töne - auch deshalb liebte und liebt ihn sein Publikum bis heute. "... im Grunde ist es wunderschön, die Menschen zum Lachen zu bringen", sagte Herricht einmal. "Die Menschen werden schöner, wenn sie lachen. Die Augen bekommen einen ganz anderen Glanz, wenn sie sich freuen". Das Lachen seiner Zuschauer begleitete ihn vom ersten Moment auf der Bühne, wenn auch anfangs nicht unbedingt gewollt. Es begann auf der heimatlichen Magdeburger Theaterbühne mit einer "tragenden" Rolle, als Rolf Herricht - ersatzweise - mit Tablett und drei Sätzen auf die Bühne musste, setzte sich fort bei der Eignungsprüfung, als er Schillers Monolog aus der "Jungfrau von Orleans" vorzutragen hatte. Was also konnte er Besseres tun, als dieses Lachen anzunehmen, sich dem Heiteren zu verschreiben und das mit Leib und Seele? Und natürlich von der Pike auf: Er spielte in Magdeburg, Salzwedel, Stendal, Staßfurt, Güstrow, Frankfurt (Oder) und schließlich wieder in Magdeburg Theater. Dort wurde er 1959 von der DEFA für den Spielfilm "Musterknaben" entdeckt. Zu jener Zeit hatte sich auch das Komiker-Duo Hans-Joachim Preil/Rolf Herricht gefunden. Den ersten gemeinsamen Auftritten folgte prompt der erste Ruhm. Ob im Leipziger "Haus der heiteren Muse" oder im Halleschen Steintor, überall erwarteten das ungleiche Paar brechend volle Säle und tobende Menschenmassen: bauernschlauer Einfaltspinsel bringt mit entwaffnender Naivität Herrn Oberlehrer Preil auf die Palme. In den Sechzigern avancierten die beiden zu den Superstars unter den volkseigenen Spaßmachern: Preil schrieb über 120 Sketche, die die Unterhaltungssendungen des DDR-Fernsehens zu Straßenfegern machten, Rolf Herricht drehte DEFA-Komödien wie "Geliebte weiße Maus" (1964), "Der Reserveheld" (1964) und "Meine Freundin Sybille" (1967), die allesamt zu Kassenschlagern wurden. Mit weiteren Filmen wie "Der Mann, der nach der Oma kam" (1971) und "Der Baulöwe" (1980) konnte Herricht an seine Erfolge anknüpfen. Neben Film- und Fernseharbeit aber gehörte Herrichts große Liebe dem Theater: 16 Jahre lang, bis zu seinem plötzlichen Tod 1981, gehörte er dem Ensemble des Berliner Metropoltheaters an.
   

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