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Polizeiwachtmeister Bachmann steht auf dem Dresdner
Körnerplatz und dirigiert den Verkehr. Als
"weiße Maus" ist er ein Meister
seines Faches - bis ihm zwei Damen im wahrsten Sinne
des Wortes in die Quere kommen. Da ist die motorrollernde
blonde Helene, die allmorgendlich seine Kreuzung
passiert und da ist Frau Messmer, die mit ihrem
Pudel dem ungetreuen, Wartburg fahrenden Ehemann
auflauert. Als Bachmann Frau Messmer einen gebührenpflichtigen
Denkzettel verpasst, der hübschen Helene aber
- nicht ganz uneigennützig - lediglich eine
Vorladung zur Verkehrserziehung überreicht,
wittert die Dame Messmer himmelschreiende Ungerechtigkeit.
Nun will sie ihrerseits der "weißen Maus"
einen Denkzettel verpassen, zumal es zwischen Bachmann
und Helene schon gefunkt hat. Und wer kann schon
in Liebe leben, wenn's der bösen Nachbarin
missfällt?
Rolf Herricht war ein Spaßmaßer der
leisen Töne - auch deshalb liebte und liebt
ihn sein Publikum bis heute. "... im Grunde
ist es wunderschön, die Menschen zum Lachen
zu bringen", sagte Herricht einmal. "Die
Menschen werden schöner, wenn sie lachen. Die
Augen bekommen einen ganz anderen Glanz, wenn sie
sich freuen". Das Lachen seiner Zuschauer begleitete
ihn vom ersten Moment auf der Bühne, wenn auch
anfangs nicht unbedingt gewollt. Es begann auf der
heimatlichen Magdeburger Theaterbühne mit einer
"tragenden" Rolle, als Rolf Herricht -
ersatzweise - mit Tablett und drei Sätzen auf
die Bühne musste, setzte sich fort bei der
Eignungsprüfung, als er Schillers Monolog aus
der "Jungfrau von Orleans" vorzutragen
hatte. Was also konnte er Besseres tun, als dieses
Lachen anzunehmen, sich dem Heiteren zu verschreiben
und das mit Leib und Seele? Und natürlich von
der Pike auf: Er spielte in Magdeburg, Salzwedel,
Stendal, Staßfurt, Güstrow, Frankfurt
(Oder) und schließlich wieder in Magdeburg
Theater. Dort wurde er 1959 von der DEFA für
den Spielfilm "Musterknaben" entdeckt.
Zu jener Zeit hatte sich auch das Komiker-Duo Hans-Joachim
Preil/Rolf Herricht gefunden. Den ersten gemeinsamen
Auftritten folgte prompt der erste Ruhm. Ob im Leipziger
"Haus der heiteren Muse" oder im Halleschen
Steintor, überall erwarteten das ungleiche
Paar brechend volle Säle und tobende Menschenmassen:
bauernschlauer Einfaltspinsel bringt mit entwaffnender
Naivität Herrn Oberlehrer Preil auf die Palme.
In den Sechzigern avancierten die beiden zu den
Superstars unter den volkseigenen Spaßmachern:
Preil schrieb über 120 Sketche, die die Unterhaltungssendungen
des DDR-Fernsehens zu Straßenfegern machten,
Rolf Herricht drehte DEFA-Komödien wie "Geliebte
weiße Maus" (1964), "Der Reserveheld"
(1964) und "Meine Freundin Sybille" (1967),
die allesamt zu Kassenschlagern wurden. Mit weiteren
Filmen wie "Der Mann, der nach der Oma kam"
(1971) und "Der Baulöwe" (1980) konnte
Herricht an seine Erfolge anknüpfen. Neben
Film- und Fernseharbeit aber gehörte Herrichts
große Liebe dem Theater: 16 Jahre lang, bis
zu seinem plötzlichen Tod 1981, gehörte
er dem Ensemble des Berliner Metropoltheaters an.
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