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Es ist früh am Morgen, als sich die Leipziger
Hauptkommissare Ehrlicher und Kain eine Leiche am
Ufer des Kanals ansehen müssen. Der Tote ist
Eddie Löser, ein bekannter Stadtstreicher.
Gefunden wurde er vom Polizeiobermeister Frank Lohner
auf dessen täglicher Joggingtour. Er vermutet,
dass Eddie ertrunken ist. Doch Kain kennt den Toten.
Es ist sein ehemaliger Schulfreund ... Und Kain
weiß, dass Eddie Sport jeder Art hasste, er
wäre nie freiwillig schwimmen gegangen. Für
den Kommissar ist klar: Das war Mord. Die blauen
Flecken an Eddies Körper lassen in der Tat
auf Gewaltanwendung schließen. Aber warum
hat Eddie seine Kleidung am Ufer abgelegt? Sind
vielleicht die 1,1 Promille, die der Pathologe im
Blut ausmacht, ein Hinweis für eine alkoholisierte
Verzweiflungstat, die zum Selbstmord führte?
Die Befragung der Ermittler von Eddies Noch-Ehefrau
Theresa offenbart Eddies privates Drama. Die Eheleute
haben sich vor zwei Jahren getrennt. Theresa hat
die Scheidung eingereicht und lebt nun mit der gemeinsamen
Tochter Clara und ihrem neuen Freund zusammen -
es ist Frank Lohner.
Die Kommissare gehen noch einmal Eddies Weg am Abend
zuvor ab - von Theresas Wohnung, wo er seine Tochter
an ihrem Geburtstag besuchen wollte, bis zum Kanal.
Der Wirt im Restaurant, das in Sichtweite des Gewässers
liegt, gibt mürrisch zu, dass Eddie am Tag
zuvor im Lokal war. Seine Kellnerin berichtet, ihr
Chef habe jemanden angerufen, weil Eddie die Gäste
belästigt habe. Die Polizei habe er verständigt,
sagt der Wirt. Jemand anderes wurde angerufen -
sagt Spurensicherer Walter, nachdem er die abgehenden
Gespräche des Restaurants überprüft
hat. Die angerufene Nummer gehört zum Handy
des Apothekers Mühlberg. Er bestätigt
das Telefonat. Der Wirt habe ihm die Reservierung
eines Tisches zusagen wollen ...
Als der Besitzer eines Grillimbisses Ehrlicher und
Kain zwei halbe Hähnchen auf Kosten des Hauses
mit der Bemerkung "Sie sind doch von der Polizei?"
serviert , werden sie stutzig. Der Bezirk gehört
zum Revier von Frank Lohner. Seit dessen Eintreffen
in Leipzig vor zwei Jahren gibt es in diesem Stadtteil
keinen Vandalismus mehr, keinen Drogenhandel und
auch keine Stadtstreicher. Lohner scheint mit harter
Hand durchzugreifen - und gerät immer mehr
ins Visier der Kommissare.
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