Der zweite Frühling

Deutscher Spielfilm von 2003
Regie Gabi Kubach
Drehbuch Axel Hildebrand
Musik Rainer Oleak
Kamera Thomas Etzold
Darsteller Hanne Jahnke - Nadja Tiller
Barbara Jarcik - Ursula Karusseit
Georg Prokop - Michael Degen
Edzard Meiering - Jürgen Hentsch
Janine Holler - Susanne Schäfer
Simon Jahnke - Claudio Maniscalco
Oberschwester Inge - Eva Maria Bayerwaltes
Friedrich - Willy Schultes
Heinz - Carl Heinz Choynski
u. a.

Wehe, wenn sie losgelassen werden! Hanne und Barbara, Freundinnen im besten Alter, begeben sich zur Kur nach Bad Elster, wo sie es so richtig krachen lassen - sehr zum Verdruss der strengen Oberschwester, sehr zur Freude von Unternehmer Edzard und Weltenbummler Georg. Doch der Weg zum zweiten Frühling ist nicht ohne Dornen: Hanne und Barbara schwindeln ihre neuen Verehrer an, um ihre Chancen beim anderen Geschlecht zu sichern. Leider haben diese Lügen "kurze Beine" und das neue Liebesglück hat so mehr als eine Bewährungsprobe zu bestehen ...

Hanne und Barbara sind seit ihrer Jugend allerbeste Freundinnen. Dabei haben sich ihre Leben sehr unterschiedlich entwickelt: Während die reiche Versandhausbesitzerin Hanne in einer großen Villa in Erfurt residiert, lebt Barbara recht bescheiden von ihrer spartanischen Witwenrente. Spontan beschließen die beiden, ihre Jugend wieder aufleben zu lassen und zwar in Bad Elster, einem beschaulichen Kurort. Dort waren sie bereits einmal im zarten Alter von 17 Jahren und erlebten damals ihre ersten Abenteuer mit dem anderen Geschlecht. Genau dieses soll sich jetzt wiederholen. Die Kurleitung ist von der Lebenslust der beiden so gar nicht begeistert, allen voran die strenge Oberschwester Inge. Auf wesentlich mehr Verständnis stoßen die liebeshungrigen Freundinnen bei dem erfolgreichen Unternehmer Edzard und dem charmanten Weltenbummler Georg. Um bei den Herren optimal zu landen, tauschen Hanne und Barbara einfach ihre Rollen: Die schüchterne Witwe mimt die reiche Lebedame, um bei dem vermögenden Edzard nicht den Eindruck zu vermitteln, sie sei nur seines Geldes wegen an ihm interessiert. Die lebenslustige Hanne dagegen schlüpft in die Rolle der armen Witwe, da der Lebemann Georg schlechte Erfahrungen mit reichen Frauen gemacht hat. Doch als Hannes verwöhnter Sohn Simon aus enttäuschter Geldgier die verliebten Herren über die wahren Identitäten von Hanne und Barbara aufklärt, scheint dies das Ende des so romantisch begonnenen Liebesabenteuers für Hanne und Barbara zu sein.

"Der zweite Frühling" ist eine mit leichter Hand in Szene gesetzte Komödie um Romantik und Alter und darüber, wie unwichtig das Letztere ist, wenn es um wahre Liebe geht. Regisseurin Gabi Kubach gelang ein ebenso spritziger wie bezaubernder Liebesreigen vor den beschaulichen Kulissen Erfurts und Bad Elsters. Neben Nadja Tiller und Jürgen Hentsch spielt Ursula Karusseit eine der Hauptrollen. Die beliebte Schauspielerin feierte am 31.7. 2009 ihren 70. Geburtstag.

Ursula Karusseit, als Charlotte in der erfolgreichen ARD-Serie "In aller Freundschaft" seit mehr als zehn Jahren einem breiten Publikum bekannt und vertraut, studierte an der Staatlichen Schauspielschule Berlin-Schöneweide. Seit 1962 war sie Mitglied der Volksbühne in Berlin und spielte zwischenzeitlich auch an anderen Theatern. Zu ihren größten Bühnenerfolgen gehörten die Elsa im "Drachen" (Deutsches Theater) und Shen Te in "Der gute Mensch von Sezuan" (Volksbühne). Die Kritik bescheinigte ihr "außergewöhnliches komödiantisches Talent" und "eigenwilligen Charme". Neben ihrer umfangreichen Theaterarbeit spielte sie zu DDR-Zeiten in mehr als 50 TV- und Spielfilmen. So brachte ihr die ergreifende Darstellung der Gertrud Habersaat im TV-Mehrteiler "Wege übers Land" (1968) große Popularität bei den Zuschauern und begründete ihre Bekanntheit über die Grenzen der DDR hinaus. Zu ihren weiteren wichtigen Filmen zählen das antifaschistische Filmepos "KLK an PTX - Die Rote Kapelle" (1971) und das heitere Märchen "Die vertauschte Königin" (1984), in dem sie eine Doppelrolle spielte. Nach der Wende ist die Hobbygärtnerin und Tierfreundin vorwiegend beim Fernsehen beschäftigt. Sie hat viele Gastauftritte in diversen Serien, spricht Hörspiele, gastiert mit dem Programm "Jazz, Lyrik, Prosa" in zahlreichen Städten ganz Deutschlands und unterrichtet gelegentlich an der Hochschule "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg.
   

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