Die Abenteuer des Werner Holt

Spielfilm aus der DDR von 1964
Regie Joachim Kunert
Drehbuch Claus Küchenmeister und Joachim Kunert, nach einem Roman von Dieter Noll
Musik Gerhard Wohlgemuth
Kamera Rolf Sohre
Darsteller Werner Holt - Klaus-Peter Thiele
Gilbert Wolzow - Manfred Karge
Sepp Gomulka - Arno Wyzniewski
Uta Barnim - Angelica Domröse
Christian Vetter - Günter Junghans
Gundel Thieß - Monika Woytowicz
Peter Wiese - Peter Reusse
Professor Holt - Wolfgang Langhoff
Milena - Karla Chadimová
Generalmajor Wolzow - Wolf Kaiser
u. a.

Die letzten Tage des Zweiten Weltkrieges: Während der junge Soldat Werner Holt im Unterstand verzweifelt versucht, Funkverbindungen zu anderen Einheiten herzustellen, ziehen in seinen Gedanken die letzten Jahre vorüber. Die Kindheit und Jugend unter dem Hakenkreuz, seine Freundschaft mit Gilbert Wolzow, einem Offizierssohn und fanatischen Hitler-Anhänger, die ersten sexuellen Erlebnisse und schließlich die erschütternden Erfahrungen im Krieg, als die beiden Freunde beim Arbeitsdienst in der Slowakei zur Niederschlagung eines Partisanenaufstandes eingesetzt und dabei Zeugen unbeschreiblicher SS-Grausamkeiten werden. Werner Holt ist durch diese Jahre ein anderer geworden. Als er schließlich mit den Resten seiner Einheit in einem kleinen Ort liegt und nur noch einer, nämlich sein Vorgesetzter Wolzow, für den Endsieg kämpft, handelt Holt nach seinen neuen Einsichten. In einer dramatischen Aktion entwaffnet er Wolzow und schießt auf die eingreifende SS-Mannschaft. Ernüchtert und erschöpft tritt Holt den Weg in die Gefangenschaft an.

"Die Abenteuer des Werner Holt" - 1964 nach dem ersten Band des gleichnamigen Romans von Dieter Noll durch DEFA-Regisseur Günter Kunert verfilmt - sind die dramatischen Erfahrungen einer ganzen Generation, deren Kindheit und Jugend durch die faschistische Ideologie geprägt war. Erst der Vergleich ihrer Ideale mit der Kriegswirklichkeit ließ zumindest einen Teil dieser Generation zu neuen Erkenntnissen kommen. Diesen Entwicklungsweg beschreibt der Film in eindringlicher und logischer Konsequenz. Aufwendig gedreht, mit hervorragenden Schauspielern besetzt, erreichte der Film eine große Zuschauerresonanz. Zur exzellenten Schauspielergarde gehörte Arno Wyzniewski in der Rolle des Sepp Gomulka, eine Figur, die sich einprägt. Am 9. Oktober 2008 wäre dieser äußerst markante Schauspieler 70 Jahre alt geworden.

Arno Wyzniewski war in erster Linie Theaterschauspieler. Nach seinem Studium an der Schauspielschule Berlin Schöneweide hatte er verschiedene Engagements in Berlin und Potsdam, von 1965 bis 1976 spielte er an der Volksbühne Berlin, und von 1977 bis zu seinem Tod im Jahr 1997 war er Mitglied des Berliner Ensembles. Er spielte u.a. den Peachum in der "Dreigroschen-Oper" und den Mephisto im "Faust", das Publikum liebte ihn. "Er strahlte Aufrichtigkeit aus, Lauterkeit, weckte Zutrauen zu seinen Figuren. Er war der lakonische Intellektuelle und zugleich armer Leute Kind" - so beschrieb ihn Gerhard Ebert in seinem Nachruf. Zu seinen herausragenden Filmrollen gehören neben Sepp Gomulka der Pinneberg in Hans-Joachim Kasprziks Fallada-Adaption "Kleiner Mann - was nun" (TV 1967) neben Jutta Hoffmann und Inge Keller und sein Friedrich der Große im TV-Mehrteiler "Sachsens Glanz und Preußens Gloria" (1985). Nach der Wende wurde es um Arno Wyzniewski viel zu still. Er starb 1997 mit 58 Jahren.
   

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