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Die letzten Tage des Zweiten Weltkrieges: Während
der junge Soldat Werner Holt im Unterstand verzweifelt
versucht, Funkverbindungen zu anderen Einheiten
herzustellen, ziehen in seinen Gedanken die letzten
Jahre vorüber. Die Kindheit und Jugend unter
dem Hakenkreuz, seine Freundschaft mit Gilbert Wolzow,
einem Offizierssohn und fanatischen Hitler-Anhänger,
die ersten sexuellen Erlebnisse und schließlich
die erschütternden Erfahrungen im Krieg, als
die beiden Freunde beim Arbeitsdienst in der Slowakei
zur Niederschlagung eines Partisanenaufstandes eingesetzt
und dabei Zeugen unbeschreiblicher SS-Grausamkeiten
werden. Werner Holt ist durch diese Jahre ein anderer
geworden. Als er schließlich mit den Resten
seiner Einheit in einem kleinen Ort liegt und nur
noch einer, nämlich sein Vorgesetzter Wolzow,
für den Endsieg kämpft, handelt Holt nach
seinen neuen Einsichten. In einer dramatischen Aktion
entwaffnet er Wolzow und schießt auf die eingreifende
SS-Mannschaft. Ernüchtert und erschöpft
tritt Holt den Weg in die Gefangenschaft an.
"Die Abenteuer des Werner Holt" - 1964
nach dem ersten Band des gleichnamigen Romans von
Dieter Noll durch DEFA-Regisseur Günter Kunert
verfilmt - sind die dramatischen Erfahrungen einer
ganzen Generation, deren Kindheit und Jugend durch
die faschistische Ideologie geprägt war. Erst
der Vergleich ihrer Ideale mit der Kriegswirklichkeit
ließ zumindest einen Teil dieser Generation
zu neuen Erkenntnissen kommen. Diesen Entwicklungsweg
beschreibt der Film in eindringlicher und logischer
Konsequenz. Aufwendig gedreht, mit hervorragenden
Schauspielern besetzt, erreichte der Film eine große
Zuschauerresonanz. Zur exzellenten Schauspielergarde
gehörte Arno Wyzniewski in der Rolle des Sepp
Gomulka, eine Figur, die sich einprägt. Am
9. Oktober 2008 wäre dieser äußerst
markante Schauspieler 70 Jahre alt geworden.
Arno Wyzniewski war in erster Linie Theaterschauspieler.
Nach seinem Studium an der Schauspielschule Berlin
Schöneweide hatte er verschiedene Engagements
in Berlin und Potsdam, von 1965 bis 1976 spielte
er an der Volksbühne Berlin, und von 1977 bis
zu seinem Tod im Jahr 1997 war er Mitglied des Berliner
Ensembles. Er spielte u.a. den Peachum in der "Dreigroschen-Oper"
und den Mephisto im "Faust", das Publikum
liebte ihn. "Er strahlte Aufrichtigkeit aus,
Lauterkeit, weckte Zutrauen zu seinen Figuren. Er
war der lakonische Intellektuelle und zugleich armer
Leute Kind" - so beschrieb ihn Gerhard Ebert
in seinem Nachruf. Zu seinen herausragenden Filmrollen
gehören neben Sepp Gomulka der Pinneberg in
Hans-Joachim Kasprziks Fallada-Adaption "Kleiner
Mann - was nun" (TV 1967) neben Jutta Hoffmann
und Inge Keller und sein Friedrich der Große
im TV-Mehrteiler "Sachsens Glanz und Preußens
Gloria" (1985). Nach der Wende wurde es um
Arno Wyzniewski viel zu still. Er starb 1997 mit
58 Jahren.
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