Ran

Japanisch-französischer Spielfilm von 1985
Regie Akira Kurosawa
Drehbuch Akira Kurosawa, Hideo Oguni und Masato Ide, nach dem Bühnenstück "King Lear" von William Shakespeare
Musik Toru Takemitsu
Kamera Takao Saito, Masaharu Ueda und Asakazu Nakai
Darsteller Großfürst Hidetora Ichimonji - Tatsuya Nakadai
Taro Ichimonji - Akira Terao
Jiro Ichimonji - Jinpachi Nezu
Saburo Ichimonji - Daisuke Ryu
Dame Kaede - Mieko Harada
Dame Sue - Yoshiko Miyazaki
Tsurumaru - Takeshi Nomura
Kurogane - Hisashi Igawa
Kyoami, der Hofnarr - Shinnosuke "Peter" Ikehata
Tango - Masayuki Yui
u. a.

Fürst Hidetora Ichimonji schickt sich an, sein zusammengeraubtes Reich unter seine drei Söhne Taro, Jiro und Saburo aufzuteilen. Im Gegensatz zu seinen beiden älteren Brüdern redet Saburo seinem alten Vater nicht nach dem Mund. Erzürnt verstößt Hidetora daraufhin den einzigen Sohn, der ihn wirklich liebt. Schnell nimmt das Unheil seinen Lauf. Angestachelt von seiner rachsüchtigen Frau Kaede, demütigt Taro seinen greisen Vater. Auch bei Jiro findet er keine Zuflucht. Beide wollen die ganze Macht für sich. Jiro lässt Taro hinterrücks töten und verfängt sich in den Intrigen Kaedes, die ihn zwingt, sie nach Taros Ermordung zur Frau zu nehmen.

Hidetora verfällt dem Wahnsinn. Nur von seinem treuen Hofnarren Kyoami begleitet, irrt er umher. Als Saburo dem Vater zu Hilfe eilt, trifft auch ihn eine tödliche Kugel. Hidetora stirbt verzweifelt, das Reich wird leichte Beute neuer Herren.

Akira Kurosawas monumentale Tragödie über die Selbstzerfleischung eines Fürstenhauses verpflanzt Shakespeares "König Lear" in das von Bürgerkriegen zerrissene Japan des 16. Jahrhunderts. Das japanische Wort "Ran" bedeutet so viel wie Aufruhr, Umsturz, Wahnsinn und Chaos. Kurosawa gestaltet die Tragödie als Beschwörung apokalyptischen Grauens, das sich die Menschen selber bereiten: gleichnishaft zeigt das letzte Bild einen Blinden am Abgrund.

Vorausgegangen sind in dieser düsteren Geschichtsvision mörderische Schlachtenszenen, in denen Kurosawa die Choreographie des Schreckens mit einem riesigen Aufgebot an Komparsen, Spezialeffekten und Pyrotechnik bis zum Äußersten treibt. Bestechend ist auch die Farbdramaturgie. Kurosawa nutzte unter anderem Elemente des No-Theaters, die auch in der Musik anklingen. Bis für die Inszenierung der Landschaft, in der sich der Untergang des Hauses Ichimonji vollzieht, demonstriert Kurosawa mit "Ran" vollendete Meisterschaft in der Beherrschung filmischer Mittel.
   

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