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Ben Harper hat sich zu einem Bankraub hinreißen
lassen und dabei zwei Menschen getötet. Als
er mit rund 10.000 Dollar Beute nach Hause flüchtet,
kann er das Geld gerade noch verstecken und seinem
zehnjährigen Sohn John das Versprechen abnehmen,
niemandem das Versteck zu verraten, dann wird er
verhaftet und abgeführt. Ein Gericht verurteilt
ihn zum Tode. Die letzten Tage vor der Hinrichtung
verbringt Harper in einer Zelle mit Harry Powell,
der nur eine geringfügige Strafe verbüßen
muss, weil niemand weiß, dass er vielfacher
Mörder ist. Powell versucht vergeblich, aus
Harper herauszubringen, wo er seine Beute versteckt
hat. Nach Harpers Hinrichtung gibt sich der entlassene
Powell wie gewohnt als Wanderprediger aus und erschleicht
sich das Vertrauen von Harpers junger Witwe Willa.
Sie heiratet den falschen Frömmler; als er
sicher ist, dass sie das Versteck des Geldes nicht
kennt, bringt er sie um. Damit sind ihr Sohn John
Harper und dessen kleine Schwester Pearl ganz in
seiner Hand. Er quält die beiden so lange,
bis das Mädchen ihm aus Angst das Versteck
verrät. Ihrem Bruder gelingt es jedoch, mit
Pearl und dem Geld zu entkommen. Verfolgt von Powell,
gelangen sie auf die Farm der resoluten Rachel Cooper,
die sich ihrer annimmt. Doch auch dort taucht der
wahnsinnige Mörder bald auf ...
"Die Nacht des Jägers" ist der erste
und einzige Film, den der große britische
Charakterdarsteller Charles Laughton inszenierte.
Es "ist ein eigenwilliger, manchmal monströser,
aber immer faszinierender Film. Laughton bedient
sich mancher Stilmittel der Stummfilmzeit, setzt
weniger auf vordergründige Aktion, sondern
kostet Gefühle und Stimmungen aus" (Lexikon
des Kriminalfilms). Als der Film 1955 in die Kinos
kam, hatte er es schwer - der Farbfilm feierte seine
ersten Triumphe. Mittlerweile besitzt er ob seiner
Erzählweise legendären Ruf und gehört
zu den 100 besten Krimis der Welt. Nicht zuletzt
verdankt er seine Wirkung auch Robert Mitchum in
der Rolle des wahnsinnigen Mörders, einem der
atemberaubendsten Kinobösewichte überhaupt.
Laughton sagte über Mitchum: "Bob ist
einer der besten Schauspieler der Welt. Außerdem
kann er jeden nur vorstellbaren Akzent nachmachen.
Er ist ein großes Talent. Kein lebender Schauspieler
könnte den Macbeth besser geben als er. Dass
er so ein harter Knochen sein soll, ist nur Schau.
Er ist ein literarisch gebildeter, großzügiger,
freundlicher Mensch mit wunderbaren Manieren, und
er spricht hinreißend - wenn er will. Er ist
sehr liebevoll und ein echter Gentleman. Eigentlich
ist er sogar schrecklich schüchtern - Ich kann
ihn gar nicht genug loben."
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