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Die junge Engländerin Adela Quested begleitet
die alte Mrs. Moore nach Indien, wo Ronny Heaslop,
Mrs. Moores Sohn aus erster Ehe, als Richter in
einer Provinzstadt tätig ist. Adela ist seine
Verlobte. Die dünkelhafte Art ihrer Landsleute,
die als Kolonialherren arrogant auf die Inder herabblicken,
stößt die beiden Frauen ab. Sie interessieren
sich für die fremde Kultur, und so nehmen sie
dankbar die Einladung des jungen indischen Arztes
Dr. Aziz an, mit ihm die berühmten Höhlen
von Marabar zu besuchen. Der Ausflug endet katastrophal:
Adela wird völlig verstört unterhalb der
Höhlen aufgefunden und behauptet, Aziz habe
sie vergewaltigt. Während sich unter seinen
erregten Landsleuten ein Aufstand anbahnt, muss
der Arzt sich vor Gericht verantworten. Der Schuldspruch
gegen ihn scheint festzustehen, bis Adela dem Prozess
eine sensationelle Wendung gibt.
"Reise nach Indien" ist der letzte Film
des großen englischen Regisseurs David Lean
(1908-1991). Mit hervorragender Besetzung - Peggy
Ashcroft erhielt für die Rolle der weltoffenen
Mrs. Moore 1984 den Oscar als beste Nebendarstellerin,
Alec Guinness liefert ein kleines Kabinettstück
als fatalistischer Brahmane - zeichnet Lean ein
faszinierendes Bild konfliktträchtiger kultureller
Gegensätze. Optische Höhepunkte sind Beschwörungen
verstörender indischer Exotik, die oft zugleich
Sinnbilder der zu Ende gehenden Kolonialherrschaft
werden. Das gilt besonders für den pompös
inszenierten Ausflug zu den Höhlen: Vorweg
schreitet majestätisch der geschmückte
Reitelefant mit den britischen Damen und ihrem indischen
Gastgeber, dahinter folgt das Fußvolk der
einheimischen Träger, das Esskörbe und
Korbsessel für die Herrschaften schleppen darf.
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