Reise nach Indien

Spielfilm aus Großbritannien von 1984
Regie David Lean
Drehbuch David Lean, nach dem Roman "Auf der Suche nach Indien" von Edward Morgan Forster
Musik Maurice Jarre
Kamera Ernest Day
Darsteller Mrs. Moore - Peggy Ashcroft
Adela Quested - Judy Davis
Dr. Aziz - Victor Banerjee
Richard Fielding - James Fox
Prof. Naraya Godbole - Alec Guinness
Ronny Heaslop - Nigel Havers
Turton - Richard Wilson
Major McBryde - Michael Culver
Mrs. Turton - Antonia Pemberton
Ali - Art Malik
u. a.

Die junge Engländerin Adela Quested begleitet die alte Mrs. Moore nach Indien, wo Ronny Heaslop, Mrs. Moores Sohn aus erster Ehe, als Richter in einer Provinzstadt tätig ist. Adela ist seine Verlobte. Die dünkelhafte Art ihrer Landsleute, die als Kolonialherren arrogant auf die Inder herabblicken, stößt die beiden Frauen ab. Sie interessieren sich für die fremde Kultur, und so nehmen sie dankbar die Einladung des jungen indischen Arztes Dr. Aziz an, mit ihm die berühmten Höhlen von Marabar zu besuchen. Der Ausflug endet katastrophal: Adela wird völlig verstört unterhalb der Höhlen aufgefunden und behauptet, Aziz habe sie vergewaltigt. Während sich unter seinen erregten Landsleuten ein Aufstand anbahnt, muss der Arzt sich vor Gericht verantworten. Der Schuldspruch gegen ihn scheint festzustehen, bis Adela dem Prozess eine sensationelle Wendung gibt.

"Reise nach Indien" ist der letzte Film des großen englischen Regisseurs David Lean (1908-1991). Mit hervorragender Besetzung - Peggy Ashcroft erhielt für die Rolle der weltoffenen Mrs. Moore 1984 den Oscar als beste Nebendarstellerin, Alec Guinness liefert ein kleines Kabinettstück als fatalistischer Brahmane - zeichnet Lean ein faszinierendes Bild konfliktträchtiger kultureller Gegensätze. Optische Höhepunkte sind Beschwörungen verstörender indischer Exotik, die oft zugleich Sinnbilder der zu Ende gehenden Kolonialherrschaft werden. Das gilt besonders für den pompös inszenierten Ausflug zu den Höhlen: Vorweg schreitet majestätisch der geschmückte Reitelefant mit den britischen Damen und ihrem indischen Gastgeber, dahinter folgt das Fußvolk der einheimischen Träger, das Esskörbe und Korbsessel für die Herrschaften schleppen darf.
   

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