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London, 1884. Librettist Gilbert und Komponist Sullivan
sind auf dem Höhepunkt ihres Erfolges - und
vielleicht schon ein wenig darüber hinaus:
Das Dream-Team der englischen Operette erzielt mit
seinem neuesten Werk "Princess Ida" nicht
das gewohnte Lob der Kritiker und auch zwischen
Gilbert und Sullivan selbst kriselt es. Das Erfolgsduo
droht auseinander zu brechen. Doch die Wende scheint
mit "The Mikado" zu kommen, zu dem Gilbert
beim Besuch einer Japan-Ausstellung inspiriert wurde.
"Topsy-Turvy" bedeutet Durcheinander,
Kuddelmuddel, Wirrwarr. Und genau dies scheint zu
herrschen, wenn eine neue Operette auf die Bühne
gebracht werden soll. Der renommierte englische
Regisseur Mike Leigh ("Nackt", "Geheimnisse
und Lügen") war genau der Richtige, um
die Entstehung einer großen Show kongenial
auf die Leinwand zu bannen. Schließlich ist
Leigh dafür bekannt, weitgehend ohne ausgefeilte
Drehbücher zu arbeiten und seinen Schauspielern
die Möglichkeit zu geben, ihre Rollen selbst
mit Inhalt zu füllen. Während dies bei
seinen früheren Filmen mit einer recht begrenzten
Anzahl wichtiger Rollen bereits erstaunlich gut
funktionierte, grenzt es bei "Topsy-Turvy"
mit seiner fast in jeder Filmminute wachsenden Zahl
relevanter Charaktere schon fast an ein Wunder,
wie authentisch und differenziert, gleichzeitig
aber auch homogen der fertige Film wirkt. Das ist
in erster Linie Leighs kompetenter Schauspielerführung
zu verdanken, aber natürlich auch dem bis in
die kleinsten Nebenrollen hervorragend spielenden
Ensemble.
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