Katharina von Russland

Italienisch-französischer Spielfilm von 1962
Regie Umberto Lenzi
Drehbuch Guido Malatesta und Umberto Lenzi
Musik Angelo Francesco Lavagnino
Kamera Augusto Tiezzi
Darsteller Katharina - Hildegard Knef
Grigorij Orlow - Sergio Fantoni
Peter - Raoul Grassilli
Graf Poniatowski - Giacomo Rossi Stuart
Anna - Angela Cavo
Kanzler Panin - Ennio Balbo
Sergej Saltykow - Leonardo Botta
Gräfin Elisabeth Woronzow - Vera Besusso
Oberst Schwering - Gianni Solaro
General Münich - Enzo Fiermonte
und andere

St. Petersburg um 1760. Hauptmann Orlow kann mit forschem Eingreifen gerade noch verhindern, dass Großfürst Peter, der künftige Zar, auf hungernde Bauern schießen lässt. Das bringt ihm den Zorn des Großfürsten ein, aber vor allem anerkennende lobende Worte von Großfürstin Katharina. Wenig später lässt Hauptmann Peter Orlow und dessen Bruder Alan nach Sibirien verbannen, nicht zuletzt, um Katharina zu demütigen. Peter hasst seine Frau, eine Prinzessin von Anhalt-Zerbst, die so viel klüger und gebildeter ist als er selbst. Während sie ihr Bett mit dem gut aussehenden Kammerherrn Saltykow und später mit dem polnischen Grafen Poniatowski teilt, lebt er mit der Nichte des Vizekanzlers Woronzow zusammen.

Als Zarin Elisabeth 1762 stirbt, eskalieren die Machtkämpfe zwischen Peter und Katharina. Der infantile Zar, der für Friedrich den Großen schwärmt, will gegen Dänemark in den Krieg ziehen und alle seine Soldaten in die Uniformen des holsteinischen Regiments stecken. Das können die Kosaken nicht hinnehmen. Unter Orlows Führung, der in der Zwischenzeit aus Sibirien geflohen ist, stellen sie sich gegen den Zaren. Orlow sorgt dafür, dass die Garderegimenter Katharina die Treue schwören und sich von Peter lossagen. Katharina wird zur Zarin aller Russen ernannt, Peter wird festgenommen.

Ein aufwändig und farbenprächtig inszenierter Film über die berühmte Zarin Katharina die Große (1729-1796), die als 15-jährige Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst nach Russland kam. König Friedrich II. von Preußen hatte sie Zarin Elisabeth als Braut für ihren Neffen Peter empfohlen. Die Hochzeit findet 1745 statt, doch Peter interessiert sich nicht für die gebürtige Deutsche. Katharina übernimmt 1762 nach einem von ihr geleiteten Putsch gegen ihren Gatten die Herrschaft in Russland. Sie wird vor allem durch ihre verschwenderische Hofhaltung und ihre zahlreichen, auch politisch Einfluss nehmenden Liebhaber wie Potemkin bekannt. Gespielt wird die legendenumwobene Zarin in dieser italienisch-französischen Koproduktion von Hildegard Knef, was der opulenten, nicht ganz historisch getreuen Verfilmung einen besonderen Reiz gibt. Neben Marlene Dietrich und Romy Schneider war "die Knef" eine der wenigen deutschen Schauspielerinnen, die sich auch international behaupten konnten. Schon in ihrer ersten kleinen Rolle in Helmut Käutners "Unter den Brücken" (1944) spielte sie sich in die Herzen des Publikums. Sie wurde zum Star im ersten deutschen Nachkriegsfilm "Die Mörder sind unter uns" (1946), wo sie unter Wolfgang Staudtes Regie eine ehemalige KZ-Insassin spielte.

Der Film wurde auch außerhalb Deutschlands ein Erfolg und verhalf ihr zu internationaler Anerkennung. Doch ein erster Anlauf in Hollywood scheiterte. 1950 sorgte sie als "Sünderin" in Willi Forsts Film für einen großen Skandal - sie ließ als erste deutsche Schauspielerin die Hüllen fallen! Danach ging sie wiederum nach New York. Mit Filmen wie "Entscheidung vor Morgengrauen" (1951) und "Schnee am Kilimandscharo" (1952) kam der Erfolg. Sie wurde auch zum gefeierten Broadway-Star: 675 Mal trat sie im Cole-Porter-Musical "Seidenstrümpfe" auf. 1963 begann ihre zweite große Karriere als Chansonsängerin. Ella Fitzgerald nannte sie "die weltgrößte Sängerin ohne Stimme". "Ich hab' noch einen Koffer in Berlin" oder "Für mich soll's rote Rosen regnen" - Lieder mit ihren eigenen Texten, die zu Evergreens wurden. Anfang der Siebzigerjahre erntete sie mit ihrer Autobiografie "Der geschenkte Gaul" literarischen Erfolg, dem der Roman "Das Urteil" folgte. Darin beschreibt sie ihre Krebserkrankung. Trotz ihrer gesundheitlichen Probleme, die die letzten beiden Lebensjahrzehnte bestimmten, ließ sie sich nicht unterkriegen. Sie ging auf Tournee, malte, drehte Filme. Als sie am 1. Februar 2002 starb, regnete es Hunderte rote Rosen auf ihren Sarg.
   

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