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St. Petersburg um 1760. Hauptmann Orlow kann mit
forschem Eingreifen gerade noch verhindern, dass
Großfürst Peter, der künftige Zar,
auf hungernde Bauern schießen lässt.
Das bringt ihm den Zorn des Großfürsten
ein, aber vor allem anerkennende lobende Worte von
Großfürstin Katharina. Wenig später
lässt Hauptmann Peter Orlow und dessen Bruder
Alan nach Sibirien verbannen, nicht zuletzt, um
Katharina zu demütigen. Peter hasst seine Frau,
eine Prinzessin von Anhalt-Zerbst, die so viel klüger
und gebildeter ist als er selbst. Während sie
ihr Bett mit dem gut aussehenden Kammerherrn Saltykow
und später mit dem polnischen Grafen Poniatowski
teilt, lebt er mit der Nichte des Vizekanzlers Woronzow
zusammen.
Als Zarin Elisabeth 1762 stirbt, eskalieren die
Machtkämpfe zwischen Peter und Katharina. Der
infantile Zar, der für Friedrich den Großen
schwärmt, will gegen Dänemark in den Krieg
ziehen und alle seine Soldaten in die Uniformen
des holsteinischen Regiments stecken. Das können
die Kosaken nicht hinnehmen. Unter Orlows Führung,
der in der Zwischenzeit aus Sibirien geflohen ist,
stellen sie sich gegen den Zaren. Orlow sorgt dafür,
dass die Garderegimenter Katharina die Treue schwören
und sich von Peter lossagen. Katharina wird zur
Zarin aller Russen ernannt, Peter wird festgenommen.
Ein aufwändig und farbenprächtig inszenierter
Film über die berühmte Zarin Katharina
die Große (1729-1796), die als 15-jährige
Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst nach
Russland kam. König Friedrich II. von Preußen
hatte sie Zarin Elisabeth als Braut für ihren
Neffen Peter empfohlen. Die Hochzeit findet 1745
statt, doch Peter interessiert sich nicht für
die gebürtige Deutsche. Katharina übernimmt
1762 nach einem von ihr geleiteten Putsch gegen
ihren Gatten die Herrschaft in Russland. Sie wird
vor allem durch ihre verschwenderische Hofhaltung
und ihre zahlreichen, auch politisch Einfluss nehmenden
Liebhaber wie Potemkin bekannt. Gespielt wird die
legendenumwobene Zarin in dieser italienisch-französischen
Koproduktion von Hildegard Knef, was der opulenten,
nicht ganz historisch getreuen Verfilmung einen
besonderen Reiz gibt. Neben Marlene Dietrich und
Romy Schneider war "die Knef" eine der
wenigen deutschen Schauspielerinnen, die sich auch
international behaupten konnten. Schon in ihrer
ersten kleinen Rolle in Helmut Käutners "Unter
den Brücken" (1944) spielte sie sich in
die Herzen des Publikums. Sie wurde zum Star im
ersten deutschen Nachkriegsfilm "Die Mörder
sind unter uns" (1946), wo sie unter Wolfgang
Staudtes Regie eine ehemalige KZ-Insassin spielte.
Der Film wurde auch außerhalb Deutschlands
ein Erfolg und verhalf ihr zu internationaler Anerkennung.
Doch ein erster Anlauf in Hollywood scheiterte.
1950 sorgte sie als "Sünderin" in
Willi Forsts Film für einen großen Skandal
- sie ließ als erste deutsche Schauspielerin
die Hüllen fallen! Danach ging sie wiederum
nach New York. Mit Filmen wie "Entscheidung
vor Morgengrauen" (1951) und "Schnee am
Kilimandscharo" (1952) kam der Erfolg. Sie
wurde auch zum gefeierten Broadway-Star: 675 Mal
trat sie im Cole-Porter-Musical "Seidenstrümpfe"
auf. 1963 begann ihre zweite große Karriere
als Chansonsängerin. Ella Fitzgerald nannte
sie "die weltgrößte Sängerin
ohne Stimme". "Ich hab' noch einen Koffer
in Berlin" oder "Für mich soll's
rote Rosen regnen" - Lieder mit ihren eigenen
Texten, die zu Evergreens wurden. Anfang der Siebzigerjahre
erntete sie mit ihrer Autobiografie "Der geschenkte
Gaul" literarischen Erfolg, dem der Roman "Das
Urteil" folgte. Darin beschreibt sie ihre Krebserkrankung.
Trotz ihrer gesundheitlichen Probleme, die die letzten
beiden Lebensjahrzehnte bestimmten, ließ sie
sich nicht unterkriegen. Sie ging auf Tournee, malte,
drehte Filme. Als sie am 1. Februar 2002 starb,
regnete es Hunderte rote Rosen auf ihren Sarg.
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