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Als sich in ihrem Freundeskreis immer mehr Paare
das Jawort geben, setzt auch die hübsche Apothekerin
Lola, gerade 30 geworden, ihrem langjährigen
Freund Arthur die Pistole auf die Brust: Heirat
oder Trennung. Aussteiger Arthur, der seit vielen
Jahren die definitive wissenschaftliche Abhandlung
über einen Indianerstamm in Paraguay schreiben
will, sagt nach einigem Zögern zu; dann macht
er Lola sogar einen äußerst rührenden
Antrag. Aber so langweilig und spießig wie
die Hochzeitsfeiern ihrer Freunde, von deren Heiratslust
Lola sich hat anstecken lassen, soll das eigene
Fest auf keinen Fall werden. Am liebsten möchte
Lola ungezwungen und entspannt unter karibischen
Palmen vor den Altar treten. "Der schönste
Tag in meinem Leben", so der Originaltitel
von Julie Lipinskis hinreißendem Spielfilmdebüt,
erfordert also trotz der ersehnten Spontaneität
ein Minimum an Planung. Doch schon das geringste
Zugeständnis an die Wünsche der Eltern,
die Konventionen und den finanziellen Rahmen, so
die giftige Pointe dieser hochtourigen Heiratskomödie,
setzt eine gnadenlose Kettenreaktion in Gang. Am
Ende mündet die generalstabsmäßig
durchgeplante Zeremonie in ein totales Chaos der
Gefühle und Verwicklungen. Die Hochzeit wird
exakt, was sie nicht werden sollte: Eine emotionale
Geisterbahnfahrt, in der Freunde, Verwandte und
Bekannte als Gruselgestalten auftauchen, die Braut
und Bräutigam vor dem finalen Jawort das Fürchten
lehren.
"Hochzeiten und andere Katastrophen" ist
eine typisch französische Komödie, die
auf tiefsinnige Weise albern und auf unterhaltsame
Weise anrührend ist. Hélène de
Fougerolles und Jonathan Zaccaï überzeugen
in dieser Achterbahn der Gefühle. In einer
wundervollen Nebenrolle glänzt François
Berléand als Lolas windiger Rabenvater.
Inszenatorische Einfälle wie Zeichentricksequenzen
und Transvestiten-Bungee zeichnen diese fantasievolle
Franko-Komödie zusätzlich aus. .
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