Mr. Klein

Französisch-italienischer Spielfilm von 1976
Regie Joseph Losey
Drehbuch Franco Solinas und Fernando Morandi
Musik Egisto Macchi und Pierre Porte
Kamera Gerry Fisher
Darsteller Robert Klein - Alain Delon
Florence - Jeanne Moreau
Nicole - Francine Bergé
Jeanine - Juliet Berto
Verkäufer - Jean Bouise
Concierge - Suzanne Flon
Charles - Massimo Girotti
Pierre - Michael Lonsdale
Polizeibeamter - Michel Aumont
Lola - Magali Clément
und andere

Anfang 1942 im besetzten Paris. Auch hier läuft der Vernichtungsfeldzug gegen die jüdische Bevölkerung an. Der Kunsthändler Robert Klein nutzt die Situation der Juden aus und bereichert sich skrupellos an den Notverkäufen jener, die fluchtartig das Land verlassen müssen, um ihr Leben zu retten. So feilscht er auch eines Tages mit einem Kunden, der ein wertvolles Gemälde verkaufen will. Klein bietet ihm einen Spottpreis, wohl wissend, dass der andere keine Wahl hat. Als er ihn zur Tür begleitet, liegt dort ein jüdisches Informationsblatt, das an ihn adressiert ist. Zunächst meint er noch, der Kunde hätte es verloren, doch bald wird klar, dass ihn die Redaktion des Blattes als Abonnenten führt. Es könne sich nur um einen Irrtum handeln, meint Klein und geht zum Generalkommissar für Judenfragen. Ein verhängnisvoller Schritt, wie sich bald herausstellt; er selbst macht die Häscher auf sich aufmerksam.

Als Klein begreift, dass es einen Namensvetter geben muss, der eine falsche Fährte zu ihm gelegt hat, versucht er diesem auf die Spur zu kommen und seine "Unschuld" zu beweisen. Doch die Maschinerie der Judenverfolgung läuft gnadenlos - nun auch gegen den "arischen" Robert Klein: Er muss Nachweise über seine Abstammung beibringen, was sich schwieriger erweist als erwartet. Seine Wohnung wird von der Polizei durchsucht, viele Antiquitäten und auch sein Auto werden beschlagnahmt. Sein Anwalt drängt Robert das Land zu verlassen, denn nun ist es an ihm, an jenen wertvollen Gemälden zu verdienen. Immerhin besorgt er Robert einen falschen Pass und Fahrkarten. Erst im Zug wird dem Antiquitätenhändler klar, dass der andere - sein jüdischer Namensvetter - noch in Paris sein muss. Er kehrt um, um ihn zur Rede zu stellen. Damit besiegelt er nicht nur sein Schicksal, sondern auch das des anderen Robert Klein.

"Mr. Klein, ein "Meisterwerk von Joseph Losey" (Cinema Filmlexikon), ist Alain Delon in der Titelrolle auf den Leib geschrieben und gehört nach Meinung der Kritiker zu seinen besten Rollen. Es ist eine kafkaeske Parabel über Identitätsverlust, Mitläufertum und die Schuld des Einzelnen an den politischen Verbrechen seiner Zeit. Das von Delon auch produzierte Drama wurde mit drei "Césars" ausgezeichnet. Von konservativen Kreisen wurde Delon ob der im Film enthaltenen Kritik an der französischen Zivilbevölkerung als "Nestbeschmutzer" beschimpft. "Bei aller Anklage gegen den deutschen Vernichtungsapparat wird nicht vergessen, auf die allgemeine Untätigkeit und Ignoranz hinzuweisen, als die Judenverfolgung auch in Frankreich einsetzte", schreibt das Cinema Filmlexikon.
   

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