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Norwegen, Ende des 19. Jahrhunderts. Während
Nora ihren Torvald Helmer heiratet, gibt ihre Freundin
Kristine ihrer großen Liebe Nils Krogstadt
einen Korb. Sie muss einen vermögenden Mann
heiraten, um ihre verwitwete Mutter und die Geschwister
zu versorgen. Nora zieht mit Torvald in die Großstadt.
Wenig später erkrankt Torvald und der befreundete
Arzt Dr. Rank erklärt Nora, die mit ihrem ersten
Kind schwanger ist, dass nur eine Kur im Süden
Torvald heilen kann. Nora beschließt, ihrem
eigensinnigen Mann weder zu sagen, wie es um ihn
steht, noch zu erklären, dass sie das Geld
für die Italienreise bei Krogstadt geliehen
hat - mit der gefälschten Unterschrift ihres
Vaters, der kurz zuvor verstorben ist. Fast acht
Jahre später, zur Weihnachtszeit: Das Glück
der Helmers scheint perfekt. Sie haben drei Kinder,
lieben sich immer noch und im neuen Jahr soll Torvald
seinen Posten als Bankdirektor antreten.
Jugendfreundin Kristine, inzwischen verwitwet und
auf Suche nach Arbeit, kommt zu Besuch. Und auch
Krogstadt, der seit Jahren in untergeordneter Position
in der Bank arbeitet, erscheint im Hause Helmer.
Er bittet Torvald, mit dem er einst in die Schule
ging, um eine besser bezahlte Anstellung, muss er
sich doch, nachdem ihm die Frau davonlief, um zwei
kleine Kinder kümmern. Doch Torvald ist empört
ob des Ansinnens, zumal Krogstadt vor Jahren wegen
einer Unterschriftenfälschung strauchelte.
Er beschließt, Krogstadt zu entlassen und
Kristine dafür einzustellen.
Krogstadt ahnt, dass er einen folgenschweren Fehler
begangen hat. Er sieht keine andere Möglichkeit,
als Nora mit dem Schuldschein zu erpressen. Sie
soll ihren Mann dazu bringen, ihn nicht zu entlassen.
Doch Nora stößt bei Torvald auf taube
Ohren. In ihrer Not vertraut sie sich ihrer Freundin
Kristine an, auch bei Dr. Rank sucht sie Hilfe.
Doch er - schwerkrank - gesteht ihr stattdessen
seine Liebe. So wird für Nora die Situation
immer prekärer, zumal Helmer in der Zwischenzeit
Krogstadt die Kündigung geschickt und Krogstadt
seinerseits die Nachricht von der Existenz des Schuldscheins
mit der gefälschten Unterschrift in Helmers
Briefkasten befördert hat. Da hilft es auch
nicht, dass ihn Kristine in der Zwischenzeit zum
Einlenken überredet hat, aber das wird sich
erst später herausstellen. Für Nora tickt
die Uhr: Eine kurze Zeit kann sie es noch herausschieben,
bis ihr Mann den Brief entdeckt. Sie absolvieren
den Maskenball, auf dem Nora auf Torvalds Wunsch
tanzt, denn natürlich sollen alle seine attraktive
Frau bewundern. Zu Hause angekommen, findet Torvald
den Brief. Hat er Nora eben noch "seinen wertvollsten
Besitz" genannt, schreit er sie nun gnadenlos
nieder, bezichtigt sie der Zerstörung seiner
Zukunft und droht, ihr die Erziehung der Kinder
aus der Hand zu nehmen. Wie ein kleines Kind schickt
er seine Frau auf ihr Zimmer. Als wenig später
der Schuldschein eintrifft, ist für Torvald
die Welt wieder in Ordnung - aber nicht für
Nora. Sie hat begriffen, welche Rolle sie in diesem
Haus - dem "Puppenheim" - spielt und verlässt
Mann und Kinder.
"Eine meisterliche Literaturverfilmung",
urteilt das "Lexikon des internationalen Films"
über diese Version von Henrik Ibsens berühmtestem
Drama "Nora oder Das Puppenheim". Joseph
Losey schuf diese einfühlsame, dennoch unpathetische
Inszenierung eines Klassikers der Frauenemanzipation
1973. In der Hauptrolle glänzt Jane Fonda,
zu jener Zeit selbst eine schillernde Figur des
politischen Protestes. Ibsens Drama wurde am 21.
Dezember 1879 im Königlichen Theater in Kopenhagen
uraufgeführt, seine deutsche Erstaufführung
erlebte das Stück am 6. Februar 1880 in Flensburg.
Allerdings musste das Ende geändert werden:
Nora bleibt in der Ehe und bei ihren Kindern. Nach
Protestaktionen gegen die Verfälschung des
Werkes wurde das Stück dann am 3. März
1880 in München in der unzensierten und unveränderten
Fassung gespielt.
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