Der Reserveheld

Spielfilm aus der DDR von 1965
Regie Wolfgang Luderer
Drehbuch Rudi Strahl und Wolfgang Luderer
Musik Wolfgang Pietsch
Kamera Hans Heinrich
Darsteller Ralf Horricht - Rolf Herricht
Susanne Horricht - Marita Böhme
Hauptmann Hottas - Gerhard Rachold
Oberst - Günther Simon
Leutnant Malorti - Peer Jäger
Unteroffizier Bellmann - Horst Jonischkan
Regisseur - Herbert Köfer
Drehbuchautor - Wilhelm Gröhl
Portier und Pförtner - Axel Triebel
Müller, Reservist - Peter Dommisch
und andere

Ralf Horricht, ein bekannter Filmkomiker, erhält seine Einberufung zum Reservedienst bei der Volksarmee. Mit der ihm eigenen Unbekümmertheit schlägt er seinem Oberst vor, auf ihn zu verzichten, weil er gerade an einem Armeefilm arbeite und es schon genug Soldaten gäbe. Natürlich wird er doch eingezogen und zum bestaunten Mittelpunkt des Regiments. Seine Stubengenossen verhätscheln ihn, weil er der berühmte Schauspieler Horricht ist. Nur einer macht nicht mit, sein Kompaniechef Hottas - in eingeweihten Kreisen auch Hauptmann "Dynamit" genannt.
Ein Besuch von Horrichts frisch angetrauter Frau Susanne verschiebt die Akzente auf beiden Seiten. Weil Horricht glaubt, Hottas flirte mit Susanne, liefert er ein Musterbeispiel unmilitärischen Verhaltens: missbräuchliche Benutzung einer Generalsuniform. "Dynamit" deckt nach einer gehörigen Standpauke den Frevel und aus Horricht wird doch noch ein verhältnismäßig brauchbarer Soldat.

In "Der Reserveheld", dem vorletzten Film der sechsteiligen Hommage an den beliebten Komiker Rolf Herricht, der am 5. Oktober 2007 80 Jahre alt geworden wäre, ist er als aufmüpfiger Reservist zu erleben. Damit avanciert er zum strahlenden Mittelpunkt eines ganzen Regiments. Rudi Strahl schrieb das Drehbuch zu dieser heute schon ziemlich grotesk wirkenden Komödie, in der 1964 versucht wurde, das Thema Wehrdienst einmal nicht patriotisch-bierernst zu nehmen.

Dem Publikum gefiel es, den Kritikern weniger. So meint die Filmkritikerin Erika Richter Jahrzehnte später: "Heute begreife ich, etwa beim Sehen des Films "Der Reserveheld", dass dieser Schauspieler, klein, ungeschickt, eitel, schwierigen Situationen nicht gewachsen - wie wir -, eine unvergleichlich reine Ausstrahlung hat, die die Menschen anrührte und ihm ihre überwältigende, nie versiegende Sympathie einbrachte." Das gilt wohl auch heute noch, über fünfundzwanzig Jahre nach Rolf Herrichts viel zu frühem Tod.
   

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