Meine Freundin Sybille

Komödie, DDR, 1967
Regie Wolfgang Luderer
Drehbuch Rudi Strahl und Wolfgang Luderer
Musik Wolfram Heicking
Kamera Rolf Sohre
Länge 79 min
Darsteller Hilfsreiseleiter Hurtig - Rolf Herricht
Ronny Sommer - Hanns-Michael Schmidt
Sybille Remus - Evelyn Opoczynski
Helena Kaczmierczak - Eva-Maria Hagen
Dr. Hortense Mücke - Helga Göring
Hauptreiseleiter - Hans-Joachim Preil
Dietlinde Hoffmann - Inge Heider-Haasmann
Herr Hoffmann - Hans-Hartmut Krüger
Liesbeth Pfiffe - Hanna Rieger
Elfriede Siebenzahl - Erika Stiska
und andere

"Habt Vertrauen - alles wird gut!". Hilfsreiseleiter Hurtig, der Hals über Kopf für seinen Freund Hubert die Schwarzmeerroute übernehmen musste, gebraucht diese Floskel mehr für sich selbst als für die anderen, die sich arglos seiner Obhut anvertrauen. Denn er hat Selbstvertrauen bitter nötig. Was soll er mit dieser kunterbunten Reisegruppe nur anfangen? Er ist von Hause aus schüchtern, kennt weder das Handbuch für Reiseleiter, noch hat er je mehr als eine Sprache gesprochen. Nun soll er sich nicht nur in sieben Sprachen, sondern auch noch in Geografie und Herzensangelegenheiten zurechtfinden. Dabei könnte alles so zauberhaft sein: Batumi, Suchumi, Sotschi - und alles auf dem Luxusdampfer! Aber der Dampfer hat ein Einsehen: Er lässt den Hilfsreiseleiter Hurtig samt Sybille und Ronny an Land zurück. Und sie dürfen - im Besitz sämtlicher Pässe der Reisegruppe - nicht nur eine zauberhafte Landschaft, zauberhafte Leute, sondern auch ein bisschen sich selbst genießen, was vor allem das zielstrebige Mädchen Sybille von Anfang an bezweckt hat.

Ein Filmspaß mit Rolf Herricht in seiner dritten großen DEFA-Komödie, die wiederum zum Publikumshit wurde. Eulenspiegel-Autor Rudi Strahl schrieb mit Wolfgang Luderer das Drehbuch zu dieser episodenreichen Komödie, die mit viel Tanz und Musik gewürzt wurde. "Meine Freundin Sybille" ist der einzige DEFA-Film, in dem das erfolgreiche Komikerpaar Rolf Herricht/Hans-Joachim Preil gemeinsam auftraten. Zu den weiteren Mitreisenden dieser Schwarzmeer-Tour gehört auch die schöne Helena, die auf der Suche nach einem "akademischen" Ehemann ist. Gespielt wird sie von Eva-Maria Hagen, die morgen ihren 75. Geburtstag begeht. Schauspielerin will sie schon als Kind werden. Geboren in Költschen an der Warthe, wächst sie dort und im pommerschen Kremlin auf. 1945 muss die Familie umsiedeln, nach Perleberg in der Prignitz. Nach einer Maschinenschlosserlehre studiert sie zuerst an der Staatlichen Schauspielschule in Ost-Berlin, ab 1956 an der Fritz-Kirchhoff-Akademie in West-Berlin. Mit 19 steht sie, unter der Regie von Bertolt Brecht, im Berliner Ensemble zum ersten Mal auf der Bühne. 1957 gelingt ihr mit der Titelrolle in der DEFA-Filmkomödie "Vergesst mir meine Traudel nicht" "ein Senkrechtstart, mit dem eine kurvenreiche Karriere begann" (Hagen). Später ist sie am Maxim-Gorki-Theater engagiert und spielt bis 1965 in ca. 50 Film- und Fernsehproduktionen - u.a. in "Ware für Katalonien" (1959), "Brot und Rosen" (1967), "Wolf unter Wölfen" (1964), "Zum Beispiel Josef" (1974).

Eva-Maria Hagen wird zu einer der populärsten Schauspielerinnen der DDR. 1965 begegnet sie dem Liedermacher Wolf Biermann, mit dem sie bis 1972 zusammenlebt. Ihre Beziehung verändert Eva-Maria Hagens Leben. Sie beginnt eine zweite Laufbahn als Sängerin - und sie wird fortan in ihren Arbeitsmöglichkeiten eingeschränkt, weil der kritische Blick des Liedermachers den DDR-Oberen ein Dorn im Auge ist. Als Wolf Biermann 1976 ausgebürgert wird, protestiert sie und zieht ein Jahr später nach Aberkennung der DDR-Staatsbürgerschaft mit Tochter Nina nach Hamburg. Im Jahr 1979 erscheint ihr erstes Album "Nicht Liebe ohne Liebe", es folgen weitere Alben, Tourneen im In- und Ausland, Theaterengagements, Film- und Fernsehrollen. 1998 erscheint ihr Buch "Eva und der Wolf", für das sie im Jahr darauf mit der "Carl-Zuckmayer-Medaille" ausgezeichnet wird und 2005 folgt "Eva jenseits vom Paradies". Sie steht auch heute noch auf der Bühne und lebt in Hamburg, Berlin und der Uckermark.

   

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