Blue Velvet - Verbotene Blicke

Spielfilm aus den USA von 1985
Regie David Lynch
Drehbuch David Lynch
Musik Angelo Badalamenti
Kamera Frederick Elmes und Joe Dunton
Darsteller Jeffrey Beaumont - Kyle MacLachlan
Dorothy Vallens - Isabella Rossellini
Frank Booth - Dennis Hopper
Sandy Williams - Laura Dern
Ben - Dean Stockwell
Mrs. Williams - Hope Lange
und andere

Hinter den blitzblanken Kulissen des verträumten amerikanischen Holzfäller-Städtchens Lumberton geschehen merkwürdige Dinge. Auf dem Rückweg vom Krankenhaus, wo er seinen Vater besuchte, findet der College-Student Jeffrey Beaumont ein menschliches Ohr. Pflichtbewusst trägt er den makabren Fund zur Polizei, wo er von Detective Williams nur vage Auskünfte über die mögliche Herkunft des Organs erhält.

Dafür erklärt Williams' biedere Tochter Sandy, sie habe mithören können, dass bei den Ermittlungen der Name der Nachtklub-Sängerin Dorothy Vallens fiel. Obwohl Sandy zugeneigt, fühlt Jeffrey sich von der mysteriösen Sängerin bald so sehr angezogen, dass er heimlich in ihre Wohnung schleicht, wo Dorothy ihn entdeckt.

Doch bevor sie den Eindringling zur Rede stellen kann, klopft es an der Tür. Dorothy zwingt Jeffrey, sich im Schrank zu verstecken, von wo aus er Zeuge wird, wie die Sängerin von dem Psychopathen Frank Booth zu einem obsessiven Sado-Maso-Spiel gezwungen wird. Von dieser irritierenden Erfahrung geprägt, wird Jeffrey Dorothys heimlicher Geliebter und findet heraus, dass die Sängerin von Frank erpresst wird, der ihren Mann Don entführt hat: von ihm stammt das Ohr.

Jeffrey ist fasziniert von dieser "fremden und seltsamen Welt" und geht so lange bei Dorothy ein und aus, bis Frank ihn überrascht und ihm am Ende eines bizarren nächtlichen Trips einen harschen Denkzettel verpasst. Tags darauf gesteht Jeffrey Sandy seine Liebe, doch das Idyll dauert nicht lange, denn als ihnen vor Sandys Haus die misshandelte Dorothy entgegenwankt, bleibt Sandy nicht verborgen, dass Jeffrey ein Verhältnis mit ihr hat. Die Polizei sucht nun nach Frank, doch Jeffrey allein weiß, wo er ihn finden und stellen kann ...

Mit "Blue Velvet", seinem vierten Spielfilm, schaffte Regisseur David Lynch seinen Durchbruch. Die Mischung aus Kriminalgeschichte, erotischem Liebesthriller und surrealistischer Komödie lief zunächst nur in ausgewählten New Yorker Kinos. Doch entwickelte sich "Blue Velvet" zu einem Publikumserfolg, ja Kultfilm der Achtzigerjahre. Lynch selbst bezeichnete seinen äußerst provozierenden Thriller als ein "Eindringen ins Unterbewusstsein".

Die Wirkung des Films wird neben hervorragenden Darstellern in einer farblich höchst ansprechenden Bilddramaturgie durch eine stilbildende Mischung aus beunruhigenden Geräuschen und einem hervorragenden Soundtrack erzielt. Der Filmtitel "Blue Velvet" bezieht sich auf den gleichnamigen Song von Bobby Vinton, der damit in den 1960er-Jahren einen Nr. 1-Hit in den USA landete. Der Song durchzieht wie ein roter Faden die Handlung, Isabella Rossellini als Nachtklubsängerin Dorothy nimmt das Lied immer wieder auf. Aber auch die anderen Songs werden in die Handlung eingebunden.
   

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