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Hinter den blitzblanken Kulissen des verträumten
amerikanischen Holzfäller-Städtchens Lumberton
geschehen merkwürdige Dinge. Auf dem Rückweg
vom Krankenhaus, wo er seinen Vater besuchte, findet
der College-Student Jeffrey Beaumont ein menschliches
Ohr. Pflichtbewusst trägt er den makabren Fund
zur Polizei, wo er von Detective Williams nur vage
Auskünfte über die mögliche Herkunft
des Organs erhält.
Dafür erklärt Williams' biedere Tochter
Sandy, sie habe mithören können, dass
bei den Ermittlungen der Name der Nachtklub-Sängerin
Dorothy Vallens fiel. Obwohl Sandy zugeneigt, fühlt
Jeffrey sich von der mysteriösen Sängerin
bald so sehr angezogen, dass er heimlich in ihre
Wohnung schleicht, wo Dorothy ihn entdeckt.
Doch bevor sie den Eindringling zur Rede stellen
kann, klopft es an der Tür. Dorothy zwingt
Jeffrey, sich im Schrank zu verstecken, von wo aus
er Zeuge wird, wie die Sängerin von dem Psychopathen
Frank Booth zu einem obsessiven Sado-Maso-Spiel
gezwungen wird. Von dieser irritierenden Erfahrung
geprägt, wird Jeffrey Dorothys heimlicher Geliebter
und findet heraus, dass die Sängerin von Frank
erpresst wird, der ihren Mann Don entführt
hat: von ihm stammt das Ohr.
Jeffrey ist fasziniert von dieser "fremden
und seltsamen Welt" und geht so lange bei Dorothy
ein und aus, bis Frank ihn überrascht und ihm
am Ende eines bizarren nächtlichen Trips einen
harschen Denkzettel verpasst. Tags darauf gesteht
Jeffrey Sandy seine Liebe, doch das Idyll dauert
nicht lange, denn als ihnen vor Sandys Haus die
misshandelte Dorothy entgegenwankt, bleibt Sandy
nicht verborgen, dass Jeffrey ein Verhältnis
mit ihr hat. Die Polizei sucht nun nach Frank, doch
Jeffrey allein weiß, wo er ihn finden und
stellen kann ...
Mit "Blue Velvet", seinem vierten Spielfilm,
schaffte Regisseur David Lynch seinen Durchbruch.
Die Mischung aus Kriminalgeschichte, erotischem
Liebesthriller und surrealistischer Komödie
lief zunächst nur in ausgewählten New
Yorker Kinos. Doch entwickelte sich "Blue Velvet"
zu einem Publikumserfolg, ja Kultfilm der Achtzigerjahre.
Lynch selbst bezeichnete seinen äußerst
provozierenden Thriller als ein "Eindringen
ins Unterbewusstsein".
Die Wirkung des Films wird neben hervorragenden
Darstellern in einer farblich höchst ansprechenden
Bilddramaturgie durch eine stilbildende Mischung
aus beunruhigenden Geräuschen und einem hervorragenden
Soundtrack erzielt. Der Filmtitel "Blue Velvet"
bezieht sich auf den gleichnamigen Song von Bobby
Vinton, der damit in den 1960er-Jahren einen Nr.
1-Hit in den USA landete. Der Song durchzieht wie
ein roter Faden die Handlung, Isabella Rossellini
als Nachtklubsängerin Dorothy nimmt das Lied
immer wieder auf. Aber auch die anderen Songs werden
in die Handlung eingebunden.
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