Der Elefantenmensch

Spielfilm Großbritannien 1980
Regie David Lynch
Drehbuch Christopher De Vore, Eric Bergren und David Lynch
Musik John Morris
Kamera Freddie Francis
Darsteller John Merrick - John Hurt
Dr. Frederick Treves - Anthony Hopkins
Mrs. Kendal - Anne Bancroft
Carr Gomm - John Gielgud
Mothershead - Wendy Hiller
Bytes - Freddie Jones
Anne Treves - Hannah Gordon
Prinzessin Alexandra - Helen Ryan
Dr. Fox - John Standing
und andere

London 1884, auf dem Jahrmarkt wird den Schaulustigen ein menschliches Monster präsentiert: der Elefantenmensch. Durch Geschwüre und eine seltene Krankheit an Kopf, Oberkörper und Gliedmaßen schrecklich deformiert, weckt er die Neugier des ehrgeizigen jungen Arztes Dr. Frederick Treves. Der bietet dem Schausteller Bytes genügend Geld, um den Ärmsten freizukaufen. Treves bringt den Kranken zunächst heimlich in dem Hospital unter, in dem er arbeitet und macht ihn zu seinem Patienten. Schon bald erkennt er, dass der vermeintlich schwachsinnige Fleischklumpen ein liebenswerter Mensch mit ausgeprägter Persönlichkeit ist. Der junge Arzt erreicht bei seinem Vorgesetzten Carr Gomm, dass sein Schützling im Krankenhaus bleiben darf. Bald macht die Geschichte vom tragischen Fall des Elefantenmenschen John Merrick die Runde in der Londoner Gesellschaft, und er wird zu einer begehrten Attraktion. Auch die berühmte Schauspielerin Mrs. Kendal schenkt ihm ein auffallendes Interesse. Bei ihr verspürt er zum ersten Mal das beglückende Gefühl einer Seelenverwandtschaft.

"Der Elefantenmensch" war ein Höhepunkt der Kinosaison 1980/81, wurde achtmal für den Oscar nominiert und machte den jungen Regisseur David Lynch international bekannt. Mit einem beachtlichen Aufgebot renommierter Schauspieler erzählt er die authentische Geschichte eines jungen Mannes aus viktorianischer Zeit, der durch eine seltene Erbkrankheit extrem verunstaltet war. John Hurt erhielt für seine darstellerische Leistung in der Rolle des John Merrick 1981 den BAFTA Film Award als Bester Schauspieler. Lynch folgte weitgehend zeitgenössischen Berichten über den "Elefantenmenschen" und entwickelte in ungemein plastischen und kontrastreichen Schwarz-Weiß-Aufnahmen am Beispiel eines Außenseiterschicksals das Gesicht einer Epoche, geprägt von der Ambivalenz des Fortschritts, von den Umwälzungen der Technik, der Zerstörung der Natur, aber auch von großartigen Errungenschaften und Entdeckungen des menschlichen Geistes.
   

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