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London 1884, auf dem Jahrmarkt wird den Schaulustigen
ein menschliches Monster präsentiert: der Elefantenmensch.
Durch Geschwüre und eine seltene Krankheit
an Kopf, Oberkörper und Gliedmaßen schrecklich
deformiert, weckt er die Neugier des ehrgeizigen
jungen Arztes Dr. Frederick Treves. Der bietet dem
Schausteller Bytes genügend Geld, um den Ärmsten
freizukaufen. Treves bringt den Kranken zunächst
heimlich in dem Hospital unter, in dem er arbeitet
und macht ihn zu seinem Patienten. Schon bald erkennt
er, dass der vermeintlich schwachsinnige Fleischklumpen
ein liebenswerter Mensch mit ausgeprägter Persönlichkeit
ist. Der junge Arzt erreicht bei seinem Vorgesetzten
Carr Gomm, dass sein Schützling im Krankenhaus
bleiben darf. Bald macht die Geschichte vom tragischen
Fall des Elefantenmenschen John Merrick die Runde
in der Londoner Gesellschaft, und er wird zu einer
begehrten Attraktion. Auch die berühmte Schauspielerin
Mrs. Kendal schenkt ihm ein auffallendes Interesse.
Bei ihr verspürt er zum ersten Mal das beglückende
Gefühl einer Seelenverwandtschaft.
"Der Elefantenmensch" war ein Höhepunkt
der Kinosaison 1980/81, wurde achtmal für den
Oscar nominiert und machte den jungen Regisseur
David Lynch international bekannt. Mit einem beachtlichen
Aufgebot renommierter Schauspieler erzählt
er die authentische Geschichte eines jungen Mannes
aus viktorianischer Zeit, der durch eine seltene
Erbkrankheit extrem verunstaltet war. John Hurt
erhielt für seine darstellerische Leistung
in der Rolle des John Merrick 1981 den BAFTA Film
Award als Bester Schauspieler. Lynch folgte weitgehend
zeitgenössischen Berichten über den "Elefantenmenschen"
und entwickelte in ungemein plastischen und kontrastreichen
Schwarz-Weiß-Aufnahmen am Beispiel eines Außenseiterschicksals
das Gesicht einer Epoche, geprägt von der Ambivalenz
des Fortschritts, von den Umwälzungen der Technik,
der Zerstörung der Natur, aber auch von großartigen
Errungenschaften und Entdeckungen des menschlichen
Geistes.
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