|
Nacht liegt über Manhattan, während sich
im 86. Stock des Millennium Building zwei Wachmänner
als Gelegenheitsvoyeure betätigen. Nachdem
ein Gewitter aufgezogen ist und sie schnell mit
dem Fahrstuhl nach unten wollen, spielen jedoch
die Lifte verrückt. Es wird Tag, der 102 Stockwerke
hohe Wolkenkratzer wimmelt von Menschen, die alle
in die Fahrstühle drängen. Auch eine Gruppe
von Hochschwangeren, die gerade ihren Gymnastikkurs
beendet haben, will nach unten. Doch ihr Lift bleibt
mit einem Ruck stecken und saust dann in die Tiefe.
Als die Frauen lebend geborgen werden, schallt den
Rettungskräften Babygeschrei entgegen.
Doch nicht alle kommen mit dem Schrecken davon:
Ein lüsterner Blinder stürzt in den Schacht,
ein Wachmann wird von Fahrstuhltüren geköpft,
ein Skater verschluckt und in hohem Bogen ausgespuckt:
Die offenbar defekten Aufzüge entwickeln ein
gefährliches Eigenleben, das sich die Wartungstechniker
nicht erklären können. Mit Tricks verschafft
sich die junge Reporterin Jennifer Zugang zum Tatort
und redet mit dem Fahrstuhlmechaniker Mark, der
als Einziger den Thesen von Polizei und Gebäudemanager
keinen Glauben schenkt. Seiner Meinung nach soll
etwas vertuscht werden. Statt auf die Fährte
eines Psychopathen, der angeblich in den Aufzügen
sein Unwesen treibt, geraten die zwei dann auch
auf die Spur eines verrückten Gen-Wissenschaftlers.
Der niederländische Regisseur Dick Maas drehte
ein Remake seines eigenen Horrorfilms "Fahrstuhl
des Grauens" aus dem Jahr 1983. Naomi Watts,
die in David Lynchs "Mulholland Drive"
zum Star wurde, überzeugt in der Rolle der
kessen Reporterin, ihr zur Seite steht James Marshall.
Auch die Nebenrollen sind mit markanten Charakterköpfen
wie Ron Perlman, Dan Hedaya und Michael Ironside
besetzt.
Maas inszeniert seinen Lift-Thriller erfreulich
unprätentiös und spielt ebenso gekonnt
wie augenzwinkernd auf der Klaviatur der Ängste
vor einer unbeherrschbaren Technik, insbesondere
mit der heimlichen Beklemmung beim Betreten von
Fahrstühlen. Ein Alptraum wird wahr: Die Maschine
erwacht zu einem fatalen Eigenleben und lässt
ihre Aggressionen am Menschen aus. Immerhin ist
statistisch belegt, dass täglich weltweit 1,8
Millionen Menschen zu Gefangenen der Fahrstühle
werden - und nicht immer nur kurzzeitig.
|