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Die Buntkarierten
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Deutscher
Spielfilm von 1949
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| Regie |
Kurt
Maetzig |
| Drehbuch |
Berta
Waterstradt, nach ihrem Hörspiel "Während
der Stromsperre" |
| Musik |
H. W. Wiemann |
| Kamera |
Friedl
Behn-Grund und Karl Plintzner |
| Darsteller |
Guste
Schmiedecke - Camilla Spira
Paul Schmiedecke - Werner Hinz
Frieda - Ursula Diestel
Emma - Carsta Löck
Marie - Yvonne Merin
Hans Schmiedecke - Kurt Liebenau
Erika Schmiedecke - Yvonne Sturm
Suse - Margarete Kloppstech
Christel - Brigitte Krause
Ururgroßmutter von Christel - Lotte Lieck
Ururgroßvater von Christel - Friedrich Gnass
Agathe von Markenbrunn - Ilva Günten
Major von Markenbrunn - Herbert Hübner
Anton, Bursche des Majors - Hans Klering
Auguste, Köchin bei Markenbrunns - Else Reval
Landsturmmann - Willi Rose
Levin - Walter Bluhm
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Berlin 1884. Guste kommt als uneheliches Kind des
Dienstmädchens Marie zur Welt, doch Marie stirbt
bei der Geburt. Guste wächst bei der Großmutter
auf, die als Näherin Tag und Nacht schuften
muss und auch Guste mit einspannt. Mit 18 wird sie
ebenfalls ein Dienstmädchen und lernt im Hause
ihrer Herrschaft den charmanten Maler Paul kennen.
Nach einem romantischen Tanzvergnügen kommen
sie sich näher und heiraten. Ihr Glück
wird jedoch jäh unterbrochen, als Paul zum
Ersten Weltkrieg einberufen wird. Guste hat Mühe,
ihre Kinder Hans und Suse zu ernähren. Sie
arbeitet als Granatendreherin, doch die zunehmende
Härte des Krieges macht sie zur Pazifistin.
1915 kehrt Paul heim und engagiert sich für
die sozialdemokratische Gewerkschaft. Guste steht
ihm zur Seite, auch als Paul nach der Machtergreifung
der Nazis die Arbeit verliert. Paul feiert noch
die Hochzeit seines Sohnes Hans mit Erika und die
Geburt seiner Enkelin Christel, doch die zerstörten
Ideale und eine Lungenentzündung lassen ihn
als gebrochenen Mann sterben.
Die Weltwirtschaftskrise bricht aus. Guste freut
sich, dass Hans endlich wieder eine Stelle findet.
Als sie aber erfährt, dass er Granaten herstellt,
kommt es zum Bruch. Der Zweite Weltkrieg beginnt.
Verzweifelt steht Guste eines Tages vor dem ausgebrannten
Haus, in dem Hans mit seiner Familie umkam. Als
sie Zeugin einer "Judenauktion" wird,
auf welcher das Inventar ihrer deportierten Nachbarn
verscherbelt wird, protestiert sie heftig und wird
von der Gestapo verhaftet. Nach dem Krieg, 1949,
bleibt Guste nur noch ihre Enkelin Christel, die
nun studiert. Guste näht ihr aus der gehüteten
bunt karierten Bettwäsche ihrer Mutter Marie
ein Kleid, das sie zugleich an die schweren Jahre
erinnern soll, die jetzt wohl nur noch Geschichte
sind.
Kurt Maetzig gelang mit "Die Buntkarierten"
nicht nur eine von viel Atmosphäre getragene
Hommage an das Berliner Arbeitermilieu der Jahrhundertwende,
sondern auch eine überzeugende Parabel über
politische Zivilcourage. Der Regisseur, einer der
wichtigsten Repräsentanten des DDR-Films, wurde
am 25. Januar 2006 95 Jahre alt. Kurt Maetzig war
einer der Gründungsväter der Filmgesellschaft
DEFA, er rief die Wochenschau "Der Augenzeuge"
ins Leben und inszenierte mit seinem ersten Spielfilm
"Ehe im Schatten" 1947 eine der besten
DEFA-Produktionen. Die wahre Geschichte des Schauspielers
Gottschalk und seiner jüdischen Ehefrau, die
in der Nazizeit Selbstmord begingen, sahen in ganz
Deutschland zehn Millionen Zuschauer.
Später folgten monumentale Auftragswerke wie
die Ernst-Thälmann-Filme und "Das Lied
der Matrosen" (1958). Mit "Der schweigende
Stern" (1959) inszenierte er den ersten Science-Fiction-Film
der DEFA und mit "Das Kaninchen bin ich"
(1965) einen der Filme, die nach dem 11. Plenum
des Zentralkomitees der SED in Ungnade fielen und
bis zur Wende in den Tresoren verschwanden. "Mann
gegen Mann" wurde 1975 Kurt Maetzigs letzter
Film.
Der Film gilt als Klassiker des DEFA-Films der Nachkriegsjahre,
nicht zuletzt durch Camilla Spiras leidenschaftliche
Darstellung der Guste, die vom blühenden Mädchen
zur alten, leidgeprüften Großmutter reicht.
Geboren 1906 in Hamburg, hatte Camilla Spira zu
jenem Zeitpunkt leidvolle Jahre hinter sich. Die
Tochter des jüdischen Schauspielers Fritz Spira
und dessen Frau Lotte Spira-Andresen, begann schon
mit 16 Jahren ihre Bühnenlaufbahn
am Berliner Wallner-Theater. Bis 1933 spielte sie
sehr erfolgreich an Berliner und Wiener Bühnen
und trat in der Rolle des jungen Mädchens im
deutschen Film auf.
1933
erhielt sie als Halbjüdin Berufsverbot. Mit
ihrem Ehemann Hermann Eisner und zwei Kindern
konnte sie nach Holland emigrieren, wo sie aber
1943 von den deutschen Besatzern ins KZ Westerbork
eingeliefert wurde. Wesentlich zur späteren
Freilassung trug bei, dass ihre Mutter in einer
Falschaussage die Vaterschaft von Fritz Spira,
der 1943 im KZ umgebracht wurde, leugnete. Camilla
Spira kehrte 1947 nach Berlin zurück, für
die Rolle der Guste erhielt sie 1949 einen der
ersten Nationalpreise der DDR. Man legte ihr nahe,
in
den Ostteil der Stadt zu ziehen, wenn sie weitere
DEFA-Engagements haben wollte. Doch im Gegensatz
zu ihrer Schwester Steffie Spira, auch sie Schauspielerin,
lehnte sie ab. Im bundesdeutschen Film- und Fernsehgeschäft
verkörperte sie später meist patente
Frauen und Mütter mit dem Herzen auf dem
rechten Fleck. Gerühmt wurden ihr
herzliches Lachen, das sie sich bis ins hohe Alter
bewahrte, und ihr fröhliches Temperament.
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