Vergesst mir meine Traudel nicht

Spielfilm aus der DDR von 1957
Regie Kurt Maetzig
Drehbuch Kuba (Kurt Bartel) und Kurt Maetzig
Musik Hans Hendrik Wehding
Kamera Erwin Anders
Darsteller Gertraud Gerber, "Traudel" - Eva-Maria Hagen
Hannes Wunderlich, Volkspolizist - Horst Kube
Wolfgang Auer, Lehrer - Günter Haack
Frau Palotta - Erna Sellmer
VP-Kommissar - Günther Simon
Frau Neumann, Portierfrau - Maria Besendahl
Schulleiter - Rudi Schiemann
Volkspolizist im Revier - Paul Pfingst
Wirt im Tanzcafé "Lila" - Jean Brahn
Gast im Tanzcafé - Fred Delmare
und andere

"Vergesst mir meine Traudel nicht", steht auf dem Zettel, den die 18-jährige Traudel bei sich trägt, als sie in einer dunklen Mainacht aus einem Heim auf und davon läuft. Nun steht Traudel auf der Landstraße, fast ein Kind noch, das viele Selbstverständlichkeiten des Lebens nicht kennt, andererseits aber unwahrscheinlich selbstsicher die unmöglichsten Dinge anstellt. Das bekommt der junge Lehrer Wolfgang Auer zu spüren, der sie nach Berlin bringt und ihr eine Unterkunft verschafft.

Mit seinem wohldurchdachten Erziehungsplan erleidet er Schiffbruch und muss zusehen, wie er durch sein mangelndes Vertrauen Traudel an seinen Freund Hannes, den Volkspolizisten, verliert. Hannes gelingt es, etwas über die Geschichte ihrer tragisch ums Leben gekommenen Eltern zu erfahren. Er verhilft Traudel nicht nur mit einem ordnungsgemäßen Personalausweis zu mehr Geborgenheit und Schutz in ihrem Leben.

"Vergesst mir meine Traudel nicht", eine der schönsten DEFA-Komödien, gehörte zu den Kinohits der Fünfzigerjahre. Den Autoren Kuba und Kurt Maetzig gelang es, einen Stoff mit historisch-tragischem Hintergrund komödiantisch umzusetzen, ohne die Helden zu brüskieren oder Vergangenes zu leugnen. In der damaligen Schauspielschülerin Eva-Maria Hagen fanden sie für die Darstellung der kratzbürstigen Traudel die ideale Besetzung. Sie begeisterte das Publikum mit ihrer Kessheit, ihrem umwerfenden Jargon und natürlich auch mit ihrem Sex-Appeal, der damals in DEFA-Filmen selten zu finden war.

Den gutmütigen Volkspolizisten Hannes Wunderlich besetzte Kurt Maetzig mit Horst Kube, dessen komödiantisches Talent ihm bei den Dreharbeiten zu "Schlösser und Katen" (1957) aufgefallen war. Horst Kube, gestorben am 18. Oktober 1976, begann seine Schauspielkarriere nach dem Krieg. Über Engagements an verschiedenen Bühnen in Potsdam, Frankfurt (Oder) und Berlin kam er 1952 zum Berliner Ensemble. Der "urberliner Junge mit kessem Mundwerk und goldigem Humor" (Horst Lukas, 1958) war auch als Kabarettist erfolgreich, u.a. im Berliner Friedrichstadtpalast und im Fernsehen. Er spielte in zahlreichen DEFA-Filmen, so u. a. in "Sonnensucher" (1958), "Der Moorhund" (1960) und "Das verhexte Fischerdorf" (1962). Doch der große Erfolg blieb ihm versagt.
   

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