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"Vergesst mir meine Traudel nicht", steht
auf dem Zettel, den die 18-jährige Traudel
bei sich trägt, als sie in einer dunklen Mainacht
aus einem Heim auf und davon läuft. Nun steht
Traudel auf der Landstraße, fast ein Kind
noch, das viele Selbstverständlichkeiten des
Lebens nicht kennt, andererseits aber unwahrscheinlich
selbstsicher die unmöglichsten Dinge anstellt.
Das bekommt der junge Lehrer Wolfgang Auer zu spüren,
der sie nach Berlin bringt und ihr eine Unterkunft
verschafft.
Mit seinem wohldurchdachten Erziehungsplan erleidet
er Schiffbruch und muss zusehen, wie er durch sein
mangelndes Vertrauen Traudel an seinen Freund Hannes,
den Volkspolizisten, verliert. Hannes gelingt es,
etwas über die Geschichte ihrer tragisch ums
Leben gekommenen Eltern zu erfahren. Er verhilft
Traudel nicht nur mit einem ordnungsgemäßen
Personalausweis zu mehr Geborgenheit und Schutz
in ihrem Leben.
"Vergesst mir meine Traudel nicht", eine
der schönsten DEFA-Komödien, gehörte
zu den Kinohits der Fünfzigerjahre. Den Autoren
Kuba und Kurt Maetzig gelang es, einen Stoff mit
historisch-tragischem Hintergrund komödiantisch
umzusetzen, ohne die Helden zu brüskieren oder
Vergangenes zu leugnen. In der damaligen Schauspielschülerin
Eva-Maria Hagen fanden sie für die Darstellung
der kratzbürstigen Traudel die ideale Besetzung.
Sie begeisterte das Publikum mit ihrer Kessheit,
ihrem umwerfenden Jargon und natürlich auch
mit ihrem Sex-Appeal, der damals in DEFA-Filmen
selten zu finden war.
Den gutmütigen Volkspolizisten Hannes Wunderlich
besetzte Kurt Maetzig mit Horst Kube, dessen komödiantisches
Talent ihm bei den Dreharbeiten zu "Schlösser
und Katen" (1957) aufgefallen war. Horst Kube,
gestorben am 18. Oktober 1976, begann seine Schauspielkarriere
nach dem Krieg. Über Engagements an verschiedenen
Bühnen in Potsdam, Frankfurt (Oder) und Berlin
kam er 1952 zum Berliner Ensemble. Der "urberliner
Junge mit kessem Mundwerk und goldigem Humor"
(Horst Lukas, 1958) war auch als Kabarettist erfolgreich,
u.a. im Berliner Friedrichstadtpalast und im Fernsehen.
Er spielte in zahlreichen DEFA-Filmen, so u. a.
in "Sonnensucher" (1958), "Der Moorhund"
(1960) und "Das verhexte Fischerdorf"
(1962). Doch der große Erfolg blieb ihm versagt.
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