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Rom, 44 v. Chr.: Julius Caesar ist auf dem Höhepunkt
seiner Macht. Das Volk umjubelt ihn als großen
Feldherrn und Politiker, doch durch seine Erfolge
hat er sich auch einige einflussreiche Senatoren
zu Feinden gemacht. In der Befürchtung, dass
Caesar zum Tyrannen werden könnte, schmieden
die ehrgeizigen Verschwörer Cassius und Casca
ein Komplott zu dessen Ermordung. Sie wollen auch
Caesars Weggefährten Brutus für ihr Vorhaben
gewinnen, doch er schließt sich ihnen nur
zögerlich an. Bevor sich Caesar am nächsten
Tag zum König krönen lassen kann, wird
er von Cassius, Casca und Brutus erstochen.
Brutus stellt diese Tat vor dem römischen Volk
als edlen Tyrannenmord dar, doch als Caesars Vertrauter
Marcus Antonius die Verschwörer in einer feurigen
Rede als Verräter brandmarkt, kippt die Stimmung
um. Brutus und seine Mitverschwörer werden
von den Legionen des Antonius unerbittlich gejagt.
Zwischen den Fliehenden kommt es zudem zum Zerwürfnis.
Brutus verzweifelt an seiner Tat und klagt Cassius
zugleich der Bestechung an. Antonius stellt die
Truppen der Verschwörer bei Philippi zur letzten
Schlacht.
Regisseur Joseph L. Mankiewicz hatte für die
vers- und werkgetreue Verfilmung des Shakespeare-Dramas
"Julius Caesar" von MGM nur ein Budget
von zwei Millionen Dollar zur Verfügung gestellt
bekommen und war gezwungen, Restbestände an
Bauten und Kostümen der "Quo Vadis"-Produktion
von 1951 zu nutzen. Aber Mankiewicz setzte sich
in einem Punkt gegen das Studio durch. Er inszenierte
in Schwarzweiß, weil er noch nie ein gutes,
ernsthaftes Kinodrama in Farbe gesehen habe. "'Julius
Caesar' ist ein Film über Gefühle, Gewalt,
über Menschen - ihre Ambitionen, ihre Träume.
Menschen träumen in Schwarzweiß, nicht
in Technicolor".
Seine Ausstatter setzten seine Idee dermaßen
gut um, dass der Film 1954 den Oscar für das
Beste Szenenbild in Schwarzweiß erhielt. Nominiert
für einen Oscar war auch der jüngste im
Ensemble der hervorragenden Darsteller: Marlon Brando.
Dabei hatte seine Besetzung als Marcus Antonius
die Filmindustrie zunächst geschockt, "galt
er doch seit 'Endstation Sehnsucht' (1951) als der
'Nuschler' und 'Spucker' .... Aber Brando strafte
alle Lügen mit seiner aufsehenerregenden Darstellung
... Dass der Film auch beträchtlichen Gewinn
machte, ist vor allem seiner erstaunlichen Leistung
zu verdanken" (Motion Picture Guide).
Schon seine New Yorker Schauspiellehrerin Stella
Adler erkannte seine außergewöhnliche
Begabung: "Marlon hat nie lernen müssen,
wie man spielt; er wusste es. Nichts Menschliches
war ihm fremd. Er hat das Talent zu jeder Rolle."
Mit ihrer Hilfe bekam er seine erste Rolle. Obwohl
Brando Hollywood verachtete und er mit seiner Eigenwilligkeit
zum Schrecken aller Produzenten wurde, startete
er eine beispiellose Karriere. Vier Jahre hintereinander
wurde er für den Oscar nominiert, den ersten
erhielt er schließlich für "Die
Faust im Nacken" (1955).
Seinen letzten Film drehte er 2001, am 1. Juli 2004
starb er mit 80 Jahren. "Ohne einen Brando",
so schrieb die FAZ in ihrem Nachruf, "wären
ein Nicholson, ein Pacino, ein De Niro, ein Sean
Penn nicht denkbar". Mit "Julius Caesar",
seinem vierten Spielfilm, erinnert das MDR FERNSEHEN
an Marlon Brandos 85. Geburtstag am 3. April 2009.
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