Julius Caesar

Spielfilm aus den USA von 1953
Regie Joseph L. Mankiewicz
Drehbuch Joseph L. Mankiewicz, nach der gleichnamigen Tragödie von William Shakespeare
Musik Miklos Rozsa
Kamera Joseph Ruttenberg
Darsteller Marcus Antonius - Marlon Brando
Brutus - James Mason
Cassius - John Gielgud
Julius Caesar - Louis Calhern
Casca - Edmond O'Brien
Calpurnia - Greer Garson
Portia - Deborah Kerr
Marullus - George Macready
Flavius - Michael Pate
Wahrsager - Richard Hale
und andere

Rom, 44 v. Chr.: Julius Caesar ist auf dem Höhepunkt seiner Macht. Das Volk umjubelt ihn als großen Feldherrn und Politiker, doch durch seine Erfolge hat er sich auch einige einflussreiche Senatoren zu Feinden gemacht. In der Befürchtung, dass Caesar zum Tyrannen werden könnte, schmieden die ehrgeizigen Verschwörer Cassius und Casca ein Komplott zu dessen Ermordung. Sie wollen auch Caesars Weggefährten Brutus für ihr Vorhaben gewinnen, doch er schließt sich ihnen nur zögerlich an. Bevor sich Caesar am nächsten Tag zum König krönen lassen kann, wird er von Cassius, Casca und Brutus erstochen.

Brutus stellt diese Tat vor dem römischen Volk als edlen Tyrannenmord dar, doch als Caesars Vertrauter Marcus Antonius die Verschwörer in einer feurigen Rede als Verräter brandmarkt, kippt die Stimmung um. Brutus und seine Mitverschwörer werden von den Legionen des Antonius unerbittlich gejagt. Zwischen den Fliehenden kommt es zudem zum Zerwürfnis. Brutus verzweifelt an seiner Tat und klagt Cassius zugleich der Bestechung an. Antonius stellt die Truppen der Verschwörer bei Philippi zur letzten Schlacht.

Regisseur Joseph L. Mankiewicz hatte für die vers- und werkgetreue Verfilmung des Shakespeare-Dramas "Julius Caesar" von MGM nur ein Budget von zwei Millionen Dollar zur Verfügung gestellt bekommen und war gezwungen, Restbestände an Bauten und Kostümen der "Quo Vadis"-Produktion von 1951 zu nutzen. Aber Mankiewicz setzte sich in einem Punkt gegen das Studio durch. Er inszenierte in Schwarzweiß, weil er noch nie ein gutes, ernsthaftes Kinodrama in Farbe gesehen habe. "'Julius Caesar' ist ein Film über Gefühle, Gewalt, über Menschen - ihre Ambitionen, ihre Träume. Menschen träumen in Schwarzweiß, nicht in Technicolor".

Seine Ausstatter setzten seine Idee dermaßen gut um, dass der Film 1954 den Oscar für das Beste Szenenbild in Schwarzweiß erhielt. Nominiert für einen Oscar war auch der jüngste im Ensemble der hervorragenden Darsteller: Marlon Brando. Dabei hatte seine Besetzung als Marcus Antonius die Filmindustrie zunächst geschockt, "galt er doch seit 'Endstation Sehnsucht' (1951) als der 'Nuschler' und 'Spucker' .... Aber Brando strafte alle Lügen mit seiner aufsehenerregenden Darstellung ... Dass der Film auch beträchtlichen Gewinn machte, ist vor allem seiner erstaunlichen Leistung zu verdanken" (Motion Picture Guide).

Schon seine New Yorker Schauspiellehrerin Stella Adler erkannte seine außergewöhnliche Begabung: "Marlon hat nie lernen müssen, wie man spielt; er wusste es. Nichts Menschliches war ihm fremd. Er hat das Talent zu jeder Rolle." Mit ihrer Hilfe bekam er seine erste Rolle. Obwohl Brando Hollywood verachtete und er mit seiner Eigenwilligkeit zum Schrecken aller Produzenten wurde, startete er eine beispiellose Karriere. Vier Jahre hintereinander wurde er für den Oscar nominiert, den ersten erhielt er schließlich für "Die Faust im Nacken" (1955).

Seinen letzten Film drehte er 2001, am 1. Juli 2004 starb er mit 80 Jahren. "Ohne einen Brando", so schrieb die FAZ in ihrem Nachruf, "wären ein Nicholson, ein Pacino, ein De Niro, ein Sean Penn nicht denkbar". Mit "Julius Caesar", seinem vierten Spielfilm, erinnert das MDR FERNSEHEN an Marlon Brandos 85. Geburtstag am 3. April 2009.
   

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