|
Der in Deutschland lebende Pole Pawel reist in seine
Heimat, getrieben von Erinnerungen an ein Ereignis
in seiner Kindheit, das mysteriöse Verschwinden
seines jüdischen Freundes Dawid Weiser. In
den Sechzigerjahren hatte sich der 12-jährige
Pawel mit dem geheimnisumwobenen Außenseiter
angefreundet, der in seiner grenzenlosen Phantasie
und den halsbrecherischen Abenteuern genau das symbolisiert,
was jeder Junge gern sein würde.
Die Kinder hatten ein Munitionslager entdeckt und
Krieg gespielt. Nach einer Explosion war Dawid plötzlich
verschwunden. Die Folge: Verhöre in der Schule,
Drangsalierungen durch einen ganz und gar unchristlichen
Priester. Doch was steckte hinter all dem? Wer war
Weiser? Wohin ist er verschwunden? Hätte man
dem Freund helfen können? Lebt er vielleicht
noch in anderer Gestalt? Was ist wahrhaftig und
was Phantasie? Fragen, die Pawel umtreiben.
Der Film, basierend auf dem Erfolgsroman "Weiser
Dawidek" des polnischen Autors Paul Huelle,
macht sich in Rückblicken und Gesprächen
auf die Suche nach dieser Vergangenheit, die Pawel
und seine Freunde auch mit ihrer Gegenwart konfrontiert.
Die zeitliche Verortung in der Vergangenheit verweist
auf das dunkle Kapitel der größten antisemitischen
Vorfälle in Polen seit dem Krieg. Viele junge
jüdische Polen verließen in jener Zeit
das Land, Jahrzehnte wurde darüber geschwiegen.
Und so gestaltet sich die Geschichte auch als Suche
nach den Rätseln der Kindheit der Protagonisten
und deren eigenem Ich, die wiederum in die Gegenwart
führt.
Regisseur Marczewski gelang mit "Weiser"
eine kunstfertige Parabel mit verschachtelten Ebenen
in bildhaften Metaphern. Neben einer ganzen Reihe
prominenter polnischer Darsteller wie Krystyna Janda
und Marek Kondrat wirken die deutschen Schauspieler
Michael Mendl und Juliane Köhler mit.
|