|
"Ein blonder Traum" - das ist Lilian Harvey,
in den Dreißiger- und Vierzigerjahren als
"das süßeste Mädel der Welt"
gefeiert. Ihre Partner in dieser Liebeskomödie
sind der Wiener Charmeur, Schauspieler und Regisseur
Willi Forst - und natürlich Willy Fritsch.
Elf Mal standen er und Lilian Harvey von 1926 -
1939 gemeinsam vor der Kamera und wurden zum Traumpaar
des deutschen Films. Wahre Kassenschlager wurden
"Hokuspokus", "Die Drei von der Tankstelle"
und "Der Kongress tanzt". Lilian Harvey
avancierte zum Filmstar Nr. 1, ihre Mode, ihre Frisuren,
ihr ganzer Stil wurde nachgeahmt.
Während der Dreharbeiten zu "Ein blonder
Traum" verliebte sie sich in Regisseur Paul
Martin, dessen Karriere ihr für sechs gemeinsame
Jahre wichtiger wurde als die eigene. Beide gingen
1933 nach Hollywood, kehrten aber bereits zwei Jahre
später zurück. Mit dem sich am Stil amerikanischer
"Screwball Comedies" orientierenden Film
"Glückskinder" konnte das Filmliebespaar
Harvey-Fritsch wieder an seine früheren Erfolge
anknüpfen. Die zwei Jahre später, 1939,
gedrehte Emanzipationskomödie "Frau am
Steuer" wurde ihr letzter gemeinsamer Filmauftritt
und für Lilian Harvey der letzte in Deutschland.
Sie emigrierte und ihr Comeback nach dem Krieg blieb
erfolglos. Für ihre Verdienste um den deutschen
Film wurde die Schauspielerin (der 1943 die deutsche
Staatsbürgerschaft entzogen worden war) 1965
mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet, zwei Jahre
später mit dem Bambi. Lilian Harvey starb am
27. Juli 1968 im Alter von 61 Jahren an einer verschleppten
Gelbsucht in Cap d'Antibes an der französischen
Riviera.
Die beiden Fensterputzer Willy I (Willy Fritsch)
und Willy II (Willi Forst) sind die besten Freunde
und passionierte Erbauer von Luftschlössern.
Die reizende zierliche Blondine Jou-Jou (Lilian
Harvey), die als "Wurfgeschoss" in einem
Zirkus arbeitet, ist in Sachen Träumen genauso
begabt. Sie träumt von einer Karriere in Hollywood.
Ausgerechnet ihr laufen die beiden Willys über
den Weg. Sie helfen der Kleinen gegen einen sich
aufplusternden Hotelportier (Wolfgang Heinz), der
sie hinauswerfen will, als sie versucht, zum Hollywood-Mogul
Merryman (C. Hooper Trask) vorzudringen. Dabei hat
Jou-Jou ein persönliches Schreiben vorzuweisen,
das Merryman ihr bei der ersten Begegnung gegen
25 Dollar Gebühr ausgestellt hatte.
So behutsam wie möglich klären die beiden
Willys ihren Schützling auf, dass sie einem
Schwindler auf den Leim gegangen ist. Jou-Jou ist
verzweifelt, denn die 25 Dollar waren ihre eiserne
Reserve und den Job beim Zirkus hat sie tollkühn
gekündigt. Willy I und II zögern nicht,
der Obdach- und Mittellosen eine Bleibe auf "ihrer"
Wiese anzubieten. Dort hausen sie vor den Toren
Berlins in zwei gemütlichen ausrangierten Eisenbahnwaggons
mietfrei und ungestört, genau wie ihr Freund
"Vogelscheuche" (Paul Hörbiger),
der zwar kein Geld, dafür aber reichlich Lebenserfahrung
und viel Herz hat. Jou-Jou zieht in den vierten,
bis dato leer stehenden Waggon ein. Alles könnte
herrlich sein, wenn Jou-Jou nicht immer noch von
Hollywood träumen würde und die beiden
Willys sich nicht unsterblich in ihre verwirrende
blonde Schönheit und Zartheit verliebt hätten.
|