Ein blonder Traum

Deutscher Spielfilm von 1932
Regie Paul Martin
Drehbuch Walter Reisch und Billy Wilder
Musik Werner R. Heymann und Gérard Jacobson
Kamera Günther Rittau, Otto Baecker und Konstantin Irmen-Tschet
Darsteller Jou-Jou - Lilian Harey
Willy I - Willy Fritsch
Willy II - Willi Forst
"Vogelscheuche" - Paul Hörbiger
"Illustrierte Ilse" - Trude Hesterberg
Mr. Merryman - C. Hooper Trask
Merrymans Sekretär - Hans Deppe
Portier - Wolfgang Heinz
und andere

"Ein blonder Traum" - das ist Lilian Harvey, in den Dreißiger- und Vierzigerjahren als "das süßeste Mädel der Welt" gefeiert. Ihre Partner in dieser Liebeskomödie sind der Wiener Charmeur, Schauspieler und Regisseur Willi Forst - und natürlich Willy Fritsch. Elf Mal standen er und Lilian Harvey von 1926 - 1939 gemeinsam vor der Kamera und wurden zum Traumpaar des deutschen Films. Wahre Kassenschlager wurden "Hokuspokus", "Die Drei von der Tankstelle" und "Der Kongress tanzt". Lilian Harvey avancierte zum Filmstar Nr. 1, ihre Mode, ihre Frisuren, ihr ganzer Stil wurde nachgeahmt.

Während der Dreharbeiten zu "Ein blonder Traum" verliebte sie sich in Regisseur Paul Martin, dessen Karriere ihr für sechs gemeinsame Jahre wichtiger wurde als die eigene. Beide gingen 1933 nach Hollywood, kehrten aber bereits zwei Jahre später zurück. Mit dem sich am Stil amerikanischer "Screwball Comedies" orientierenden Film "Glückskinder" konnte das Filmliebespaar Harvey-Fritsch wieder an seine früheren Erfolge anknüpfen. Die zwei Jahre später, 1939, gedrehte Emanzipationskomödie "Frau am Steuer" wurde ihr letzter gemeinsamer Filmauftritt und für Lilian Harvey der letzte in Deutschland.

Sie emigrierte und ihr Comeback nach dem Krieg blieb erfolglos. Für ihre Verdienste um den deutschen Film wurde die Schauspielerin (der 1943 die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen worden war) 1965 mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet, zwei Jahre später mit dem Bambi. Lilian Harvey starb am 27. Juli 1968 im Alter von 61 Jahren an einer verschleppten Gelbsucht in Cap d'Antibes an der französischen Riviera.

Die beiden Fensterputzer Willy I (Willy Fritsch) und Willy II (Willi Forst) sind die besten Freunde und passionierte Erbauer von Luftschlössern. Die reizende zierliche Blondine Jou-Jou (Lilian Harvey), die als "Wurfgeschoss" in einem Zirkus arbeitet, ist in Sachen Träumen genauso begabt. Sie träumt von einer Karriere in Hollywood. Ausgerechnet ihr laufen die beiden Willys über den Weg. Sie helfen der Kleinen gegen einen sich aufplusternden Hotelportier (Wolfgang Heinz), der sie hinauswerfen will, als sie versucht, zum Hollywood-Mogul Merryman (C. Hooper Trask) vorzudringen. Dabei hat Jou-Jou ein persönliches Schreiben vorzuweisen, das Merryman ihr bei der ersten Begegnung gegen 25 Dollar Gebühr ausgestellt hatte.

So behutsam wie möglich klären die beiden Willys ihren Schützling auf, dass sie einem Schwindler auf den Leim gegangen ist. Jou-Jou ist verzweifelt, denn die 25 Dollar waren ihre eiserne Reserve und den Job beim Zirkus hat sie tollkühn gekündigt. Willy I und II zögern nicht, der Obdach- und Mittellosen eine Bleibe auf "ihrer" Wiese anzubieten. Dort hausen sie vor den Toren Berlins in zwei gemütlichen ausrangierten Eisenbahnwaggons mietfrei und ungestört, genau wie ihr Freund "Vogelscheuche" (Paul Hörbiger), der zwar kein Geld, dafür aber reichlich Lebenserfahrung und viel Herz hat. Jou-Jou zieht in den vierten, bis dato leer stehenden Waggon ein. Alles könnte herrlich sein, wenn Jou-Jou nicht immer noch von Hollywood träumen würde und die beiden Willys sich nicht unsterblich in ihre verwirrende blonde Schönheit und Zartheit verliebt hätten.
   

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