Tragödie einer Leidenschaft

Deutscher Spielfilm von 1949
Regie Kurt Meisel
Drehbuch Emil Burri, frei nach der Novelle "Pawlin" von Nikolai Leskow
Musik Mark Lothar
Kamera Heinz Schnackertz
Darsteller Ljuba Andrejewna - Joana Maria Gorvin
Anna Iwanowna - Hermine Körner
Pawlin - Carl Kuhlmann
Wladimir Alexandrowitsch, "Dodja" - Friedrich Schoenfelder
Nikolai, "Kolja" - Nikolai Kolin
Sergej Iwanowitsch - Kurt Waitzmann
Mutter von Ljuba - Edith Schulze-Westrum
Sascha - Ferdinand Anton
Alexej - Lutz Götz
Exzellenz - Walter Kiaulehn
und andere

Sergej Iwanowitsch, ein Richter, erzählt seinem Vorgesetzten von Pawlin, einem Mann, den er wegen Mordes zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilten musste. Was war geschehen? In einer kleinen russischen Stadt im Ural um 1850 zog Pawlin, der als Portier im Hause der herzlosen Adligen Anna Iwanowna arbeitete, das Waisenmädchen Ljuba Andrejewna groß. Das Mädchen, das zur jugendlichen Schönheit heranwuchs, war sein Sonnenschein. Doch eines Tages kehrte der Sohn der Hausherrin, Wladimir Alexandrowitsch, Dodja genannt, nach Hause zurück. Ein gut aussehender junger Mann und wie in jenen Zeiten in Adelskreisen üblich, zum Offizier avanciert.

Er liebte das Spiel, den Wein und die Frauen und war pleite. Der einzige Ausweg war die Heirat mit einer reichen Frau. Doch Ljuba und Dodja, die sich schon als Kinder kannten, verliebten sich. Ljuba blühte auf, aber als Dodja ihr reinen Wein einschenkte, dass er sie niemals heiraten könne, bat sie Pawlin in ihrer Verzweiflung, sie zur Frau zu nehmen. Der alte Mann war überglücklich, und übersah nur zu gern, in welcher Seelenqual sich Ljuba befand. Noch in der Hochzeitsnacht betrog Ljuba ihn mit Dodja und wurde dessen Geliebte.

Als Anna Iwanowna eines Tages bemerkte, dass sie von ihrem Sohn bestohlen wurde, teilte sie Pawlin mit, dass sie alle drei - Pawlin, Dodja und Ljuba - bei der Polizei anzeigen würde. Nun endlich gingen dem alten Mann die Augen auf. Er übernahm die Schuld und schickte das junge Paar aus der Stadt. Allerdings warnte er Dodja, er würde ihnen immer folgen, um Ljuba vor dem Absturz zu bewahren. Jahre später, als Dodja seine Geliebte aus Geldnöten einem Gouverneur anbot, griff Pawlin ein. Er tötete Dodja und wurde verurteilt - von Sergej Iwanowitsch, der sich danach um Ljuba kümmerte und der nun um Begnadigung für Pawlin bittet.

In einer seiner ersten Regiearbeiten verfilmte Kurt Meisel 1949 die Novelle "Pawlin" des russischen Erzählers Nikolai Leskow, die er 1874 veröffentlichte. "Von Kurt Meisels Regie können wir nur Lobenswertes sagen. Er erwies sich als ein Meister der Atmosphäre und des Milieus", schrieb damals ein Kritiker. Mit Joana Maria Gorvin, eine der bedeutendsten Darstellerinnen des deutschsprachigen Theaters mit dem "geheimnisvollen Etwas in der Kehle" (Jürgen Fehling), und Hermine Körner, bis in ihre späten Jahre eine große alte Dame des deutschen Theaters, die mit einer Briefmarke der Deutschen Bundespost geehrt wurde, sowie Carl Kuhlmann und Friedrich Schoenfelder stand Regisseur Meisel ein wunderbares Ensemble zur Verfügung, das die nahezu Dostojewskischen Figuren stilecht und berührend darstellte.
   

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