Romanze für Verliebte

Spielfilm aus der UdSSR von 1974
Regie Andrej Michalkow-Kontschalowski
Drehbuch Jewgeni Grigorjew
Musik Alexander Gradski
Kamera Lewan Paataschwili
Darsteller Sergej Nikitin - Jewgeni Kindinow
Tanja - Jelena Korenewa
Der Trompeter - Innokenti Smoktunowski
Ljuda - Irina Kuptschenko
Mutter von Sergej - Jelisaweta Solodowa
Mutter von Tanja - Ija Sawwina
Sergejs jüngster Bruder - Wladimir Konkin
Igor Wolgin - Alexander Sbrjujew
Albatros - Roman Gromadski
Der Vizeadmiral - Nikolai Grinko
u. a.

18 Jahre sind Sergej und Tanja alt, leidenschaftlich verliebt, überschäumend vor Glück. Als Sergej zum Armeedienst eingezogen wird, versprechen sie sich ewige Treue. Doch Sergej wird nach einer Rettungsaktion auf der Insel Woronin vermisst ...

18 Jahre sind Sergej und Tanja alt und leidenschaftlich ineinander verliebt. Die große, wahre, einzige Liebe. Deshalb ist auch der Abschied so schwer, als Sergej zum Armeedienst eingezogen wird. Er dient bei der Marine. Sein Schiff wird zu einer Rettungsaktion an die Insel Woronin gerufen, die von einer Sintflut bedroht wird. Sergej rettet unter Einsatz seines Lebens andere Menschen und wird vermisst. Als er für tot erklärt wird, bricht Tanja zusammen und verliert allen Lebensmut. Nur mit Mühe gelingt es ihrer Familie, sie davon zu überzeugen, dass das Leben weitergeht.
Sie heiratet den Hockeyspieler Igor, der ihr in ihrem Leid sehr geholfen hat. Aber Sergej lebt. Er und der Kamerad, den er rettete, wurden vom Sturm weit aufs Meer hinausgetrieben und in die menschenleeren Eiswüsten des Polargebietes verschlagen. Nach langer Wanderung durch Eis und Schnee, zu Tode erschöpft, werden sie von einem Hubschrauber entdeckt und gerettet. Sergej ist dem Leben wiedergegeben, aber Tanja ist für ihn verloren. Nun ist es an ihm, verzweifelt zu sein. Das Wiedersehen wird für beide zur Qual. Sergej beginnt zu trinken, dank guter Freunde aber kommt er zu sich und verliebt sich neu.

Von Liebe, Enttäuschung und Verlust, aber auch der Suche nach neuem Glück erzählt Andrej Michalkow-Kontschalowskis Film. Eine an sich alltägliche Geschichte, die aber ihren ganz besonderen Reiz durch die intensive, emotionale Erzählweise erhält. Er konzentriert sich völlig auf die Liebenden, findet sensible Bilder für ihre Gefühlswelt und untermalt sie mit eingängigen Liedern. Mit "Romanze für Verliebte" (1974) wurde Andrej Michalkow-Kontschalowski, der im August seinen 70. Geburtstag beging, international berühmt. Seinen Ruf als einer der besten russischen Regisseure festigte er fünf Jahre später mit "Sibiriade", einem zweiteiligen Epos über Sibirien im gesellschaftspolitischen Wandel von der Jahrhundertwende bis in die 1960er Jahre.

Michalkow-Kontschalowski entstammt einer namhaften russischen Künstlerfamilie (auch sein Bruder Nikita Michalkow wurde Regisseur). Er studierte zunächst Musik, dann wechselte er zur Moskauer Filmhochschule in die Regieklasse von Michail Romm. Dort lernte er Andrej Tarkowski kennen, in dessen Film "Iwans Kindheit" (1962) er mitspielte. Er selbst debütierte mit der Aitmatow-Verfilmung "Der erste Lehrer" 1966. Nach mehreren Klassikeradaptionen, die dem Genre der Literaturverfilmung neue Impulse vermittelten, folgte "Romanze für Verliebte". Zu Beginn der 1980er-Jahre übersiedelte er in die USA, wo er mehrere Arthouse-Filme, aber auch Mainstream drehte, u.a. den Actionfilm "Tango & Cash" mit Sylvester Stallone und Kurt Russell. In den frühen 1990er-Jahren kehrte Michalkow-Kontschalowski nach Russland zurück. Er widmet sich fortan in erster Linie der Theater- und Opernregie.
   

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