Sklavin der Liebe

Spielfilm aus der UdSSR von 1976
Regie Nikita Michalkow
Drehbuch Friedrich Gorenstein und Andrej Michalkow-Kontschalowski
Musik Eduard Artjomjew
Kamera Pawel Lebeschew (teilweise schwarz/weiß)
Darsteller Olga Wosnessenskaja - Jelena Solowej
Viktor Potozki, Kameramann - Rodion Nachapetow
Alexander Kaljagin, Regisseur - Alexander Kaljagin
Sawa Jushakow, Produzent - Oleg Bassilaschwili
Hauptmann Fedotow - Konstantin Grigorjew
Der Drehbuchautor - Nikolai Pastuchow
Kahin - Jewgeni Steblow
Duchamps - Inna Uljanowa
und andere

Russland 1917. Moskau ist in der Hand der Bolschewiken. Auf der Krim scheint die Welt noch in Ordnung. Dorthin hat sich ein Moskauer Filmteam abgesetzt, um die Stummfilm-Romanze "Sklavin der Liebe" abzudrehen. Star ist die Diva Olga Wosnessenskaja. Doch man wartet auf den Hauptdarsteller, der noch in Moskau ist. Dann wird das Filmmaterial knapp und das Filmteam gibt sich dem Nichtstun hin. Zwischen der Diva und dem Kameramann Potozki entwickelt sich eine verhaltene Liebesbeziehung. Man gibt sich privat und glaubt, sich aus den politischen Ereignissen heraushalten zu können. Doch Potozki ist Bolschewik und er hat hochbrisantes Filmmaterial über das Terrorregime der Weißgardisten auf der Krim. Die von ihm gefilmten Gräueltaten müssen nach Moskau, zumal ihm Hauptmann Fedotow (Konstantin Grigorjew) von der Spionageabwehr der Weißen auf der Spur ist. Potozki bittet Olga um Hilfe, die sie ihm erst zögernd, dann sehr bewusst gewährt. Als er vor ihren Augen erschossen wird, ergreift sie die Partei der "Roten". Zwar kann das verbotene Filmmaterial sicher- und der Stummfilm fertiggestellt werden, doch der Zusammenbruch der alten Welt ist nicht mehr aufzuhalten.

"Sklavin der Liebe" ist Nikita Michalkows zweite Regiearbeit. Unverkennbar ist die geistige Nähe zu Alexander Mittas "Leuchte, mein Stern, leuchte". In beiden Filmen wird das Verhältnis von Künstler und Kunst zur Wirklichkeit auf originelle Weise reflektiert. Michalkow, der seinen Film nach einem Drehbuch seines Bruders Andrej Michalkow-Kontschalowski und Friedrich Gorenstein inszenierte, erweist sich als "brillanter Techniker einerseits, als profunder Kenner des kinematografischen Erbes andererseits" (Sowjetischer Film heute). Seine Stilsicherheit, sein Gespür für atmosphärische Dichte sowie eine differenzierte Schauspielerführung zeichnen auch seine weiteren Filme aus, zu denen u.a. "Unvollendete Partitur für ein Klavier" (1977), "Tage aus dem Leben Oblomows" (1980) und "Schwarze Augen" (1987) gehören.
   

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