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Russland 1917. Moskau ist in der Hand der Bolschewiken.
Auf der Krim scheint die Welt noch in Ordnung. Dorthin
hat sich ein Moskauer Filmteam abgesetzt, um die
Stummfilm-Romanze "Sklavin der Liebe"
abzudrehen. Star ist die Diva Olga Wosnessenskaja.
Doch man wartet auf den Hauptdarsteller, der noch
in Moskau ist. Dann wird das Filmmaterial knapp
und das Filmteam gibt sich dem Nichtstun hin. Zwischen
der Diva und dem Kameramann Potozki entwickelt sich
eine verhaltene Liebesbeziehung. Man gibt sich privat
und glaubt, sich aus den politischen Ereignissen
heraushalten zu können. Doch Potozki ist Bolschewik
und er hat hochbrisantes Filmmaterial über
das Terrorregime der Weißgardisten auf der
Krim. Die von ihm gefilmten Gräueltaten müssen
nach Moskau, zumal ihm Hauptmann Fedotow (Konstantin
Grigorjew) von der Spionageabwehr der Weißen
auf der Spur ist. Potozki bittet Olga um Hilfe,
die sie ihm erst zögernd, dann sehr bewusst
gewährt. Als er vor ihren Augen erschossen
wird, ergreift sie die Partei der "Roten".
Zwar kann das verbotene Filmmaterial sicher- und
der Stummfilm fertiggestellt werden, doch der Zusammenbruch
der alten Welt ist nicht mehr aufzuhalten.
"Sklavin der Liebe" ist Nikita Michalkows
zweite Regiearbeit. Unverkennbar ist die geistige
Nähe zu Alexander Mittas "Leuchte, mein
Stern, leuchte". In beiden Filmen wird das
Verhältnis von Künstler und Kunst zur
Wirklichkeit auf originelle Weise reflektiert. Michalkow,
der seinen Film nach einem Drehbuch seines Bruders
Andrej Michalkow-Kontschalowski und Friedrich Gorenstein
inszenierte, erweist sich als "brillanter Techniker
einerseits, als profunder Kenner des kinematografischen
Erbes andererseits" (Sowjetischer Film heute).
Seine Stilsicherheit, sein Gespür für
atmosphärische Dichte sowie eine differenzierte
Schauspielerführung zeichnen auch seine weiteren
Filme aus, zu denen u.a. "Unvollendete Partitur
für ein Klavier" (1977), "Tage aus
dem Leben Oblomows" (1980) und "Schwarze
Augen" (1987) gehören.
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