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Nordschweden, um 1950. Der junge Pariser Bauingenieur
Laurent Brulard übernimmt im Auftrag der Gutsbesitzerin
Kristina Lundgren den Bau eines Sägewerks und
dazugehöriger Straßen inmitten endloser
Wälder. Es ist eine sehr einsame Gegend, das
trostlose Leben der Leute wird geprägt von
Arbeit, Alkohol und Aberglauben. Brulard interessiert
das wenig, so sprengt er auch Felsen, obwohl sie
von den bösen Trollgeistern bewohnt werden
sollen. Zwischen Laurent und seiner Bauherrin, einer
eher verschlossenen jungen Witwe mit einem kleinen
Sohn, entwickelt sich aus Sympathie Zuneigung, auch
der kleine Erik mag ihn sehr.
Doch eines Tages, als Laurent mit Matti, dem Baustellenleiter,
seinem neuen Freund, die Tierfallen nach Beute absucht,
sieht er ein scheues, bildschönes blondes Mädchen.
Es scheint halb Fee, halb Wildkatze zu sein und
flieht vor ihm tiefer in den Wald. Fasziniert von
ihrer Erscheinung verfolgt er sie. Dabei verirrt
er sich und gerät ins unheimliche Moor, vor
dem ihn Matti gewarnt hat. In letzter Minute rettet
ihn eine alte Frau vor dem sicheren Tod. Sie nimmt
ihn in ihre Hütte mit und er erkennt in ihr
Maila, ein Kräuterweib, das im Dorf als Hexe
verschrien ist - ebenso wie ihre Enkelin Ina, jenes
Naturkind, dem er folgte und das ihn nun zurück
ins Dorf bringt. Beide fühlen sie sich magisch
angezogen, immer häufiger werden ihre Treffen
in der einsamen Wildnis.
Er lernt schwedisch, sie französisch. Nichts
kann sie voneinander fernhalten - nicht die Warnung
der Großmutter vor dem Unglück, nicht
die beschwörenden Worte des Pastors, nicht
das Aufkündigen der Freundschaft durch Matti.
Laurent glaubt, Ina vor dem Hass, dem Aberglauben
um sie schützen zu können - er will sie
heiraten. Das Mädchen hat Angst, und doch fasst
es etwas Vertrauen und geht eines Sonntags in die
Kirche. Die braven Kirchgängerinnen sind außer
sich - und stürzen sich wutentbrannt und gewalttätig
nach der Messe auf die junge Frau. Ina wird bespuckt,
geschlagen, getreten. In letzter Not kann die Gutsherrin
das auf dem Boden liegende blutende Mädchen
retten. Benommen läuft Ina zum rettenden Wald.
Da trifft sie ein Stein an der Schläfe, geschleudert
von einem betrunkenen Arbeiter. Die junge Frau stirbt
einsam im Wald, Laurent kann sie nicht finden.
"Die blonde Hexe" beruht auf der Novelle
"Olessja" des russischen Dichters Alexander
Kuprin (1870-1938). André Michel verlegte
sein 1956 inszeniertes Drama von der Liebe eines
Naturkindes zu einem Stadtmenschen nach Schweden.
Seine natur- und poesiebetonte Verfilmung, die mit
Marina Vlady und Maurice Ronet in den Hauptrollen
hervorragend besetzt ist, zählt heute zu den
Filmklassikern. Für Marina Vlady, zu deren
70. Geburtstag am 10. Mai 2008 das MDR FERNSEHEN
mit dieser Ausstrahlung gratuliert, war die Rolle
der "blonden Hexe" der Durchbruch zur
international beachteten Schauspielerin. Marina
Vlady entstammt einer Künstlerfamilie, auch
zwei ihrer Schwestern - Odile Versois und Hélène
Valier - wurden bekannte Schauspielerinnen. Ab dem
sechsten Lebensjahr besucht sie die Ballettschule
der Pariser Oper, mit zehn Jahren steht sie das
erste Mal vor der Kamera. Dann verkörpert sie
verliebte junge Mädchen und wird 1954 zur besten
französischen Nachwuchsschauspielerin gekürt.
Zwei Jahre später kommt mit "Die blonde
Hexe" der Ruhm, das Publikum liebt ihre "naiv-erotische
Frische und Natürlichkeit" (Munzinger).
Im selben Jahr heiratet sie Robert Hossein, mit
dem sie mehrfach zusammen auftritt. Sie wird jetzt
gern als "verführerischer Vamp" eingesetzt,
ein Image, das sie in den 1960er Jahren ablegen
kann, u.a. mit der Rolle der Geliebten Tschechows
in "Sujet für eine Kurzgeschichte"
(1969) und mit der Hauptrolle in Bernard Pauls "Junge
Frau in Frankreich" (1969), einem Film über
Eheprobleme einer Arbeiterfamilie.
1970 heiratet sie den sowjetischen Schauspieler
und Sänger Andrej Wyssotzki, zieht sich von
Bühne, Film und Fernsehen zurück und lebt
lange in der Sowjetunion. Nach seinem Tod 1980 kehrt
sie mit der Rolle der Lucrezia in "Der eingebildete
Kranke" in ihren Beruf zurück. Sie arbeitet
viel fürs Fernsehen und schreibt 1987 ein viel
beachtetes Buch über Andrej Wyssotzki. Seither
zieht sie die Schriftstellerei dem Spielen vor und
schreibt zwei weitere, sehr erfolgreiche Bücher.
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