Die Verlorenen

Spielfilm aus den USA von 1955
Regie Vincente Minnelli
Drehbuch John Paxton und William Gibson
Musik Leonard Rosenman
Kamera George J. Folsey jr.
Darsteller Dr. Stewart McIver - Richard Widmark
Meg Rinehart - Lauren Bacall
Dr. Douglas Devanel - Charles Boyer
Victoria Inch - Lillian Gish
Karen McIver - Gloria Grahame
Steven Holte - John Kerr
Sue Brett - Susan Strasberg
Mr. Capp - Oscar Levant
und andere

Dr. Stewart McIver leitet seit kurzem eine psychiatrische Privatklinik. Er hat seinen älteren Kollegen Dr. Douglas Devanel als Chefarzt abgelöst. Devanel hat Alkoholprobleme, ist aber weiterhin an der Klinik tätig und kann sich nicht damit abfinden, dass McIver nunmehr sein Vorgesetzter ist. McIvers junge Frau Karen fühlt sich von ihrem Mann vernachlässigt, weil er allzu sehr in seiner Arbeit aufgeht. Er will mit einem Selbstverwaltungsprogramm den Patienten mehr Verantwortung für nichtmedizinische Dinge an der Klinik geben und findet dabei Unterstützung bei seiner neuen Mitarbeiterin Meg Rinehart, zu der er sich auch menschlich hingezogen fühlt. Ein scheinbar triviales Vorhaben sorgt für wachsende Spannungen in der Klinik. Die Patienten wollen in einem Gruppenprojekt neue Vorhänge nähen, für die der sensible junge Maler Steven Holte Entwürfe schafft. Die selbstherrliche Verwaltungschefin Victoria Inch sträubt sich dagegen. Als Dr. Devanel sie in dieser Situation für eine Intrige gegen Dr. McIver gewinnen will, entlädt sich die gespannte Atmosphäre in der Klinik explosiv.

Ein packendes Melodram um Komplexe, Neurosen und Auseinandersetzungen von Psychiatrie-Insassen, das Vincente Minnelli - eigentlich Musical-Meisterregisseur - mit viel Einfühlungsvermögen inszenierte. Dabei konnte er sich bis in die Nebenrollen hinein auf hervorragende Darsteller stützen.

Unter ihnen Richard Widmark, der eigentlich nie Schauspieler werden wollte, sondern Philosophie, Sprachen und Dramatische Kunst studierte und in politischen Wissenschaften promovierte. Er gab sein Leinwanddebüt 1947 als krankhafter Verbrecher in Henry Hathaways Thriller "Der Todeskuss". Damit bewies er sein außergewöhnliches Talent und wurde auf Jahre hinaus als Bösewicht festgelegt. In den Fünfzigerjahren wechselte er dennoch auf die Seite der "Guten". So spielt er in Elia Kazans "Unter Geheimbefehl" einen besonnenen Polizeiarzt. Es folgen weitere Kriminal- und Gangsterfilme. Seine besten Leistungen zeigte Widmark in berühmten Western wie "Der Garten des Bösen" (1954), "Der letzte Wagen" (1956) und "Zwei ritten zusammen" (1960). Privat führt Widmark ein zurückgezogenes Leben. Der Pferdenarr lebt mit seiner Frau auf einer Ranch in Kalifornien.
   

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