Vincent van Gogh - Ein Leben in Leidenschaft

Spielfilm aus den USA von 1956
Regie Vincente Minnelli
Drehbuch Norman Corwin, nach dem Roman von Irving Stone
Musik Miklos Rozsa
Kamera Frederick A. Young, Russell Harlan
Darsteller Vincent van Gogh - Kirk Douglas
Paul Gauguin - Anthony Quinn
Theo van Gogh - James Donald
Christine - Pamela Brown
Dr. Gachet - Everett Sloane
Roulin - Niall MacGinnis
Anton Mauve - Noel Purcell
Theodorus van Gogh - Henry Daniell
Colbert - Eric Pohlmann
Anna Cornelia van Gogh - Madge Kennedy
u.a.

Der junge Pfarrerssohn Vincent van Gogh gehört zu jenen Menschen, die sich aufgerufen fühlen, das Leid und Elend in der Welt lindern zu helfen. Im Predigerseminar hält man ihn allerdings für einen hoffnungslosen Fall, denn er ist einfach nicht in der Lage, frei zu sprechen. So schickt man ihn in das Borinage, eines der bedeutendsten Steinkohlereviere Europas. Dort beweist der junge Prediger, wie ernst er die christliche Botschaft nimmt, bis er körperlich zusammenbricht.

Van Gogh kehrt zurück ins Elternhaus, wo sich in ihm die Überzeugung festigt, dass er als Maler mehr zu sagen hat als im geistlichen Beruf. Er malt die Bauern seiner Heimat, wobei ihn die Liebe zu seiner Cousine Kay inspiriert. Seine Gefühle finden jedoch kein Echo bei der jungen Witwe. Sein Vetter Mauve in Den Haag ermutigt ihn, sich künstlerisch weiterzubilden, aber letztlich ist auch er ihm keine Hilfe.

Anders sein Bruder Theo, dem Vincent schließlich nach Paris folgt, wo er die französischen Impressionisten kennenlernt. Paul Gauguin wird sein Freund. Dann bricht van Gogh nach Arles auf, wo er einen wahren Schaffensrausch erlebt. Alle Zweifel an seiner Begabung sind wie weggeblasen, mit jedem Tag gewinnt er mehr Selbstvertrauen. Gauguin kommt zu ihm, tagsüber malen die beiden in der Umgebung von Arles, abends suchen sie Entspannung bei Wein und Frauen.

Bald treten jedoch wachsende Spannungen zwischen ihnen auf, besonders trifft es Vincent, als Gauguin ihm vorhält, er lebe auf Kosten seines Bruders. In einem ersten Anfall von Geistesverwirrung schneidet van Gogh sich ein Ohr ab. Aus Furcht vor einem neuerlichen Anfall begibt sich der Maler in eine Heilanstalt. Todesahnungen bedrängen ihn und finden Niederschlag in den Bildern, die dort entstehen. Nach seiner Entlassung besucht Vincent noch einmal seinen Bruder Theo und dessen junge Frau.

Als neue Krisen auftreten, gibt Theo ihn in die Pflege Dr. Gachets. Der kunstsinnige Arzt hat viel Verständnis für den leidenden Maler, aber auch er kann nicht verhindern, dass van Gogh schließlich Hand an sich legt.

Vincente Minnelli verfilmte Irving Stones Roman-Biografie mit großem Gespür für Farben und Kompositionen. Er ließ weite Teile des Films an den Originalschauplätzen in Holland und Frankreich drehen, was die besondere Atmosphäre und Authentizität unterstreicht. Für Kirk Douglas war van Gogh, nach eigenem Bekunden die liebste Rolle. Nach Meinung der Kritiker war es seine wohl beste darstellerische Leistung.

Am 09.12. 2006 wurde Kirk Douglas 90 Jahre alt. Kirk Douglas' Biografie ist typisch amerikanisch: Als Sohn armer jüdisch-russischer Einwanderer 1916 in New York geboren, musste er sich seinen sozialen Aufstieg und seine Karriere hart erarbeiten. Diese Zähigkeit und der Wunsch, der Beste zu sein, prägten seine Arbeitsweise und seine Rollen.

So hat er für seinen ersten großen Erfolg "Zwischen Frauen und Seilen" wie ein Profi Boxen gelernt. Für den Jazzfilm "Der Mann ihrer Träume" nahm er Trompetenunterricht, und bevor er seinen ersten Western "Den Hals in der Schlinge" drehte, lernte er reiten und schießen. 1995 hat ihm die amerikanische Filmakademie den Ehrenoscar für sein Lebenswerk verliehen, 2001 bekam er den Goldenen Ehrenbären der Berlinale. Neben seiner Filmarbeit war er ab 1980 für die UNO aktiv und schrieb mehrere Romane.
   

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