|
Der junge Pfarrerssohn Vincent van Gogh gehört
zu jenen Menschen, die sich aufgerufen fühlen,
das Leid und Elend in der Welt lindern zu helfen.
Im Predigerseminar hält man ihn allerdings
für einen hoffnungslosen Fall, denn er ist
einfach nicht in der Lage, frei zu sprechen. So
schickt man ihn in das Borinage, eines der bedeutendsten
Steinkohlereviere Europas. Dort beweist der junge
Prediger, wie ernst er die christliche Botschaft
nimmt, bis er körperlich zusammenbricht.
Van Gogh kehrt zurück ins Elternhaus, wo sich
in ihm die Überzeugung festigt, dass er als
Maler mehr zu sagen hat als im geistlichen Beruf.
Er malt die Bauern seiner Heimat, wobei ihn die
Liebe zu seiner Cousine Kay inspiriert. Seine Gefühle
finden jedoch kein Echo bei der jungen Witwe. Sein
Vetter Mauve in Den Haag ermutigt ihn, sich künstlerisch
weiterzubilden, aber letztlich ist auch er ihm keine
Hilfe.
Anders sein Bruder Theo, dem Vincent schließlich
nach Paris folgt, wo er die französischen Impressionisten
kennenlernt. Paul Gauguin wird sein Freund. Dann
bricht van Gogh nach Arles auf, wo er einen wahren
Schaffensrausch erlebt. Alle Zweifel an seiner Begabung
sind wie weggeblasen, mit jedem Tag gewinnt er mehr
Selbstvertrauen. Gauguin kommt zu ihm, tagsüber
malen die beiden in der Umgebung von Arles, abends
suchen sie Entspannung bei Wein und Frauen.
Bald treten jedoch wachsende Spannungen zwischen
ihnen auf, besonders trifft es Vincent, als Gauguin
ihm vorhält, er lebe auf Kosten seines Bruders.
In einem ersten Anfall von Geistesverwirrung schneidet
van Gogh sich ein Ohr ab. Aus Furcht vor einem neuerlichen
Anfall begibt sich der Maler in eine Heilanstalt.
Todesahnungen bedrängen ihn und finden Niederschlag
in den Bildern, die dort entstehen. Nach seiner
Entlassung besucht Vincent noch einmal seinen Bruder
Theo und dessen junge Frau.
Als neue Krisen auftreten, gibt Theo ihn in die
Pflege Dr. Gachets. Der kunstsinnige Arzt hat viel
Verständnis für den leidenden Maler, aber
auch er kann nicht verhindern, dass van Gogh schließlich
Hand an sich legt.
Vincente Minnelli verfilmte Irving Stones Roman-Biografie
mit großem Gespür für Farben und
Kompositionen. Er ließ weite Teile des Films
an den Originalschauplätzen in Holland und
Frankreich drehen, was die besondere Atmosphäre
und Authentizität unterstreicht. Für Kirk
Douglas war van Gogh, nach eigenem Bekunden die
liebste Rolle. Nach Meinung der Kritiker war es
seine wohl beste darstellerische Leistung.
Am 09.12. 2006 wurde Kirk Douglas 90 Jahre alt.
Kirk Douglas' Biografie ist typisch amerikanisch:
Als Sohn armer jüdisch-russischer Einwanderer
1916 in New York geboren, musste er sich seinen
sozialen Aufstieg und seine Karriere hart erarbeiten.
Diese Zähigkeit und der Wunsch, der Beste zu
sein, prägten seine Arbeitsweise und seine
Rollen.
So hat er für seinen ersten großen Erfolg
"Zwischen Frauen und Seilen" wie ein Profi
Boxen gelernt. Für den Jazzfilm "Der Mann
ihrer Träume" nahm er Trompetenunterricht,
und bevor er seinen ersten Western "Den Hals
in der Schlinge" drehte, lernte er reiten und
schießen. 1995 hat ihm die amerikanische Filmakademie
den Ehrenoscar für sein Lebenswerk verliehen,
2001 bekam er den Goldenen Ehrenbären der Berlinale.
Neben seiner Filmarbeit war er ab 1980 für
die UNO aktiv und schrieb mehrere Romane.
|