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Eine ungehorsame Frau
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Zweiteiliger
Fernsehfilm, Deutschland, 1997
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Vivian
Naefe |
| Drehbuch |
Annemarie
Schoenle |
| Musik |
Nellis
du Biel, Manuel Lopez |
| Kamera |
Peter
Döttling |
| Darsteller |
Veronica
Ferres, Michael Degen, Stefan Kurt, Hansa Czypionka, Nicole
Heesters, Huub Stapel, Katharina Müller-Elmau, Kati
Eyssen, Lavinia Wilson, Sebastian Schipper, Werner Eichhorn,
Silvan-Pierre Leirich, Bettina Hauenschild, Horst Sachtleben,
Ulrike Willenbacher, Nellis du Biel, Guido Sherr, Sabine
Grabis
und andere
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Folge 1
Erzählt wird die Geschichte einer "ungehorsamen"
Frau, Marlene, die ihre traditionelle Rolle als
Nur-Hausfrau und Mutter in Frage stellt und ihren
Wert als wirtschaftlich unabhängiger, eigenständig
denkender und beruflich erfolgreicher Mensch neu
zu definieren versucht. Marlenes Vorstöße
in die von Männer dominierte Hierarchie eines
Unternehmens verlangen ihr das Äußerste
an Mut, Entscheidungskraft, Stehvermögen und
Risikobereitschaft ab, doch sie erlebt durch diese
Anstrengung ihre Selbstverwirklichung. Die Männer,
die sie auf ihrem Weg begleiten beziehungsweise
von ihm abbringen wollen, erfährt Marlene als
Hemmnisse ihrer Karriere, als ihres beruflichen
Aufstiegs förderlich, als Enttäuschung
und Erfüllung. Marlene ist Anfang dreißig
und hat sich in ihrem Leben bislang nur um den Haushalt
und um Tochter Andrea gekümmert. Ehemann Bernhard
ist Tischlermeister und verdient genug, um die kleine
Familie zu ernähren. Trotzdem ist Marlene nicht
glücklich. Tagein taugaus nur putzen, kochen,
waschen - sie fühlt sich vom Leben vernachlässigt,
mehr noch: Sie fühlt, dass mehr in ihr steckt.
In Abendkursen bringt sie sich einfache EDV-Kenntnisse
bei und bewirbt sich schließlich auf eine
Sekretariatsstelle. Bernhard versteht die Welt nicht
mehr. Reicht denn das Geld, das er verdient, nicht
aus? Und was soll mit Andrea werden?
Vivian Naefe hat eine Menge modischer Themen (zum
Beispiel: Streit von Ex-Eheleuten um die Tochter)
fürs Kino verfilmt, allerdings ohne jeden Erfolg.
Diesmal wurde gleich fürs Fernsehen produziert.
Modische Themen sind auf verquaste Weise aktuell.
Doch ist dies hier ein aktuelles Thema? Motiv 1:
Mutter und Hausfrau fällt zu Hause die Decke
auf den Kopf, so dass sie wieder Anschluss ans Berufsleben
sucht. - Dergleichen wäre in den 60er oder
70er Jahren interessant gewesen. Heute, im Single-Zeitalter,
ist es ein Griff in die Mottenkiste. Motiv 2: Vater
sein dagegen sehr und fragt pikiert: "Verdien'
ich etwa nicht genug?" - Solche Typen sind,
einschlägigen Forschungen zufolge, irgendwann
im Verlauf der 70er ausgestorben. Motiv 3: Das flotte
Mütterchen macht in einem Verlag märchenhaft
Karriere, hat am Ende aber ein dickes Problem: Sie
muss zwischen dem Verlags-Boss und einem Studenten
(unkompliziert, frech) wählen. - Ähnlich
brisante Entscheidungen stehen sonst vor allem bei
Frau Pilcher an. Veronica Ferres trägt mit
Grandezza ein Veilchen unterm Auge (der unverständige
Ehemann!) und sieht auf dem Höhepunkt ihres
Aufstiegs exakt so aus wie Ulla Kock am Brink, der
glattgebügelsten aller TV-Damen.
Bewertung: Mies
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