Agentenpoker

Spielfilm USA 1980
Regie Ronald Neame
Drehbuch Brian Garfield und Bryan Forbes
Musik Ian Fraser und Wolfgang Amadeus Mozart
Kamera Arthur Ibbetson
Darsteller Miles Kendig - Walter Matthau
Isobel von Schmidt - Glenda Jackson
G. P. Myerson - Ned Beatty
Mikhail Yaskov - Herbert Lom
Joe Cutter - Sam Waterston
Ross - David Matthau
Westlake - George Baker
Ludlum - Ivor Roberts
Carla - Luca Saroyan
und andere

Miles Kendig ist seit über 20 Jahren CIA-Agent und mit allen Wassern gewaschen. Auf dem Münchner Oktoberfest sprengt er einen sowjetischen Spionagering, doch das genügt seinem ehrgeizigen neuen Chef G. P. Myerson nicht. Der cholerische Myerson wirft Kendig vor, dass er seinen alten Rivalen Mikhail Yaskov vom KGB entkommen ließ. Kendig wollte indes nur seinen berechenbaren Gegenspieler nicht verlieren. Myerson hat allerdings genug von Kendigs Starallüren und will ihn ins Archiv abschieben. Das kränkt Kendig so, dass er postwendend auf Rache sinnt.
Er quartiert sich in Salzburg bei seiner Geliebten, der Ex-Agentin Isobel von Schmidt ein, um ein brisantes Buch über die internationalen Politskandale des CIA zu schreiben. Als die ersten Manuskripte in Washington eintreffen, setzt der wütende Myerson Kendigs Vertrauten Joe Cutter und den linkischen Ross auf den Verräter an. Doch Kendig ist seinen Verfolgern stets um eine Nasenlänge voraus und lockt sie in einem Katz-und-Maus-Spiel quer über den Globus - von Österreich über die Schweiz, die Bermudas und Monte Carlo bis ins tiefe Georgia. Dort quartiert er sich inkognito im hübschen Landhaus seines Feindes Myerson ein. Als er das merkt, liegt sein Anwesen schon im Sperrfeuer von FBI und CIA. Kendig entkommt erneut.

Er lotst Isobel und seine Jäger nach London, wo er einen Vertrag mit dem mutigen Verleger Westlake unterschrieben hat. Myerson und seine Leute verfolgen den per Sportflugzeug flüchtenden Kendig bis zur Kanalküste und sehen plötzlich eine Explosion. Der Fall Kendig scheint nun endgültig abgeschlossen - bis in einem Londoner Buchladen ein merkwürdiger Inder am Stand mit dem Agenten-Bestseller auftaucht.

Walter Matthau brilliert als ausgefuchster Einzelgänger mit Witz und Charme in Ronald Neames raffinierter Agentenfilm-Parodie, zu der der Film-Dienst meint: "Menschliche Wärme und gegenseitige Achtung - auch innerhalb der verfeindeten Lager -, überraschende Wendungen und Tempowechsel, witzige Dialoge und vor allem der hervorragende Walter Matthau, der dem grobschlächtigen, bärbeißigen und verschlagenen Alt-Agenten glaubhaftes Filmleben verleiht, machen die Hetzjagd zu einem Vergnügen". In "Agentenpoker" ist auch Matthaus Sohn David in der Rolle des vertrottelten Agenten Ross zu sehen. Das Stück erinnert mit den überraschenden Täuschungsmanövern an Matthaus Glanzrolle in Don Siegels Thriller "Charley Varrick" (1974), wo dieser als kleiner Bankräuber die Mafia austrickste.
   

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