Einst ein Held

Spielfilm aus Großbritannien von 1960
Regie Ronald Neame
Drehbuch James Kennaway, nach seinem Roman
Musik Malcolm Arnold
Kamera Arthur Ibbetson
Darsteller Major Jock Sinclair - Alec Guinness
Lieutenant Colonel Basil Barrow - John Mills
Major Charlie Scott - Dennis Price
Mary Titterington - Kay Walsh
Corporal Piper Ian Fraser - John Fraser
Morag Sinclair - Susannah York
Captain Jimmy Cairns - Gordon Jackson
Pipe Major Duncan MacLean - Duncan Macrae
Captain Eric Simpson - Allan Cuthbertson
und andere

Major Jock Sinclair kommandiert vorübergehend das Piper-Bataillon des traditionsreichen Hochland-Regiments. Es ist sein Zuhause und neben Tochter Morag seine Familie. Hier hat er sich über Jahre zum Major hochgearbeitet. Jock ist dem Whisky nicht abgeneigt und nimmt es mit dem militärischen Drill nicht ganz so genau. Die Männer mögen ihn, denn Jock ist als Vorgesetzter auch Mensch.

Als dann Lieutenant Colonel Basil Barrow das Kommando über die Piper (Dudelsackpfeifer) übernimmt, beginnt ein anderer Wind durchs Offizierscasino und die Mannschaftsräume zu blasen. Barrow, entsetzt vom Stilverfall des traditionsbewussten Bataillons und des ihn auszeichnenden Hochländertanzes, ordnet zur Wiederherstellung des verblassenden Ruhms des Regiments Tanzstunden, gepflegtes Äußeres und öffentliches Benehmen an. Freunde macht er sich damit nicht, lediglich der ihm zugeordnete Captain Jimmy versteht Barrows Motive. Vergeblich versucht er, zwischen den Rivalen Sinclair und Barrow, die ja beide gleichermaßen stolz auf die Piper sind, zu vermitteln.

Die Auseinandersetzungen eskalieren, als Jock in der Öffentlichkeit Corporal Fraser ohrfeigt, der mit Jocks Tochter in einem Lokal sitzt. Ein Vergehen - sollte der Vorfall vor ein Militärgericht kommen - das für Jock Sinclair das Ende seiner Militärkarriere bedeuten könnte. Barrow - eher geneigt, die Angelegenheit intern zu behandeln - folgt dann doch der Empfehlung Major Scotts, eine formelle Untersuchung anzuordnen.

Scott hofft, mit Jocks Entlassung endlich das Herz ihrer gemeinsamen Freundin Mary für sich zu gewinnen. Doch Mary trennt sich von ihm und beschwört Jock zu kämpfen. Er bittet Barrow um eine zweite Chance. Von Major Scott der Sympathiebuhlerei beschuldigt, nimmt sich Barrow das Leben. Tief betroffen und sich der Mitschuld bewusst, lässt Jock Sinclair unter den Klängen der "Melodien des Ruhmes" ein grandioses Begräbnis ausrichten. Die Ziele des Verstorbenen werden fortan seine eigenen sein ...

"Einst ein Held" ist ein ergreifendes Militärdrama, das ohne pyrotechnische Effekte auskommt und sich ganz auf die Auseinandersetzung seiner beiden Protagonisten konzentriert. Alec Guinness, der bereits in dem Kriegsfilm "Die Brücke am Kwai" einen Colonel dargestellt hatte, liefert hier eine seiner beeindruckendsten Leistungen. Sir Alec Guinness war einer der besten Schauspieler Großbritanniens, der "Mann mit den tausend Gesichtern" und die "Inkarnation ewigen Britentums".

Als uneheliches Kind einer Haushälterin am 02.04.1914 geboren, hätte ihm keiner diese Karriere vorausgesagt. "Ich wurde im Chaos geboren und versank darin für Jahre: Bis zum Alter von 14 hatte ich drei verschiedene Namen und lebte in ungefähr 30 verschiedenen Hotels, Pensionen und Wohnungen, die alle zum "Zuhause" erklärt wurden, bis wir wieder fortzogen und wie bei einer Schnitzeljagd einen ganzen Stapel unbezahlter Rechnungen hinter uns zurückließen", schreibt Guinness in seiner 1985 erschienenen Autobiografie.

1934 spielt er nach dem Schauspielstudium seine erste, wenn auch kleine Theaterrolle. Nach zwei Jahren ist er schon festes Ensemblemitglied am berühmten "Old Vic Theater". Erst 1947 kommt er zum Film, entdeckt von David Lean, der ihn in seinen beiden Charles-Dickens-Filmen "Geheimnisvolle Erbschaft" und "Oliver Twist" (1948) besetzt und später auch in seinen Großproduktionen "Die Brücke am Kwai" (1957, Oscar und Golden Globe für Guinness), "Lawrence von Arabien" (1962), "Dr. Schiwago" (1965) und "Reise nach Indien" (1984).

Erfolgreich ist Guinness ebenso in Komödien wie "Adel verpflichtet" (1949, er spielt acht Rollen!) oder "Ladykillers" (1955). Im Fernsehen brilliert er in Serien um den John-Le-Carré-Helden Smiley. Ein reicher Mann wird er durch seine Auftritte als weiser Jedi-Ritter Obi-Wan Kenobi in George Lucas' "Star Wars"-Trilogie, wo er statt einer festen Gage eine Gewinnbeteiligung ausgehandelt hat. Sir Alec Guinness stirbt am 05. August 2000.
   

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