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Major Jock Sinclair kommandiert vorübergehend
das Piper-Bataillon des traditionsreichen Hochland-Regiments.
Es ist sein Zuhause und neben Tochter Morag seine
Familie. Hier hat er sich über Jahre zum Major
hochgearbeitet. Jock ist dem Whisky nicht abgeneigt
und nimmt es mit dem militärischen Drill nicht
ganz so genau. Die Männer mögen ihn, denn
Jock ist als Vorgesetzter auch Mensch.
Als dann Lieutenant Colonel Basil Barrow das Kommando
über die Piper (Dudelsackpfeifer) übernimmt,
beginnt ein anderer Wind durchs Offizierscasino
und die Mannschaftsräume zu blasen. Barrow,
entsetzt vom Stilverfall des traditionsbewussten
Bataillons und des ihn auszeichnenden Hochländertanzes,
ordnet zur Wiederherstellung des verblassenden Ruhms
des Regiments Tanzstunden, gepflegtes Äußeres
und öffentliches Benehmen an. Freunde macht
er sich damit nicht, lediglich der ihm zugeordnete
Captain Jimmy versteht Barrows Motive. Vergeblich
versucht er, zwischen den Rivalen Sinclair und Barrow,
die ja beide gleichermaßen stolz auf die Piper
sind, zu vermitteln.
Die Auseinandersetzungen eskalieren, als Jock in
der Öffentlichkeit Corporal Fraser ohrfeigt,
der mit Jocks Tochter in einem Lokal sitzt. Ein
Vergehen - sollte der Vorfall vor ein Militärgericht
kommen - das für Jock Sinclair das Ende seiner
Militärkarriere bedeuten könnte. Barrow
- eher geneigt, die Angelegenheit intern zu behandeln
- folgt dann doch der Empfehlung Major Scotts, eine
formelle Untersuchung anzuordnen.
Scott hofft, mit Jocks Entlassung endlich das Herz
ihrer gemeinsamen Freundin Mary für sich zu
gewinnen. Doch Mary trennt sich von ihm und beschwört
Jock zu kämpfen. Er bittet Barrow um eine zweite
Chance. Von Major Scott der Sympathiebuhlerei beschuldigt,
nimmt sich Barrow das Leben. Tief betroffen und
sich der Mitschuld bewusst, lässt Jock Sinclair
unter den Klängen der "Melodien des Ruhmes"
ein grandioses Begräbnis ausrichten. Die Ziele
des Verstorbenen werden fortan seine eigenen sein
...
"Einst ein Held" ist ein ergreifendes
Militärdrama, das ohne pyrotechnische Effekte
auskommt und sich ganz auf die Auseinandersetzung
seiner beiden Protagonisten konzentriert. Alec Guinness,
der bereits in dem Kriegsfilm "Die Brücke
am Kwai" einen Colonel dargestellt hatte, liefert
hier eine seiner beeindruckendsten Leistungen. Sir
Alec Guinness war einer der besten Schauspieler
Großbritanniens, der "Mann mit den tausend
Gesichtern" und die "Inkarnation ewigen
Britentums".
Als uneheliches Kind einer Haushälterin am
02.04.1914 geboren, hätte ihm keiner diese
Karriere vorausgesagt. "Ich wurde im Chaos
geboren und versank darin für Jahre: Bis zum
Alter von 14 hatte ich drei verschiedene Namen und
lebte in ungefähr 30 verschiedenen Hotels,
Pensionen und Wohnungen, die alle zum "Zuhause"
erklärt wurden, bis wir wieder fortzogen und
wie bei einer Schnitzeljagd einen ganzen Stapel
unbezahlter Rechnungen hinter uns zurückließen",
schreibt Guinness in seiner 1985 erschienenen Autobiografie.
1934 spielt er nach dem Schauspielstudium seine
erste, wenn auch kleine Theaterrolle. Nach zwei
Jahren ist er schon festes Ensemblemitglied am berühmten
"Old Vic Theater". Erst 1947 kommt er
zum Film, entdeckt von David Lean, der ihn in seinen
beiden Charles-Dickens-Filmen "Geheimnisvolle
Erbschaft" und "Oliver Twist" (1948)
besetzt und später auch in seinen Großproduktionen
"Die Brücke am Kwai" (1957, Oscar
und Golden Globe für Guinness), "Lawrence
von Arabien" (1962), "Dr. Schiwago"
(1965) und "Reise nach Indien" (1984).
Erfolgreich ist Guinness ebenso in Komödien
wie "Adel verpflichtet" (1949, er spielt
acht Rollen!) oder "Ladykillers" (1955).
Im Fernsehen brilliert er in Serien um den John-Le-Carré-Helden
Smiley. Ein reicher Mann wird er durch seine Auftritte
als weiser Jedi-Ritter Obi-Wan Kenobi in George
Lucas' "Star Wars"-Trilogie, wo er statt
einer festen Gage eine Gewinnbeteiligung ausgehandelt
hat. Sir Alec Guinness stirbt am 05. August 2000.
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