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Amerika, in den 50er Jahren. Die kleine Molly Singer
hat gerade ihre Mutter verloren. Anstelle von offener
Trauer reagiert das sensible Kind mit Abschottung:
Sie hat sich entschlossen, kein Wort mehr zu sprechen.
Auch Mollys fürsorglicher Vater, der Werbejingle-Komponist
Manny, wird mit dem Tod seiner Frau nur schwer fertig.
Um den Alltag besser bewältigen zu können,
beschließt Manny, ein Haus- und Kindermädchen
anzuheuern. Doch das ist leichter gesagt als getan.
Die zahllosen Bewerberinnen sind entweder zickig
oder schlichtweg unfähig.
Bis zum Auftritt von Corrina Washington: Nach ihrem
Studium träumt die exzentrische Musikliebhaberin
zwar davon, als Musikjournalistin Karriere zu machen,
aber sie weiß, dass im Amerika der fünfziger
Jahre ein solcher Job für eine Afroamerikanerin
immer ein Traum bleiben wird. Deshalb arbeitet sie
nun als Kindermädchen - und beweist dabei echtes
Talent. Den Haushalt erledigt sie spielend, und
es dauert nicht lange, bis sie mit ihren unkonventionellen
Methoden auch das Vertrauen der verschlossenen Molly
gewinnt. Sie geht mit der Kleinen in Fast-Food-Restaurants,
führt sie in Jazz-Lokale und stellt sie der
lustigen Großfamilie ihrer Schwester Jevina
vor.
Durch Corrina lernt das Mädchen, den Tod ihrer
Mutter offen zu verarbeiten. Und siehe da: Eines
Tages fängt Molly wieder an zu sprechen. Mannys
Kumpel Sid versucht derweil, den Witwer mit der
ebenso attraktiven wie verkrampften Jenny Davis
zu verkuppeln. Dabei ist Manny drauf und dran, sich
in Corrina zu verlieben. Für Molly ist das
Kindermädchen ohnehin längst zu einer
Art Ersatzmutter geworden. Aber sowohl Mannys Mutter,
als auch Jevina sind strikt gegen die aufkeimende
Beziehung.
Sie sind der festen Überzeugung, dass eine
Liebe zwischen einem Weißen und einer Schwarzen
nicht gut gehen kann. Gerade als Manny und Corrina
bereit sind, sich ihre Gefühle füreinander
einzugestehen, droht ein unglücklicher Vertrauensbruch
ihre Beziehung zu zerstören, noch bevor sie
richtig begonnen hat ...
Mit "Corrina, Corrina" ist Regisseurin
Jessie Nelson eine warmherzige Familienkomödie
gelungen. Ohne in Kitsch oder plumpen Humor abzugleiten,
erzählt der sensibel inszenierte Film eine
Geschichte über Freundschaft, Liebe, Toleranz,
Vertrauen und Trauer.
Whoopi Goldberg gibt als exzentrisches Kindermädchen
eine angenehm zurückhaltende, dadurch aber
umso überzeugendere Darstellung. Nicht minder
berührend: Ray Liotta als liebevoller Vater
und Tina Majorino als gewitzte Tochter Molly.
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