Die Wilby-Verschwörung

Spielfilm aus Großbritannien von 1974
Regie Ralph Nelson
Drehbuch Rod Amateau und Harold Nebenzal, nach einem Roman von Peter Driscoll
Musik Stanley Myers
Kamera John Coquillon und Herbert Smith
Darsteller Shack Twala - Sidney Poitier
Jim Keough - Michael Caine
Major Horn - Nicol Williamson
Rina Van Niekirk - Prunella Gee
Dr. Persis Ray - Persis Khambatta
Dr. Anil Mukerjee - Saeed Jaffrey
Van Heerden - Rijk de Gooyer
Blane Van Niekirk - Rutger Hauer
Wilby - Joseph De Graf
und andere

Kapstadt 1974. Der schwarze Intellektuelle Shack Twala ist nach jahrelanger Haft als politischer Gefangener mit Hilfe seiner Anwältin Rina Van Niekirk nur knapp einer neuen Verurteilung entkommen. Er wird indes noch vor dem Gerichtsgebäude in Gegenwart von Rina und ihrem Freund Jim Keough von Polizisten wegen eines fehlenden Ausweises auf brutale Weise verhaftet. Empört greift Keough ein und befreit Twala.

Das Trio flüchtet. Unversehens sieht sich der unpolitische britische Bergbauingenieur Keough plötzlich mit einem "Staatsfeind" auf der Flucht. Rina bittet ihn, den immer noch in Handschellen gefesselten Twala ins 900 Meilen entfernte Johannesburg zu fahren, wo er sich mit politischen Freunden treffen will. Die Reise durch das Land wird für Keough zum Schnellkurs in Sachen Rassismus und alltäglicher Gewalt des Apartheid-Regimes.

Der skrupellose Staatsschutzmajor Horn bleibt Twala und Keough dank eines Peilsenders im Fluchtauto immer dicht auf den Fersen, ohne sie zu verhaften. Er steckt auch hinter dem grauenhaften Fund, den Keough im Kofferraum macht: Dort liegt die Leiche eines Mannes, der Twala beim Entfernen der Handschellen half. In Johannesburg sucht Twala den indischen Zahnarzt Mukerjee auf. Ihm gab er Diamanten zur Aufbewahrung, mit denen der Untergrundkampf gegen das Regime finanziert werden soll.

Auf die Diamanten hat es auch Major Horn abgesehen. Er verspricht Rina und Keough die freie Ausreise, wenn sie ihm helfen. Als Keough und Twala sich wieder treffen, sind sie sehr misstrauisch. Twala glaubt, dass Keough bei der Polizei ausgesagt hat und Keough hält Twala für einen politischen Hasardeur. Rina beruhigt die beiden, doch die Lage spitzt sich bald dramatisch zu. Mukerjees Frau Persis versucht, die von Keough aus einem Schacht geholten Diamanten zu rauben und wird von Twala erschossen.

Ihm bleibt nicht mehr viel Zeit, um die Diamanten ins benachbarte Botswana zu bringen, wo der legendäre Widerstandsführer Wilby auf ihn wartet. Twala, Keough und Rina zwingen ihren Ex-Mann Blane, sie mit dem Flugzeug über die Grenze zu bringen. Als sie Wilbys Lager erreichen, werden sie bereits von Horn und einer Elite-Einheit des südafrikanischen Militärs erwartet. Zu spät merkt Twala, dass er als Köder benutzt worden ist, um den Weg zu Wilby zu weisen. Es kommt zu einem erbitterten Gefecht.

Der Regisseur Ralph Nelson wurde durch sozialkritische Action-Filme bekannt, die um das Motiv der rassistischen Unterdrückung kreisen, wie "Lilien auf dem Feld" oder "Duell in Diablo". In dem Western "Das Wiegenlied vom Totschlag" zog er zudem eine indirekte Parallele zwischen der Verfolgung der Indianer und dem Vietnamkrieg.
Auch die Inszenierung von Peter Driscolls Anti-Apartheid-Roman überzeugt durch eine ebenso spannende wie konsequente Erzählperspektive. Wegen seines brisanten Themas wurde der packende Politthriller nicht vor Ort in Südafrika, sondern in Kenia gedreht.
   

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